Naughty Dog - Ex-Uncharted-Entwickler klagt sexuelle Belästigung an, Studio streitet ab

Ein ehemaliger Mitarbeiter beim Entwicklerstudio Naughty Dog soll sexuell belästigt worden sein. Das Entwicklerteam reagierte und bestritt den Vorfall.

von Maurice Weber, Martin Dietrich,
16.10.2017 16:50 Uhr

Ein Ex-Mitarbeiter von Naughty Dog soll 2015 von einem Entwickler sexuell belästigt worden sein. Ein Ex-Mitarbeiter von Naughty Dog soll 2015 von einem Entwickler sexuell belästigt worden sein.

Der frühere Naughty-Dog-Mitarbeiter David Ballard soll während seiner Zeit beim Uncharted-Entwickler sexuell belästigt worden sein. Auf Twitter berichtet er von einem angeblich höchst giftigen Arbeitsumfeld nach der Belästigung durch ein führendes Teammitglied. Der Vorfall habe sich 2015 ereignet.

Als er die Personalabteilung von Sony Playstation darüber informierte, beendete die sofort den Anruf und feuerte ihn schon am nächsten Tag, so Ballard. Die Begründung: Das Studio verändere seine Ausrichtung und Ballards Arbeit sei nicht mehr vonnöten. Anschließend habe man ihm 20.000 US-Dollar angeboten, wenn er nichts über seine Zeit bei Naughty Dog erzählen würde. Er lehnte ab und ist seit 17 Monaten arbeitslos.

Naughty Dog hat keine Beweise gefunden

Einen Tag nachdem die Vorwürfe publik wurden, veröffentlichte Naughty Dog ein knappes Statement auf der offiziellen Website und wies darin jede Schuld von sich:

"Wir haben jüngst gelesen, dass ein Ex-Mitarbeiter von Naughty Dog, Dave Ballard, behauptet, während seiner Zeit bei Naughty Dog sexuell belästigt worden zu sein. Wir haben keinerlei Beweise gefunden, je Anschuldigungen von Herrn Ballard erhalten zu haben, dass er in irgendeiner Form bei Naughty Dog oder Sony Interactive Entertainment belästigt wurde. Belästigungen und unangemessenes Verhalten haben bei Naughty Dog und Sony Interactive Entertainment keinen Platz. Wir haben und werden immer Berichte über sexuelle Belästigung und andere Missstände am Arbeitsplatz sehr ernst nehmen. Wir schätzen jede einzelne Person, die bei Naughty Dog und Sony Interactive Entertainment arbeitet. Es ist uns äußerst wichtig, ein sicheres und produktives Arbeitsplatz-Umfeld zu erhalten, in dem wir alle unsere gemeinsame Leidenschaft für die Spiele-Entwicklung ausleben können."

Es fällt auf, dass Naughty Dog nicht explizit abstreitet, dass Ballard sexuell belästigt wurde - der Entwickler hält nur fest, dass es keine Beweise gibt, dass er die Vorwürfe von Ballard je erhalten hat. Diese richtete Ballard allerdings nach eigenen Angaben auch gar nicht an Naughty Dog direkt, sondern direkt an Sony. Der Kern der Vorwürfe wir also mit dieser Aussage von Naughty Dog weder bestätigt noch entkräftet.

Weinstein-Skandal ermutigte Ballard

Es waren die jüngst öffentlich gewordenen Missbrauchsvorwürfe gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein, die ihn ermutigten, wie Weinsteins Anklägerinnen über seine Erfahrungen zu sprechen, erklärt Ballard in einem weiteren Tweet. Weinstein, der Gründer der Filmproduktionsfirma Miramax, soll nach einem Bericht der New York Times mehrere Frauen sexuell belästigt und genötigt haben. Prominente Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow erhoben nach dem Artikel ebenfalls Vorwürfe gegen Weinstein.

David Ballard will trotz allem weiter in der Videospielbranche arbeiten. Der Designer war bei Naughty Dog jahrelang Environment Artist und arbeite an Titeln wie Uncharted 2, Uncharted 3, The Last of Us und Uncharted 4.

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