Erst vor wenigen Tagen gelang Netflix mit der Übernahme von Warner Bros. und HBO ein Jahrhundert-Deal. Für satte 82,7 Milliarden Dollar sicherte sich der Streaming-Dienst die Rechte an riesigen Franchises wie Harry Potter, Game of Thrones oder DC.
Der Deal gilt eigentlich als beschlossene Sache, doch Paramount gibt nicht auf. Mit einer überzeugenden Strategie und einem noch größeren Batzen Geld will man Netflix auf der Zielgeraden noch ausstechen.
Fast 26 Milliarden Dollar mehr
Netflix verschickt bereits fleißig E-Mails an seine Kunden und informiert sie über den aktuellen Stand des Deals. Es klingt, als wäre alles in trockenen Tüchern, aber Paramount geht jetzt dazwischen (via Deadline).
Der CEO von Paramount, David Ellison, möchte sich mit dem Angebot dabei direkt an die Aktionäre wenden. Das soll ihnen die Möglichkeit bieten, »in ihrem eigenen Interesse zu handeln und den Wert der Aktien zu maximieren.«
Das Barangebot zum Erwerb der ausstehenden Aktien von Warner Bros. Discovery beläuft sich auf 30 Dollar pro Aktie, was einem Unternehmenswert von 108,4 Milliarden US-Dollar entspricht. Genau sagt Ellison dazu:
Die Aktionäre von WBD verdienen die Möglichkeit, unser überlegenes Barangebot für ihre Anteile am gesamten Unternehmen zu prüfen. Unser öffentliches Angebot, das denselben Bedingungen entspricht, die wir dem Vorstand von Warner Bros. Discovery privat unterbreitet haben, bietet einen höheren Wert und einen sichereren und schnelleren Weg zum Abschluss.
Wir sind der Ansicht, dass der Vorstand [mit dem Deal mit Netflix] von WBD einen minderwertigen Vorschlag verfolgt, der die Aktionäre einer Mischung aus Bargeld und Aktien, einem ungewissen zukünftigen Handelswert des linearen Kabelgeschäfts von Global Networks und einem schwierigen behördlichen Genehmigungsverfahren aussetzt.
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Paramounts Chancen stehen nicht schlecht
Tatsächlich könnte das Angebot von Paramount das Blatt doch noch wenden. Denn immerhin muss der Deal zwischen Netflix und Warner Bros. Discovery noch vom US-amerikanischen Bundeskartellamt abgesegnet werden.
Daran kann der Deal auch ohne das Zutun von Paramount schon scheitern. Allein das kombinierte Streaming-Angebot von Netflix und HBO Max könnte Marktanteile erreichen, die als monopolistisch eingestuft werden. Also dass Netflix eine so vorherrschende Position auf dem Streaming-Markt einnimmt, dass er davon unangemessen eingeschränkt wird (via New York Post).
Die Abwicklung mit Paramount wäre da viel einfacher, weil der hauseigene Streaming-Dienst mit 79,1 Millionen Abonnenten (Stand September 2025) viel kleiner ist (via Variety), als Netflix mit mehr als 300 Millionen Kunden weltweit (via Statista).
Was Paramount außerdem zu bieten hat: Das Angebot soll »Hollywood stärker machen« und »liegt im besten Interesse der Kreativbranche, der Verbraucher und der Kinoindustrie.« Demnach verspricht Paramount eine größere Anzahl an Filmen in den Kinos, was ein Vorteil gegenüber Netflix ist. Der Streaming-Dienst bringt selten Projekte auf die große Leinwand und falls doch meistens nur für wenige Wochen.
Allerdings stehen Paramount und besonders Ellison wegen ihrer engen Zusammenarbeit mit US-Präsident Donald Trump in der Kritik.
In trockenen Tüchern ist hier also noch nichts, und es bleibt weiterhin spannend. Ebenfalls mit im Rennen war übrigens der Kabelnetzbetreiber Comcast, der in den USA als wichtiger Anbieter für Internet, TV und Telefon bekannt ist. Im Jahre 2018 übernahm die Comcast Corporation den europäischen Medienkonzern Sky Group, also auch Sky Deutschland. Zuletzt hat RTL Group jedoch angekündigt, den deutschen Medienkonzern von Comcast zu kaufen.
Ihr merkt: In der Medienwelt passiert gerade so einiges im Hintergrund.
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