Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als Lego Themen ablehnte, weil sie für Kinder zu brutal seien und andere Marken in den breiten Kreisen nahezu unbekannt waren? Dass diese Zeit längst vorbei ist, zeigt kaum ein Set eindringlicher als die Murder Mansion des chinesischen Herstellers ourcrea. Das ikonische Gebäude dürften die meisten Horror-Fans aus der grandiosen ersten Staffel von American Horror Story kennen.
Im Rahmen der Horror-Woche habe ich mich dazu entschieden, das Set trotz einiger Bedenken unter die Lupe zu nehmen. Nicht zuletzt, weil ich großer AHS-Fan bin und im Modell einige LEDs verbaut sind, die dem Haus einen ganz eigenen Charme verleihen.
Fakten zum Set
- Name: Murder Mansion
- Erscheinungsdatum: Juni 2025
- Verfügbarkeit: Amazon und AliExpress
- Steinezahl: 1.171 Steine
- Preis: 60 Euro bei Amazon
- Preis pro Teil: 5,1 Cent pro Stein
- Altersempfehlung: 18 Jahre
Was ist die Murder Mansion? Die Murder Mansion, auch bekannt als Rosenheim Mansion, ist ein 1908 in Los Angeles errichtetes Haus, das in zahlreichen Filmen und Serien als Drehort verwendet wurde. Darunter X-Faktor, Grey's Anatomy, Californication und Spiderman (2002). Am bekanntesten ist sie jedoch aus American Horror Story: Murder House.
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Halbe Liebe zum Detail: Es ist faszinierend, wie detailreich das Original getroffen wurde, obwohl sich bewusst für einen simplen Look entschieden wurde. Jedes Fenster, jeder Vorsprung, alles ist da. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wären es die Lücken zwischen den Erker-Fenstern. Hier habe ich selbst aber auch keine Idee, wie das in dem Maßstab eleganter umgesetzt werden könnte.
Ernüchterung erfolgt auf der Rückseite. Das Innenleben hat nur herzlich wenig mit dem zu tun, was ich in American Horror Story von dem Haus gesehen habe. Stattdessen gibt es irgendwelche, beinahe wahllos wirkende Elemente, die irgendwie gruselig sein sollen. Darunter Ratten, Skelette und Folterwerkzeug.
Das soll aber nicht bedeuten, dass einzelne Details nicht begeistern können. Das voll ausgestattete Schlafzimmer macht durch die Bilder und Möbel wirklich etwas her und der Wohnzimmer-Teppich in Menschen-Form bringt mich ordentlich zum Schmunzeln. Insgesamt fehlt mir hier jedoch ein wenig das Konzept.
Solide Konstruktion mit Aber: Das Haus ist insgesamt sehr stabil. Hauptgrund dafür sind die eng anliegenden Steine, die teilweise enormen Kraftaufwand erfordern. Bei manchen Platten war teilweise voller Körpereinsatz nötig, um sie vollständig zusammenzudrücken. Kinder dürften hier definitiv an ihre Grenzen stoßen.
Probleme für Anfänger: Der ungewöhnlich hohe Druck, der zum Zusammensetzen benötigt wird, macht es nötig, die Konstruktion zu verstehen. Wenn ich beim Zusammensetzen an den falschen Stellen Druck aufbaue, fliegt in den Zwischenschritten alles auseinander. Die Stabilität kommt erst, sobald die großen Platten verbaut werden. Sitzen diese jedoch, bewegt sich fast gar nichts mehr.
An zwei Stellen werden Steine in den Stockwerkböden verbaut, die nur durch Negativnoppen oder eine einzelne Steinreihe gehalten werden. Es erschließt sich mir nicht, wieso sich dazu entschieden wurde. Beim Bau fällt es jedoch auf (und leider gelegentlich auch auseinander). Ansonsten verursacht der Bau keinerlei Probleme und nimmt dank Bauschrittunterteilung und übersichtlicher Anleitung etwa 6 Stunden in Anspruch.
Top Steine, unnötige Sticker: Unter den fast 1.200 Steinen sind mir keine Farbabweichungen oder anderweitige Mängel aufgefallen. Wer die Steine produziert, konnte ich leider nicht herausfinden.
Es gibt auch einige bedruckte Steine, etwa das Brett über dem Haupteingang oder das Schild. Die sind herausragend und lassen keine Wünsche offen. Die Wandbilder im Innenraum werden jedoch durch Sticker gelöst, deren Motive mir etwas zu realistisch für das Klemmbausteinkonstrukt wirken.
Auf die Ernüchterung folgt das Oho: Auch wenn es sich bei der Murder Mansion um ein schönes Modell handelt, war ich nach dem vielversprechenden Äußeren etwas enttäuscht von der Rückseite. Wenn der Vertrieb schon mit American Horror Story wirbt, dann möchte ich auch American Horror Story haben. Und das ist abseits des Äußeren einfach nicht der Fall. Am Ende wird meine Stimmung aber wieder aufgehellt - durch das Licht.
Verbaut sind insgesamt vier LEDs, durch die einige Räume in einer von drei Farben leuchten. Ich hätte gedacht, dass die bunten Farben stören, doch tatsächlich wirkt das Modell dadurch schön schaurig. Dadurch kann es außerdem perfekt in dunklen Ecken stehen, für die andere Modelle zu schade sind.
Das Anbauen der Kabel und LEDs ist angenehm simpel, und der Stromanschluss erfolgt über ein knapp 40 Zentimeter langes USB-Kabel. Störend ist nur, dass der Splitter per Klebestreifen an der Wand befestigt werden soll. Ich hab's gelassen und jetzt hängt das Ding in der Luft. Da es am Rand ist, stört es glücklicherweise nur wenig.
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