Um Geld zu sparen, habe ich zum günstigsten Netflix-Abo mit schlechter 480p-Auflösung gewechselt - eine gute Idee?

Das Streaming-Angebot von Netflix wird stetig teurer. Eine Möglichkeit, um wieder deutlich günstiger zu schauen: Zum Basis-Abo wechseln! Aber ist das wirklich eine gute Idee? Wir haben es getestet.

Zum Deutschland-Start von Netflix im Jahr 2014 hat das Abo mit Full-HD-Auflösung und zwei parallelen Streams 8,99 Euro gekostet, mittlerweile ist es mit 12,99 Euro klar teurer. Der Preis für die 4K-Version mit vier parallelen Streams hat sich sogar von 11,99 Euro auf 17,99 Euro erhöht. Aber lohnt es sich überhaupt, so viel Geld für die teureren Abo-Varianten zu bezahlen?

Als günstigere Alternative steht das Streamen in 480p-Auflösung bereit, das nach wie vor 7,99 Euro kostet. Wie stark die Bildqualität darunter leidet, habe ich mir gemeinsam mit meinem Kollegen Sören Diedrich im Selbstversuch unter verschiedenen Rahmenbedingungen angesehen.

Unserer Einschätzung nach kann es durchaus Konstellationen geben, in denen euch der Wechsel zu einem günstigeren Tarif ohne große Nachteile gutes Geld spart. Wann das der Fall ist, welche Erfahrungen wir mit dem günstigsten Tarif genau gemacht haben und wie ihr die 480p-Auflösung ohne Wechsel eures Abos einfach und schnell ausprobieren könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Die steigenden Preise dürften neben zusätzlicher Konkurrenz durch Anbieter wie Disney+ ein Grund dafür sein, dass Netflix zuletzt massiv Kunden verloren hat. Wie der Streaming-Anbieter dem entgegenwirken will, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Netflix verliert 200.000 User und kündigt drastische Maßnahmen an

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Netflix in 480p: Auf den ersten Blick keine gute Idee, aber...

Schon der erste Test mach sehr deutlich, auf welche beiden Faktoren es bei diesem Vergleich primär ankommt: Wie weit entfernt sitzt ihr von eurem Bildschirm (beziehungsweise Fernseher) und wie groß ist er? Generell gilt: Je höher der Abstand und je kleiner der Monitor, desto niedriger kann die Auflösung sein, ohne dass es störend auffällt.

Meine ersten Sehversuche in 480p machten es dem günstigsten Netflix-Abo vor diesem Hintergrund schwer. Ich habe sie wie im Bild unten zu sehen auf meinem 49-Zoll-Monitor im 32:10-Format durchgeführt, von dem ich wie bei PC-Monitoren üblich kaum einen halben Meter entfernt sitze. Keine Sorge, praxisnähere Tests folgen, als Ausgangspunkt ist dieser erste Test aber durchaus interessant.

Im ersten Test betrachte ich das Bild im direkten Vergleich aus geringem Abstand auf einem breiten PC-Monitor im Seitenverhältnis 32:10. Auf diesem Foto zum Testsetup nicht erkennbar, aber in der Praxis deutlich zu sehen: Unter solchen Bedingungen sticht der Unterschied zwischen den Auflösungen vergleichsweise klar sichtbar zu Tage. Im ersten Test betrachte ich das Bild im direkten Vergleich aus geringem Abstand auf einem breiten PC-Monitor im Seitenverhältnis 32:10. Auf diesem Foto zum Testsetup nicht erkennbar, aber in der Praxis deutlich zu sehen: Unter solchen Bedingungen sticht der Unterschied zwischen den Auflösungen vergleichsweise klar sichtbar zu Tage.

Mein Urteil in diesem Fall: Mit dem beschriebenen Testaufbau sieht das Bild in 480p zu oft zu unscharf aus. Man kann zwar durchaus auch so Spaß beim Film- und Seriengenuss haben, aber mir persönlich fällt die schlechte Auflösung unter diesen Rahmenbedingungen auf Dauer und selbst ohne direkten Vergleich zu stark auf.

...auf den zweiten Blick doch eine echte Option

Im Alltag schaue ich Netflix nie auf dem PC, daher wechsle ich für den zweiten Test ins Wohnzimmer. Die Rahmenbedingungen sehen nun ganz anders aus: Hier sitze ich etwa vier Meter von einem Full-HD-Fernseher mit 46 Zoll weg, den ich trotz seines Alters immer noch schätze. Mehr dazu erfahrt ihr im Artikel Was mein zwölf Jahre alter Fernseher fast jedem Gaming-Monitor voraus hat.

