Die nächste Konsolengeneration wirft ihre Schatten voraus. Nach Jahren relativer Ruhe, abgesehen von typischen Mid-Gen-Geräten wie der PS5 Pro und der PS5 Slim, verdichten sich die Hinweise darauf, dass sowohl Sony als auch Microsoft bei der Entwicklung ihrer Nachfolgesysteme bereits weit fortgeschritten sind.
Wenn sich die aktuellen Leaks, unter anderem von KeplerL2 und Moore’s Law Is Dead, bestätigen sollten, dann dürfte das Jahr 2027 ganz im Zeichen eines neuen Duells zwischen PlayStation und Xbox stehen.
Damit würde sich auch der gewohnte Sieben-Jahres-Zyklus fortsetzen und das Kapitel der aktuellen Konsolengeneration endgültig schließen. Doch die kommenden Geräte unterscheiden sich wohl stärker denn je in ihrer Philosophie. Während Sony die klassische Konsole mit der PlayStation 6 angeblich linear weiterdenkt, soll Microsoft mit der Xbox Next (Magnus) auf eine radikale Verschmelzung von Konsole und PC abzielen.
Zwei Strategien, zwei Welten. Und womöglich auch zwei Preisklassen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Xbox Next: Der High-End-Hybrid
Die Gerüchte zur kommenden Xbox klingen wie eine Kampfansage. Nicht nur an Sony, sondern auch an den PC-Markt.
Denn laut Informationen von Moore’s Law Is Dead (via XboxDynasty) soll die Next-Konsole auf einer massiven AMD-APU (Codename: Magnus) basieren, gefertigt im 3-Nanometer-Verfahren und mit einer Chipfläche von rund 408 Quadratmillimetern. Zum Vergleich: Die APUs von Xbox Series X und PS5 lagen bei etwa 360 mm². Der Chip der Next wäre also deutlich größer.
Im Inneren der Konsole soll modernste Technik stecken: eine Zen 6-CPU gepaart mit einer RDNA 5-GPU. Beides Architekturen, die frühestens 2026 marktreif werden dürften, vielleicht sogar erst 2027.
Neu ist auch die Hybrid-Konfiguration der CPU: Sie soll aus drei vollwertigen Zen 6- und zusätzlich acht energieeffizienten Zen 6c-Kernen bestehen. Damit kombiniert Microsoft klassische High-Performance-Kerne mit sparsamen Varianten. Ein Ansatz, der stark an aktuelle Intel-Prozessoren erinnert, in seiner Ausführung (3 + 8 Kerne) allerdings etwas seltsam anmutet.
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Das Herzstück: die GPU
Die APU selbst soll im Chiplet-Design aufgebaut sein: ein großes GPU-Chiplet mit rund 264 mm² und ein kleineres CPU-Chiplet daneben. Eine Struktur, die vor allem Produktionsflexibilität bringen könnte.
Die GPU soll 70 Compute Units bieten, davon 68 aktiv, und somit 4.352 Shader-Kerne umfassen. Eine im CPU-Chiplet integrierte XDNA 3-NPU soll zusätzlich bis zu 110 TOPS leisten - im Energiesparmodus immerhin noch 46 TOPS. Diese KI-Einheit dürfte eine Schlüsselrolle spielen, etwa bei DirectML, prozeduralen Inhalten oder KI-gestütztem Raytracing.
Allerdings ist die Kehrseite absehbar: Die TDP soll zwischen 250 und 350 Watt liegen – ein sehr hoher Wert für eine Konsole. Das hätte direkte Auswirkungen auf Kühlung, Stromverbrauch und Produktionskosten.
Der Arbeitsspeicher soll 32 bis 48 GB GDDR7-VRAM umfassen. Ziel ist laut den Leaks ein System, das 4K-Gaming mit bis zu 144 FPS ermöglicht. Allerdings wohl mit aktiviertem FSR-Upscaling (und womöglich Frame-Gen). Aber selbst ohne diese Unterstützung dürften 60 FPS bei nativer 4K-Auflösung realistisch sein.
Als PC-Konsolen-Hybrid soll die Xbox Next außerdem eine Windows-Version beinhalten und direkten Zugang zu Steam bieten. Ein Novum für Konsolenhardware.
Der kolportierte Preisrahmen liegt zwischen 800 und 1.200 US-Dollar (vermutlich 800 bis 1.200 Euro), was sie klar im oberen Premiumsegment positionieren würde.
Wie realistisch ist das?
