Wenn sich eine Eule mit gruseligem Starrblick in euren PC hackt und euch mitteilt, dass ihr gefälligst die Welt vor den bösen Kaninchen rettet, die sie beherrschen wollen, dann würdet ihr doch auch direkt ja sagen, oder? Oder…?
Ihr habt bei unserem letzten FYNG-Event abgestimmt, welches Indie-Spiel euch am meisten interessiert. Gewonnen hat Kiyo: Bunny Tyranny, ein Cyberpunk-Platformer mit bissigem Humor und einigen richtig coolen Ideen. Und ich habe nun das Vergnügen, euch mehr zum Spiel zu erzählen, das ich selbst ausprobieren konnte.
Ich habe außerdem mit den beiden Entwicklern von Pixel Rats geplaudert und dabei erfahren, dass manche der coolsten Features quasi aus Versehen entstanden sind. Die strippenden Killer-Kaninchen, zum Beispiel.
Was ist das für ein Spiel?
Bunny Tyranny lässt sich ganz gut als Cyberpunk-Ninja-Sidescroller mit Platforming beschreiben. In einer neonbeleuchteten Stadt namens Rabbithole City haben Kaninchen die Macht an sich gerissen. Andere Einwohner, besonders Fleischfresser wie Hauptfigur Kiyo, werden von ihnen schikaniert – oder schlimmeres.
Um ihre Schreckensherrschaft zu beenden, ruft die oben erwähnte Eule mich (also die Spielerin, die vorm Monitor sitzt) zur Hilfe, um Kiyo durch die Umgebungen zu steuern, Feinde plattzumachen, und Hürden mit meinen Parkour-Skills und diversen Gadgets zu überwinden.
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Kiyo: Bunny Tyranny - Das Cyberpunk-Spiel war euer Indie-Gewinner bei der FYNG Caggtus
Kiyos Bogen ist dabei Waffe und Werkzeug zugleich: Ich verschieße zum Beispiel Seile, an denen ich hochklettere. Oder Möhrchen, mit denen ich mordlustige Kaninchen ablenke. Natürlich wird auch viel geschlichen und sich im Schatten versteckt – Ninja, sag ich ja.
Eine Besonderheit von Bunny Tyranny sind die Schwierigkeitsgrade, denn die bestimmen nicht nur, wie knackig die Herausforderung für mich ausfällt, sondern ändern auch das Spielgefühl. Wie mir Entwickler Federico erzählt, ist die niedrigste Schwierigkeitsstufe sozusagen ein Comedy-Modus. Denn darin ist gegnerisches Friendly Fire aktiv, sodass sich die Kaninchen oft untereinander umnieten – mitsamt rollender Köpfe, während ich mir die Party in Ruhe von der Ecke aus anschaue. Fast wie im echten Leben, hach.
Anspruchsvoll bis richtig knackig wirds auf den höheren Stufen. Für die Entwickler sind die am nächsten an ihrer ursprünglichen Vision, aber es bleibt euch natürlich freigestellt, zu wählen und im Spiel jederzeit zu wechseln. Bunny Tyranny soll ausdrücklich für alle zugänglich sein.
Zufälle gibt’s
Bei Bunny Tyranny trafen ein paar glückliche unbeabsichtigte Umstände aufeinander. Schon der Name der Hauptfigur, Kiyo, entstand ganz beiläufig, wie mir Designerin Isolde erzählt: Sie tippte das einfach mal beim Speichern einer Datei und dann blieb es direkt hängen.
Das komplette Setting sollte eigentlich ganz anders aussehen, mit klassischen, mittelalterlich angehauchten Dungeons statt flackernden Leuchtreklamen und Hochhäusern. Zuerst kam nämlich laut Federico die Idee des Bogenschießens, und das passte für ihn so gar nicht in die moderne Welt. Isolde hegt aber eine tiefe Liebe für Tokio-inspirierte Umgebungen, und erstellte entsprechende Skizzen. Heute sind beide sehr zufrieden mit der recht seltenen Kombination. Und der ursprüngliche Dungeon hat es immerhin als Level ins Spiel geschafft.
Auch die ungewöhnlichen Hauptgegner – die Kaninchen, die als Cops, Stripper, Gangster und so weiter arbeiten – waren so gar nicht geplant. Sie entstanden als simpler Platzhalter, aber dann kam so viel positives Feedback, dass die Entwickler sich entschieden, voll auf die Möhre zu gehen.
Wie spielt sich Bunny Tyranny?
Der Mix aus Erkunden, Hüpfen, Klettern, Schleichen, Meucheln, Schießen und Deckung suchen wirkt gut durchdacht und greift schön ineinander. Die Steuerung ist erstmal Gewöhnungssache, vor allem bei meiner Fernwaffe brauchte es eine Weile, bis ich den Bogen raus hatte. Ja, ich zahle einen Euro in die Wortwitzkasse.
Eine simple, aber coole Spielhilfe unterstützt bei der Orientierung: Ich kann jederzeit ein Knöpfchen drücken, dann gibt mir Kiyo Tipps oder sagt, wo genau ich als Nächstes hingehen soll.
Sekunde, Knöpfchen? Jawoll, denn Bunny Tyranny läuft auch super auf dem Steam Deck beziehungsweise meinem Lenovo Legion Go, auch wenn auf der offiziellen Store-Seite noch ein »Unbekannt« steht. Das haben mir die Entwickler versichert und ich habe es selbst ausprobiert, weil ich Sidescroller und generell Pixel-Spiele viel lieber auf dem Handheld genieße. Aber Maus und Tastatur läuft genauso.
Gute Nachrichten auch für alle, die am liebsten auf Deutsch spielen: Die Texte sind komplett übersetzt verfügbar. Bei der Vertonung spielt die Sprache keine Rolle, denn da gibt’s nur Tiergeräusche. Es wird gemaunzt, geheult, geschnurrt und so weiter. Alles echte Tierstimmen, laut Isolde. Die Entwickler hatten sich mal einen Vorschlag mit KI-generierten Sounds angehört, sich aber ganz bewusst komplett gegen den Einsatz generativer KI in ihrem Spiel entschieden.
Wann erscheint Kiyo: Bunny Tyranny? Wir können euch das Release-Datum jetzt exklusiv ganz genau verraten: Am 25. Juni 2026 ist es soweit, dann erscheint das Spiel bei Steam und für Nintendo Switch. Wer erstmal unverbindlich reinspielen will, findet bei Steam eine kostenlose Demo, die das Spielgefühl und den Humor sehr gut einfängt. Wer danach Bock auf mehr hat, kann guten Gewissens das ganze Spiel kaufen.
Noch ein bisschen Behind-the-Scences-Trivia gefällig? Kiyo: Bunny Tyranny ist schon ziemlich weit herumgereist. Die beiden Entwickler lebten während der vier Jahre Entwicklung in England, Madeira, Italien, den Niederlanden und Schottland.
Die Büros der verschlagenen Kaninchenbehörden im Spiel sind lose inspiriert von einem echten Bankgebäude in London, in dem die Entwickler früher gearbeitet haben.
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