Nachfrage zu hoch: Lieferzeit bei TSMC für 7nm-Chips soll sich verdreifacht haben

Der Erfolg der 7nm-Chips bei Ryzen 3000 und Radeon RX 5700 sorgt anscheinend für steigende Nachfrage bei Auftragsfertiger TSMC - die Lieferzeiten sollen sich dadurch jedoch verdreifacht haben.

von Alexander Köpf,
18.09.2019 19:59 Uhr

TSMC gilt als Vorreiter der 7nm-Fertigung. (Bildquelle: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd)TSMC gilt als Vorreiter der 7nm-Fertigung. (Bildquelle: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd)

TSMCs 7nm-Fertigung ist offenbar gefragt wie nie, prominentestes Beispiel dürfte AMD sein. Ryzen 3000 und Radeon RX 5700 haben die Vorzüge von TSMCs 7nm-Verfahren unter Beweise gestellt, andere Hersteller wollen es dem gleichtun.

Doch mit der zunehmenden Nachfrage kommen auch Probleme. Wie DigiTimes (Paywall) in Berufung auf eine anonyme Quelle aus der Halbleiterindustrie berichtet, sollen sich die Lieferzeiten von 7nm-Produkten von zwei auf beinahe sechs Monate verdreifacht haben (via Toms Hardware).

Hohe Nachfrage und kein Ende in Sicht

Dass die Nachfrage nach AMD-Prozessoren sehr hoch ist, bekommen all jene zu spüren, die derzeit auf einen Ryzen 9 3900X warten. Bei kaum einem Händler ist der Zwölfkerner vorrätig, die Wartezeiten verschieben sich immer weiter in den Herbst.

Die Lieferzeiten für den Ryzen 9 3900X verschieben sich immer weiter - mittlerweile scheint September kaum mehr realistisch.Die Lieferzeiten für den Ryzen 9 3900X verschieben sich immer weiter - mittlerweile scheint September kaum mehr realistisch.

Ein Zusammenhang mit der vermeintlichen Situation bei TSMC wurde bislang von AMD zwar nicht bestätigt, leichter macht es die Versorgungslage aber sicher nicht.

Zudem ist AMD nicht der einzige Chipdesigner, der bei TSMC produzieren lässt. Bereits im Mai berichtete Bloomberg, dass der Apple A13 Bionic für das iPhone 11 ebenfalls in Taiwan gefertigt werden soll.

Apple bestätigte mittlerweile zumindest, dass ein 7nm-Verfahren zum Einsatz kommt, über den Hersteller schwiegen sich die Kalifornier aber aus.

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Nvidia will Next-Gen-GPUs bei Samsung und TSMC fertigen lassen.Nvidia will Next-Gen-GPUs bei Samsung und TSMC fertigen lassen.

Und die Nachfrage nach 7nm-Produkten scheint vorerst nicht abzureißen, denn auch Nvidia kündigte schon im Juli 2019 an, die nächste Grafikkarten-Generation - vermutlicher Codename: Ampere - im 7nm-EUV-Verfahren fertigen zu lassen. Allerdings nicht nur bei TSMC, ein erheblicher Teil der Produktion der nächsten Geforce-Generation soll bei Samsung erfolgen.

Entspannung der Lage?

Entspannung scheint vorerst aber nur durch die technische Weiterentwicklung des 7nm-Verfahrens seitens TSMC möglich. Das Budget des Auftragsherstellers soll deshalb weiter erhöht werden, um effizienter und schneller produzieren zu können.

Entsprechend spezialisierte 7nm-Verfahren könnten laut Digitimes zudem den Wettbewerb um die begrenzten großflächigen 7nm-Chips, wie sie für Grafikeinheiten oder CPUs (abgesehen vom Chiplet-Design) genutzt werden, etwas abmildern. Was genau damit gemeint ist, bleibt aber unklar.


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