Auch in diesem Fall gilt, dass die Unterschiede bei genauem Hinsehen klar erkennbar sind, wie auch der Vergleich unten zeigt. Full HD liefert wenig überraschend das schärfere und bessere Bild. Sitze ich aber weiter weg vom TV auf der Couch, nehme ich das so gut wie gar nicht mehr wahr.

1080p-Qualität 480p-Qualität 1080p-Qualität 480p-Qualität

Ich muss dazu sagen, dass ich sehr empfindlich bin, was eine niedrige Auflösung und ein unscharfes Bild angeht. Eigentlich kann ich es kaum scharf genug haben, aber bei fast vier Metern Distanz bleibt vom Unterschied zwischen 1080p und 480p auf meinem 46-Zoll-Fernseher trotzdem kaum noch etwas übrig.

Ich weiß, was ihr jetzt sagen wollt: Heutzutage hat doch jeder einen 4K-Fernseher und unter 55 Zoll macht es keiner mehr!. Daher habe ich auch den Kollegen Sören Diedrich mit 65-Zoll-4K-TV und Premium-Abo für 17,99 Euro gebeten, Netflix in 480p auszuprobieren. Wie fällt sein Urteil aus?

Beliebter 4K-Fernseher mit Ambilight

Nicht jeder wird mit dem günstigsten Netflix-Tarif glücklich

Bei Sören herrschen nicht nur durch den viel größeren Fernseher mit 4K-Auflösung andere Rahmenbedingungen, sondern auch durch den im Vergleich zu meinem Setup klar geringeren Sitzabstand von 2,8 Metern (statt etwa vier Metern).

Erwartungsgemäß nimmt er deshalb im Gegensatz zu mir größere Unterschiede wahr, sein Fazit lautet dementsprechend: Es ist nicht 'unschaubar'. Bevor ich ganz auf Filme und Serien verzichten müsste, würde ich diese Bildqualität auf jeden Fall aushalten. Aber freiwillig? Sicherlich nicht..

Bei der Zwischenstufe Full HD, die im Standard-Abo für 12,99 Euro zum Zuge kommt, sind die Unterschiede deutlich weniger stark sichtbar, hier gibt es für Sören aber einen ganz anderen Haken: Dolby Vision und HDR setzen das Premium-Paket voraus. Das sind für ihn auch dank seines OLED-TVs die deutlich wichtigeren Faktoren im Vergleich zur 4K-Auflösung. Warum genau, erklärt er hier:

Wie ihr es selbst ausprobiert und warum es sich lohnen kann

Ob ihr auch mit der 480p-Auflösung aus dem günstigsten Netflix-Tarif glücklich werdet, hängt von vielen Faktoren wie der subjektiven Wahrnehmung und den genauen Bedingungen eures Setups beim Schauen ab. Ebenfalls nicht zu vergessen: Mit diesem Tarif dürft ihr Netflix nur auf einem Gerät gleichzeitig nutzen.

Falls ihr aber einen der beiden teureren Tarife nutzt und so wie ich noch nie wirklich versucht habt, stattdessen in 480p zu streamen, ist es zumindest einen Versuch wert. Möglicherweise fällt euch der Unterschied nicht oder nur in so geringem Maße auf, dass ihr zum günstigeren Tarif wechseln könnt.

So gelingt der Selbstversuch: Um die 480p-Auflösung zu testen, müsst ihr nicht gleich das Abo ändern, wie wir es für die direkte Gegenüberstellung in diesem Test getan haben. Stattdessen bietet Netflix eine gut versteckte Option, um die Auflösung manuell zu senken:

  1. Meldet euch via Browser auf netflix.com mit euren Anmeldedaten an
  2. Wählt über das Menü neben eurem Profilbild oben rechts den Punkt Konto aus
  3. Klickt im Bereich Profile und Kindersicherung ganz rechts neben Profilbild und Profilnamen auf den Pfeil nach unten
  4. Scrollt bis zur Option Wiedergabe-Einstellungen und wählt im neuen Fenster unter Datenverbrauch pro Gerät die Option Niedrig aus:

Einstellungen, die ihr in diesem Menü vornehmt, gelten unserer Erfahrung nach geräteübergreifend. Ihr solltet also spätestens nach einmaligem Aus- und Einloggen auf dem Abspielmedium eurer Wahl die veränderte Auflösung zu Gesicht bekommen.

Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr Netflix bereits in 480p getestet habt und mit welchem Sitzabstand und was für einem Gerät ihr den Streaming-Dienst nutzt. Wir sind sehr gespannt auf eure Erfahrungen und Antworten!

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