Ein Werk der Liebe bedeutet nicht unbedingt ein gutes Spiel. Das hat mir 1348 Ex Voto schmerzlich vor Augen geführt – und es ist deswegen der bisher undankbarste Test meiner Redaktionslaufbahn.
Das Mittelalterspiel bekam jüngst einige Aufmerksamkeit in den sozialen Medien, sowohl positiv als auch negativ – allein die weibliche Hauptfigur mit Schwert und Kurzhaarschnitt sorgte in konservativen Randgebieten für Schnappatmung. Noch viel mehr Reaktionen fielen aber positiv aus, das Spiel wurde von der Twitter-Community liebevoll »Lesbian Knight Game« getauft und gespannt erwartet. Lasst mich den entsprechend Hoffnungsvollen gleich vorweg sagen: Hier erwartet euch keine denkwürdige Romanze, maximal Subtext.
Ich hatte 1348 Ex Voto schon eine Weile im Blick, denn Mittelalter und Story-Fokus kriegen mich ja immer. Schon in der Steam-Fest-Demo brauten sich aber dicke Sorgenwolken über meinem Kopf zusammen. Im Test wurde daraus kein Vollkatastrophen-Gewitter, aber verflüchtigt hat sich die trübe Stimmung nicht.
Dämpft eure Erwartungen
Ausnahmsweise will ich mal niemanden die Worte »Kingdom Come: Deliverance« sagen hören. Am besten vergesst ihr überhaupt alle Rollenspiel-Hoffnungen, die ihr vielleicht heimlich gehegt habt. 1348 Ex Voto ist ein komplett lineares Story-Spiel. Am ehesten erinnert es mich an Plague Tale und Hellblade – nur dass die großen Vorbilder viel raffinierter, schöner und unterhaltsamer ausfallen.
Als Adelstocher Aeta wandere ich durch die historische Region um Citra, Italien – also im heutigen Abruzzo. Bei der Jahreszahl 1348 horchen Kenner der europäischen Geschichte natürlich direkt auf, denn es liegt mitten in der verheerenden Pestepidemie, die innerhalb weniger Jahre die Hälfte der Bevölkerung dahinraffte. Die wird auch immer wieder Thema, etwa wenn ich an markierten Türen vorbeilaufe, in denen sich Leute vor der Pest verstecken. Ein richtiges Gefühl vom damaligen Chaos kommt aber nie auf, denn die Welt ist vor allem aus technischen Gründen ziemlich ausgestorben.
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