»Mit Vollgas gegen die Wand«: Mercedes-Chef warnt vor Verbrenner-Verbot ab 2035

In einem Interview mit dem Handelsblatt äußerst sich Mercedes-Chef Olla Källenius klar zu den Plänen der EU.

Geht es nach dem Chef von Mercedes, werden in der EU auch nach 2035 noch Neuzulassungen für Autos mit Verbrennungsmotor erteilt. (Hintergrundbild: stock.adobe.com - Artur Nyk) Geht es nach dem Chef von Mercedes, werden in der EU auch nach 2035 noch Neuzulassungen für Autos mit Verbrennungsmotor erteilt. (Hintergrundbild: stock.adobe.com - Artur Nyk)

Wenn die EU an ihren Plänen festhält, ist ab dem Jahr 2035 in ihren Mitgliedsstaaten keine Neuzulassung von Autos mehr zulässig, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Das ist insbesondere in Deutschland vielen Herstellern mehr als nur ein Dorn im Auge, wie zuletzt anhand von klaren Aussagen des Mercedes-Chefs Ola Kännius deutlich wird.


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Um welche Aussagen geht es?

  • In einem Interview mit dem Handelsblatt (größtenteils hinter einer Paywall) kritisiert Kännius die Pläne der EU scharf. In Bezug auf das geplante Verbot von Verbrenner-Autos sagt er unter anderem: Wir müssen einen Realitätscheck machen. Sonst fahren wir mit Vollgas gegen die Wand.
  • Kännius begründet das mit verschiedenen Aspekten. So geht er unter anderem davon aus, dass viele Verbraucher durch das Verbot zum Kauf eines Verbrenners gedrängt werden, solange es noch möglich ist. Ergänzt um die Aussage: Das nützt dem Klima gar nichts.
  • Der Mercedes-Chef sieht durch die Pläne der EU die wirtschaftliche Stärke von Europas Autoindustrie bedroht. Unsere Industrie erlebt zugleich Starkregen, Hagel, Sturm und Schnee. Autobau ist ein hartes Geschäft, mehr denn je, so Källenius.

Für das bessere Vorgehen hält er es dagegen laut automobile-magazin.fr, E-Autos durch Steueranreize und attraktivere Ladepreise wettbewerbsfähig zu machen.

Ähnliche Ansichten wie Källenius hat auch der BMW-Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse. So sagte er im Halbjahresbericht des Konzerns: Alles auf eine Karte zu setzen, schadet einer Branche.

Was genau hat die EU vor?

  • Das geplante Verbrenner-Verbot betrifft ausschließlich Neuzulassungen, genauer gesagt Pkws und leichte Nutzfahrzeuge. Einen Verbrenner zu fahren und bereits zugelassene Modelle zu verkaufen, bleibt also erlaubt.
  • Nicht mehr gestattet sind dagegen ab 2035 Neuwagen der oben beschriebenen Art, die auf fossile Brennstoffe setzen.
  • Das Ganze ist Teil des EU-Klimaschutzprogramms Fit for 55. Die Treibhausgasemissionen sollen dadurch bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. Die Klimaneutralität wird bis 2050 angestrebt.
  • Fahrzeuge mit sogenannten E-Fuel stellen eine gewisse Ausnahme in den Plänen dar, auch wenn das bisher nicht komplett ausgearbeitet ist. Sie werden mit CO₂-neutralen, synthetisch hergestellten Kraftstoffen betrieben und sollen eine neue Fahrzeugklasse darstellen.

Noch ist nichts in Stein gemeißelt

Eine Überprüfung der Vorgaben ist für das nächste Jahr geplant.

Insbesondere aus der deutschen Autoindustrie gibt es anhaltende Kritik daran, vermutlich auch vor dem Hintergrund der immer stärker werdenden Konkurrenz aus dem Ausland.

Man darf gespannt sein, ob die EU sich diesem Druck noch beugt oder an ihren Plänen festhält.

Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen, was ihr über die Pläne der EU in Bezug auf Verbrenner und über die Aussagen vom Mercedes-Chef denkt.

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