Auf Spotify gibt es ein neues Album von ganzen 1.000 britischen Musikern. An Is This What We Want
sind unter anderen Größen wie Elton John und Kate Bush beteiligt.
Das klingt allerdings ganz anders, als ihr euch das vielleicht vorstellt und es hat einen ernsten Hintergrund.
44:19
»Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität« - Wir busten mit einem Experten 5 Mythen zu KI
Ein Album ohne Musik
Auf Is This What We Want sind 12 Songs zu finden. Der Clou: Was wie ein normales Album aussieht, sind tatsächlich 12 Audioaufnahmen von leeren Tonstudios und Konzertsälen.
Was mit diesem außergewöhnlichen Album bezweckt werden soll, darauf lässt die Track-Liste schließen:
- The
- British
- Government
- Must
- Not
- Legalise
- Music
- Theft
- To
- Benefit
- AI
- Companies
Hintereinander gelesen, bedeuten die zwölf Titel der Stücke übersetzt:
Die britische Regierung darf keinen Musikdiebstahl legalisieren, um KI-Firmen zu begünstigen.
Eine Lockerung des Urheberrechts ist geplant
Hintergrund ist ein geplantes Gesetz zur Lockerung des Urheberrechts in Großbritannien. Um die Interessen zwischen Künstlern und KI-Firmen auszugleichen, wird etwa ein Opt-Out
-Verfahren diskutiert.
Das bedeutet: Solange ein Künstler nicht aktiv widersprochen hat, darf seine Musik zum Training von KI-Modellen verwendet werden, wenn sie frei verfügbar im Internet kursiert.
Die Problematik besteht darin, dass die neuronalen Netze, auf denen KI-Modelle beruhen, Unmengen an Daten zum Training des Modells brauchen. So lernen sie etwa, Artefakte zu generieren, die so ähnlich sind wie Songs, die wir gut finden.
Darin sehen die Musiker einen gesetzlich abgesegneten Diebstahl ihres geistigen Eigentums. Die langfristige Folge, die sie befürchten: Es wird keine Musiker mehr geben. Die Studios und Hallen bleiben leer.
Es tobt derzeit ein Krieg zwischen KI und Urheberrecht
Derartige Konflikte betreffen nicht nur Großbritannien und nicht nur die Musikbranche: Meta und OpenAI wurden schon 2023 von Autoren verklagt, sich über Schattenbibliotheken illegal an deren Büchern bedient zu haben.
Eine Recherche Ende 2024 hat ergeben, dass OpenAI sich beim Training von der Video-KI-Sora offensichtlich an urheberrechtlich geschütztem Material von Twitch bedient hat. Und derzeit läuft noch eine Klage der GEMA den KI-Musikgenerator Suno.
Dabei zeigen sich Datenschützer der KI gegenüber durchaus auch als aufgeschlossen. Die GEMA hat etwa von sich aus ein Lizenzmodell für Musik zum Training von generativer KI vorgeschlagen.
Außerdem setzt sich etwa die Organisation Fairly Trained für ein Training von KI-Modellen ein, das gleichzeitig den Schutz des Urheberrechts wahrt.
Gesetze und auch die Proteste dagegen werden prägend sein und Präzedenzfälle schaffen für den Umgang mit geistigem Eigentum beim Training von generativer KI.
Was denkt ihr darüber? Haben die Musiker mit ihrem Protest eine Chance? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.