Die Spezifikationen wirken plausibel, insbesondere vor dem Hintergrund von Microsofts zunehmender Nähe zum PC. Ob die Leistung allerdings tatsächlich mit High-End-Gaming-Rechnern konkurrieren kann, ist durchaus fraglich und bleibt abzuwarten.
Sollte die Xbox Next tatsächlich Ende 2027 erscheinen – vielleicht im November, wie schon ihre Vorgänger –, dann dürfte sie sich leistungsmäßig irgendwo im Bereich einer RTX 5080 bewegen. Mit Blick auf Raytracing könnte sogar die RTX 5090 anvisiert werden.
Im Vergleich zu der zu diesem Zeitpunkt erwarteten RTX 60-Karten könnte sie damit im oberen Leistungsdrittel landen, vielleicht auf dem Niveau einer RTX 6070 oder RTX 6070 Ti. Eine immer noch bemerkenswerte, aber kostspielige Position.
PlayStation 6: Bewährtes Konzept, neue Variante
Sony bleibt laut den bisherigen Berichten der eigenen Linie treu, verfeinert das Konzept aber gezielt. Die PlayStation 6 soll ebenfalls auf Zen 6- und RDNA 5-Technologie basieren, jedoch mit einem deutlich kleineren APU-Chiplet von rund 280 mm².
Das deutet auf eine konventionellere Architektur hin: vermutlich zwei Performance- und acht Effizienz-Kerne sowie 48 Compute Units (3.072 Shader-Kerne). Also weniger rohe Grafikleistung als bei der Xbox Next, aber wahrscheinlich auch deutlich effizienter.
Der Verzicht auf eine dedizierte NPU spricht dafür, dass Sony bewusst Chipfläche und damit Kosten sparen wollte. Als Arbeitsspeicher sollen 32 GB GDDR7 vorgesehen sein.
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Zudem heißt es, Sony plane zwei Varianten:
- ein Basismodell zwischen 600 und 700 Euro,
- sowie eine Premium-Version mit höherem Takt und erweitertem Speicher für etwa 800 Euro.
Parallel dazu soll Sony an einem tragbaren PS6-Ableger arbeiten, Codename Canis
. Das Gerät soll ebenfalls auf Zen 6 und RDNA 5 basieren, aber nur rund 60 Prozent der PS5-Leistung bieten und zwischen 300 und 400 Euro kosten.
Mit FSR und Docking-Funktion könnte es jedoch ein echtes Bindeglied zwischen Wohnzimmer und Mobilität darstellen, und Sonys Wiedereinstieg in das gerade auflebende Handheld-Segment markieren.
Wie realistisch ist das?
Die genannten Spezifikationen erscheinen realistisch. Eine nativ zwei- bis dreifache Performance (Rasterleistung) gegenüber der PS5 ist auf Basis der erwarteten Rechenleistung von 35 bis 40 TFLOPS wohl durchaus erreichbar.
Auch die Gerüchte um zwei Modellvarianten wirken glaubwürdig, zumal Microsoft mit Series X und S bereits vorgemacht hat, wie sich unterschiedliche Zielgruppen über Preisstaffelung ansprechen lassen.
Entwicklungsstand und Zeitplan
Laut den neuesten Leaks soll Sonys Tape-Out-Phase (Design-Phase) bereits abgeschlossen sein und der Produktionsstart Mitte 2027 erfolgen. Microsoft testet derweil angeblich schon Next-Prototypen in Partner-Labs. Wobei es sich in beiden Fällen um sehr frühe Prototypen der APUs handeln dürfte, die noch viele Optimierungsschritte vor sich haben.
Ein gemeinsamer Launch im Herbst 2027, wahrscheinlich im November, gilt daher als äußerst wahrscheinlich, und würde exakt den bekannten Sieben-Jahres-Rhythmus fortsetzen.
Fazit: Zwei Philosophien, ein Ziel
Das Jahr 2027 könnte zum Wendepunkt der Konsolengeschichte werden. Microsoft verfolgt mit der Xbox Next den Weg maximaler Leistung, offener Strukturen und KI-gestützter Zukunftstechnologien. Eine Konsole, die vielleicht gar keine mehr im klassischen Sinn ist.
Sony bleibt dagegen seinem Erbe treu: Die PlayStation 6 setzt auf Effizienz, Verlässlichkeit und Erreichbarkeit. Ergänzt durch die Option eines mobilen Ablegers, der die Grenzen zwischen Wohnzimmer und Handheld auflöst.
Zwei Philosophien, ein Ziel: weg von starren Plattformen, hin zu einem fließenden, vernetzten Erlebnis.

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