Mercedes packt immer häufiger Bildschirme in seine Autos. Nun sagt der Software-Chef, die klassischen Tasten seien besser

Auf Basis von Nutzungsdaten der Fahrer scheint bei Mercedes ein gewisses Umdenken in Sachen Bedienelemente einzusetzen.

Große Bildschirme können in Autos optisch einiges her machen, aber ob sie auch sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt, gerade in Sachen Bedienung. Große Bildschirme können in Autos optisch einiges her machen, aber ob sie auch sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt, gerade in Sachen Bedienung.

Der Leiter der Software-Abteilung von Mercedes, Magnus Östberg, hat sich auf der IAA Mobility 2025 in München gegenüber Autocar zu der Verwendung von Bildschirmen und physischen Tasten in Autos geäußert.

Bei der Veranstaltung wurde auch der neue elektrische GLC EQ vorgestellt, der im Inneren über einen großen Touchscreen verfügt.

Mercedes-Chef Ola Källenius hat den neuen Wagen gegenüber Autocar als den Beginn der größten Produkt-Offensive in der Geschichte der Firma bezeichnet. Doch physische Tasten gewinnen laut Östberg trotz des großen Bildschirms im GLC EQ wieder mehr an Bedeutung für Mercedes.

Mittelweg aus Tasten und Touchscreen

Um physischen Tasten mehr Gewicht zu verleihen, setzt Mercedes im GLC EQ auf ein Lenkrad mit vielen Tasten. Es soll bald auch in bereits veröffentlichten Fahrzeugen der Firma zum Einsatz kommen.

Laut Östberg sei das der einfachste und kosteneffizienteste Weg, dies umzusetzen, ohne den Fokus auf einen digitalen Fahrerraum aus den Augen zu lassen.

Ausführlicher äußert er sich zu den Hintergründen dieser Entscheidung folgendermaßen:

»Man sieht einen Unterschied, wenn man vom CLA [Limousine] mit Touchscreen und weniger Hardbuttons zum [neuen] GLC wechselt, wo wir die Rollen und Knöpfe wieder eingebaut haben, weil wir anhand der Daten sehen, dass die Rollen und diese physischen Knöpfe für bestimmte Altersgruppen und bestimmte Bevölkerungsgruppen sehr wichtig sind.

Daher ist es für uns äußerst wichtig, ein Gleichgewicht zwischen physischen Tasten und Touchscreen zu finden. Wir orientieren uns vollständig an Daten und sehen, dass physische Tasten bei häufig genutzten Funktionen besser sind. Deshalb haben wir sie wieder eingebaut.«


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Die lokalen Unterschiede können groß sein

Wie es bei Autocar weiter heißt, spielen auch lokale Präferenzen eine wichtige Rolle.

Demnach bevorzugen europäische Kunden eher physische Tasten, während im asiatischen Raum Touchscreens und Sprachsteuerung mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.

Östberg stellt in Aussicht, über weitere Ergänzungen von physischen Tasten bei Mercedes nachzudenken. Dabei stünden zunächst aber große Fahrzeuge wie SUVs im Vordergrund. Einerseits, da sie mehr Platz bieten. Andererseits, da Fahrer dieser Modelle besonders großen Wert auf solche Tasten legen.

Auf der anderen Seite handelt es sich beim Bildschirm im GLC EQ laut Mercedes Design-Chef Gordon Wagener um den größtmöglichen Monitor in einem Auto, den er für machbar hält: Wir haben einen Punkt erreicht, an dem man den Bildschirm nicht mehr viel größer machen kann.

Wie denkt ihr über Bedienelemente in Autos? Bevorzugt ihr klar physische Tasten, mögt ihr sowohl dieses als auch Touchscreens und Sprachsteuerung oder braucht ihr keine physischen Tasten mehr? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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