Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
So beginnt das Ringgedicht des Mittelerde-Schöpfers Tolkien, das die meisten aus seinen Büchern oder dem Intro zur Filmtrilogie kennen.
Über den Einen Ring, der Sauron selbst gehörte, wissen wir ja viel: Wer ihn trägt, verfällt dem Willen des Dunklen Herrschers, weil ein Teil von dessen Macht in dem scheinbar so schlichten Schmuckstück weiterlebt.
Aber was ist eigentlich mit den anderen Ringen? Wir erhaschen in der Filmtrilogie nur einen kurzen Blick auf sie. In der Serie Ringe der Macht stehen sie natürlich im Zentrum, allerdings bricht die darin erzählte Geschichte an vielen Stellen mit dem Tolkien-Kanon, sodass wir sie hier ebenso ignorieren wie Spiele, die die Lore erweitert haben. Wir beachten nur die ursprüngliche Mittelerde-Version.
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Alle bekannten Ringe der Macht erklärt
Drei für die Elben
Über die drei Ringe der Elbenkönige sind die meisten Details bekannt, Tolkien hat sie ausgiebig erläutert. Zum Beispiel, dass sie zwar nicht von Sauron korrumpiert waren – weil Celebrimbor sie ohne Saurons Hilfe erschaffen hat. Dennoch hatten alle Ringträger eine gewisse gedankliche Verbindung zueinander. Der Dunkle Herrscher hätte also die Gedanken der Elbenringträger lesen können, weshalb sie nicht verwendet wurden, solange Sauron mit dem Einen Ring vereint war.
Aus Tolkiens Werken geht nicht ganz genau hervor, welche Kräfte sie ihren Trägern verliehen, nur dass sie zur Bewahrung des Guten erschaffen wurden. Gehen wir sie mal durch.
Narya
Dieser Ring ist mit einem Rubin besetzt und heißt auch »Ring des Feuers«. Er soll seinem Träger und dessen Gefährten besonderen Mut verliehen haben. Ursprünglich gehörte er dem Elb Cirdan, einem legendären Schiffbauer, dem ältesten lebenden Elb in Mittelerde.
Seinen Ring gab er allerdings schon lange vorher weiter, nämlich an Gandalf, der ihn während des Ringkriegs trägt. Allerdings ist Narya an seiner Hand praktischerweise unsichtbar und ist erst in Die Rückkehr des Königs zu sehen, als Gandalf sich am Ende des Films von den Hobbits verabschiedet. Narya verlässt Mittelerde zusammen mit seinem Träger.
Gandalf hatte schon seit seiner Erschaffung durch Illuvatar eine Affinität zu Licht und Feuer. Das wurde durch Narya sicherlich noch weiter bestärkt.
Nenya
Besetzt mit einem weißen Stein, auch der »Ring des Wassers«. Seine Macht liegt darin, Dinge vor den Augen des Bösen zu verbergen. Galadriel als seine Trägerin nutzte das, um das Waldreich Lothlórien zu erschaffen und vor Saurons Einfluss zu beschützen.
Nachdem Galadriel Mittelerde über die Grauen Anfurten verlassen hat und Nenya somit für immer aus Mittelerde verschwand, wurde auch sein Segen und Schutz von Lothlórien genommen. Es verfiel und seine goldblättrigen Mallorn-Bäume starben. Das sehen wir sogar kurz in den Filmen, nämlich wenn Elrond seiner Tochter Arwen ihre Zukunft in Die Rückkehr des Königs vorhersagt. Der graue Wald, durch den sie läuft, ist das Lothlorien der Zukunft.
Vilya
Der dritte Elbenring ist mit einem blauen Stein geschmückt und heißt auch der »Ring der Luft« (ja, das ist ein bisschen verwirrend, man würde meinen, der blaue Ring steht für Wasser und der weiße für Luft, aber »nen« ist Elbisch für Wasser).
Er war der mächtigste der drei von Sauron unberührten Zauberringe, aber seine Kräfte wurden nie genau beschrieben. Sein Träger Elrond kann die Zukunft sehen und über seinem Sitz Bruchtal liegt ein mächtiger Schutz, aber dabei könnte es sich auch um Fähigkeiten handeln, die Elrond einfach so besitzt.
Möglicherweise half der Elbenring dabei, Frodo nach dessen Verwundung durch die Ringgeister zu heilen. Elrond trug Vilya bei sich, als er Mittelerde verließ.
Sieben für die Zwerge
Die Ringe der Zwerge wurden von Tolkien nicht namentlich genannt. Jeder große Zwergen-Clan erhielt eines dieser Artefakte von Sauron – und war damit verflucht, irgendwann der Gier zu verfallen. Doch dem Dunklen Herrscher gelang es nicht, wie von ihm erhofft, die Zwergenherrscher direkt zu kontrollieren.
Ihr Niedergang erstreckte sich über lange Zeit und hing meistens mit Drachen zusammen, die von den großen Schätzen angelockt wurden. Indirekt werden die Ringe also durchaus Schaden angerichtet haben, aber eben nicht genug für Saurons Pläne.
Vier der Zwergenringe wurden im Lauf der Geschichte durch Drachenfeuer zerstört, die drei verbliebenen befanden sich zur Zeit des Ringkriegs wieder in Saurons Besitz. Einen holte er sich zurück, als dessen Träger Thrain II, der Vater von Thorin Eichenschild, gefangen genommen wurde. Kurz nach Beginn des Ringkriegs entsandte Sauron einen Boten, der dem Zwergenkönig Dain II anbot, die drei Ringe zurückzugeben, wenn die Zwerge dafür den Einen Ring beschafften. Glücklicherweise lehnte Dain ab.
Neun den Menschen
Die Träger der neun Menschenringe sehen wir in den Filmen des Öfteren, denn aus ihnen wurden bekanntlich die Ringgeister, Saurons willenlose und mächtige Sklaven. Namentlich bekannt ist uns keiner von ihnen, aber es handelt sich um Könige der Vergangenheit, deren Lebensspanne magisch verlängert wurde.
Durch ihre Ringe gewannen sie zunächst Einfluss und Reichtum, wurden aber dann Saurons Einfluss unterworfen und zu unsichtbaren Geistern – deshalb können sie nur gesehen werden, wenn sie Umhänge oder Rüstungen tragen. Ihre Macht ist an die ihres Herrschers gebunden, deshalb werden sie mit dessen Zerstörung ebenfalls vernichtet.
Dass die Menschen den Ringen der Macht nicht widerstehen konnten, liegt vor allem daran, dass sie die kürzeste Lebensspanne aller Mittelerde-Völker aufweisen (vielleicht mit Ausnahme der Hobbits, aber denen wurde ja die längste Zeit keine Beachtung geschenkt) und selbst die weisesten Elben nicht wissen, was nach dem Tod mit Menschenseelen geschieht. Sie werden jedenfalls nicht wiedergeboren und kommen auch nicht in die Unsterblichen Lande.
Diese Unsicherheit und den Neid auf die mächtigeren, schöneren und langlebigeren Elben nutzte Sauron gnadenlos aus.
Die Lore um die Ringe der Macht weist viele Lücken auf, da Tolkien sein Lebenswerk nie fertiggestellt hat. Viele Fragen werden also für immer offen bleiben beziehungsweise von anderen Werken basierend auf seiner Welt beantwortet werden. Ob ihr das dann als offiziellen Teil von Mittelerde betrachtet, bleibt ganz euch überlassen.
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