Mein Edel-Controller hat ein nerviges Problem, aber mit einem unfassbar simplen Trick konnte ich es beheben

Redakteur Alex hat seinen Xbox Wireless Elite Controller Series 2 mit einem simplen Trick repariert und staunt heute noch, wie einfach das gegangen ist.

von Alexander Köpf,
07.04.2022 17:00 Uhr

Defekte Hardware zu reparieren ist nicht nur für unsere Umwelt gut, sondern oft auch für den Geldbeutel. Und lacht nicht über meinen Fliesentisch! Defekte Hardware zu reparieren ist nicht nur für unsere Umwelt gut, sondern oft auch für den Geldbeutel. Und lacht nicht über meinen Fliesentisch!

Ich bin stolzer Besitzer eines Xbox Elite Wireless Controllers Series 2. Falls ihr den nicht kennt: Das ist Microsofts Edelvariante des drahtlosen Controllers für die Xbox respektive den PC. Die unverbindliche Preisempfehlung dafür beträgt schlappe 180 Euro, der Straßenpreis rund 145 Euro. Für das Geld könntet ihr euch das Standardmodell ganze dreimal kaufen – und das ebenfalls in der kabellosen Ausführung.

Mir ist der Elite 2 aber jeden Cent wert. Ich habe ihn einmal in der Hand gehabt und will ihn seither nicht mehr missen. Wenn ich so darüber nachdenke, frage ich mich, warum er es nicht in meine Top 5 Tech-Trends geschafft hat.

Dank der gummierten und geriffelten Oberfläche liegt er nämlich immer gut in der Hand, selbst bei langen Sessions, Sticks und D-Pad sind magnetisch und lassen sich je nach Gusto tauschen. Der Auslöseweg des rechten und linken Triggers kann ebenfalls individuell angepasst werden, dazu lassen sich bis zu vier Tasten via einen Magnetmechanismus an der Rückseite anbringen.

Eigentlich alles paletti! Ja wenn da nur nicht dieser eine unfassbare Fehler im Design wäre: Die Bumper, entweder der linke oder der rechte, manchmal auch beide, verrichten bei einigen Nutzern nach mehr oder weniger kurzer Zeit nicht mehr ordnungsgemäß ihren Dienst. Sie lösen nur noch unregelmäßig aus. Ein absolutes No-Go für einen Controller.

Was das Ganze nur umso erstaunlicher macht: Der Defekt ist so leicht selbst zu beheben, dass ich immer noch jedes Mal schmunzeln muss, wenn ich den Controller in die Hand nehme. Nur habe ich das am Anfang nicht gewusst und meinen ersten Elite 2 nach nicht einmal zwei Wochen in Gebrauch wieder eingepackt und zurückgeschickt. Ein Fehler der sinnbildlich für viele Probleme unserer Zeit steht. Aber erst einmal zurück auf Anfang:

Alexander Köpf
@NebulaMutara

Alex beschreibt sich selbst als umweltbewussten Menschen, der so gut wie möglich darauf achtet, nichts zu verschwenden, keine Wege mit dem Auto zu fahren, die nicht unbedingt sein müssen, Abfälle zu vermeiden und Energie zu sparen. Doch die Wahrheit ist, dass auch er mehr tun könnte und dazu gelegentlich einfach zu bequem ist.

Das war mein Problem

Vor gut zwei Jahren habe ich mich dafür entschieden, mein Spielerlebnis aufzuwerten. Nicht falsch verstehen: Der normale Xbox Wireless Controller ist gut, aber ich war mit der Haptik nie wirklich hundertprozentig glücklich. Das lag vor allem an den Analogsticks. Ich wollte für den linken Daumen eine nach außen gewölbte Oberfläche, aber gleichzeitig nicht den verbauten Steuerknüppel wechseln. Und Stick-Kappen sind mir zu unhandlich. Also begab ich mich auf die Suche, fand den Elite 2 Controller und hab ihn direkt bestellt.

Doch schon nach wenigen Tagen funktionierte der linke Bumper nicht mehr richtig. Mir war das zunächst gar nicht aufgefallen. Ich weiß zwar nicht mehr, welche Funktion auf der LB-Taste hinterlegt war, aber ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, wie ich geflucht und auf Pro Evolution Soccer 2020 geschimpft habe, weil meine Spieler nicht machten, was ich wollte.

Als ich dann herausfand, dass der Bumper schuld war und nicht meine Unfähigkeit oder irgendein Skript, habe ich den Controller kurzerhand eingepackt und zurückgesendet. Natürlich, möchte man fast sagen, schließlich darf so etwas nicht schon nach wenigen Wochen geschehen. Und erst recht nicht bei einem derart teuren Gerät.

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Der Erstatz-Contoller kam dann auch unverzüglich und funktionierte einwandfrei. Zumindest bis vor knapp zwei Monaten. Ich hatte mich beim Spielen von Monster Hunter Rise schon gefragt, ob es wirklich nicht mehr möglich ist, im Kampf zu sprinten. Daran, dass erneut die LB-Taste kaputt sein könnte, dachte ich im ersten Moment ehrlich gesagt gar nicht. Im zweiten allerdings schon. Und es hat sich bestätigt: Kurz vor Ablauf der gesetzlichen Gewährleistung von zwei Jahren hat der linke Bumper den Geist aufgegeben. Schon wieder!

Zurückschicken war diesmal keine Option

Doch was sollte ich tun? Wieder zurückschicken und umtauschen, nur um nach wenigen Wochen oder Monaten das gleiche Probleme zu haben? Das ergab keinen Sinn. Und mein Geld hätte ich auch nicht mehr zurückbekommen, sodass ein anderer Controller gar nicht erst in Frage kam.

Also begab ich mich auf Fehlersuche. Und die dauerte nicht lange. Denn offenbar ist das ein bekanntes Problem der Serie und auch einiger anderer Modelle anderer Hersteller: Der Bumper selbst ist eigentlich gar nicht kaputt und auch der Auslösemechanismus ist nicht beschädigt, höchstens etwas ausgeleiert. Die Ingenieure haben den Hubweg einfach nur so knapp bemessen, dass geringste Veränderungen zu Problemen führen.

Dieses kleine Plastikplättchen macht den Unterschied. Dieses kleine Plastikplättchen macht den Unterschied.

Zwischen Bumper und Schalter befindet sich womöglich gerade deshalb ein hauchdünnes, dreiseitig gefaltetes Plastikplättchen. Und das ist gleichzeitig auch die Lösung des Problems. Nachdem ich die Oberseite des Controllers abolut sachgerecht (!) mit einem Küchenmesser (Finger und Gamepad sind dabei wider Erwarten nicht zu Schaden gekommen) anstatt meines Reperatur-Kits aufgehebelt habe, nahm ich das Plättchen einfach heraus und faltete es auf einer Seite doppelt, sodass der Raum zwischen Bumper und Schalter um den Bruchteil eines Millimeters verkürzt wird.

Und das war es auch schon. Die LB-Taste löst seither wieder in schöner Regelmäßigkeit aus und ich bin immer wieder erstaunt, wie leicht das ging! Wie lange die Reparatur hält, kann ich allerdings nicht sagen. Es ist denkbar, dass ich den oder am besten gleich beide Schalter für LB und RB irgendwann auslöten und neue einsetzen muss. Das wäre ungleich komplizierter und sicher nicht für jedermann realisierbar.

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Werft kaputte Hardware nicht einfach weg oder schickt sie vorschnell zurück!

Das Beispiel meines Controllers zeigt jedoch sehr schön, wie leicht sich manche vermeintlichen Defekte oder Schäden selbst beheben lassen. Dass ich vor zwei Jahren nicht daran dachte und den Elite 2 stattdessen zurückgeschickt habe, verdeutlicht jedoch auch, was heutzutage alles schiefläuft.

Ich hatte mir damals nicht einmal die Frage gestellt, ob ich den Controller selbst reparieren hätte können. Wieso auch? Er kostete viel Geld, war nagelneu. So etwas darf nicht sein und Hersteller, wie in diesem Fall Microsoft, dürfen nicht aus der Pflicht genommen werden, für ein gutes Produkt respektive eine gute Qualitätssicherung zu sorgen. Ein mangelhaftes Gerät zurückzuschicken ist daher ein probates Mittel, um auf einen Missstand aufmerksam zu machen.

Auch die Frage nach der Garantie spielt natürlich eine wichtige Rolle. Nach dem Öffnen eines Gerätes kann diese erlöschen. Erfahrungsgemäß ist das aber nur bei versiegelten Produkten der Fall, oder wenn dadurch gravierende Schäden, beispielsweise Kratzer am Gehäuse, entstanden sind.

Auf der anderen Seite ist es längst zur Gewohnheit geworden, selbst bei kleinen Mängeln und wenn uns ein Fitzelchen nicht gefällt, sofort den Weg des Rücksendens zu gehen. Dass dabei Millionen Tonnen Treibhausgas oftmals völlig unnötig in die Atmosphäre gepumpt werden, vergessen wir meist recht schnell.

Ich will da auch gar nicht mit dem Finger auf andere oder ein anonymes uns zeigen. Ich muss mir an die eigene Nase fassen. Bei allem guten Recht, den Controller direkt zurückzuschicken, hätte ich als Hardware-Enthusiast und Redakteur einen Blick unter die Haube werfen können.

Gerade Peripheriegeräte lassen sich nicht selten viel leichter reparieren, als man denkt. Selbst ganz ohne Vorkenntnisse. Eine Suchmaschine plus ein paar wenige Klicks reichen oftmals völlig aus, um schnell eine praktikable Lösung zu finden. Das spart in vielen Fällen nicht nur den Weg zum Postamt und damit Zeit, sondern unter Umständen auch Geld und Nerven.

Und wenn wir alle nur ein klein wenig dazu beitragen, wertvolle Rohstoffe nicht zu vergeuden, Müll und überflüssige Transportwege zu vermeiden, kann die Welt ein viel besserer Ort sein.

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Habt ihr ähnliche Leichen im Keller wie ich? Oder repariert ihr immer alles, so gut es irgendwie möglich ist? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!

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