Fortnite ist eines der erfolgreichsten Videospiele aller Zeiten. Obwohl sechs der mittlerweile sieben Spielmodi grundsätzlich kostenfrei spielbar sind, nimmt Entwickler Epic mit seinem Shooter dank des Ingame-Shops jedes Jahr Milliarden ein - und die will das Studio natürlich ungern mit anderen teilen.
Ende 2020 legte sich Epic deshalb mit dem Tech-Giganten Google an. Denn Google verlangte für Ingame-Käufe, die in der Android-Version von Fortnite und anderen Apps im Android-Store getätigt wurden, eine Provision von 15 bis 30 Prozent. Im Falle von Fortnite dürfte es hier angesichts der hohen Popularität des Spiels um Millionenbeträge gehandelt haben, die Epic durch die Lappen gingen.
Also baute Epic in der Mobile-Version von Fortnite ein eigenes Bezahlsystem ein, das die Zahlung über den Android-Store umgeht und das Geld stattdessen vollständig an Epic leitet. Als Google Fortnite daraufhin wegen eines Verstoßes gegen die Geschäftsbedingungen aus dem Android-Store verbannte, zog Epic gegen Google vor Gericht. Der Vorwurf: Google habe ein illegales Monopol aufgebaut.
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In Fortnite gibt es jetzt offizielle D&D-Inseln - ihr könnt sogar ein Fantasy-Abenteuer dort erleben
Mehr als fünf Jahre später wurde der Rechtsstreit nun mit einer Einigung zwischen den beiden Firmen beigelegt. »Verloren« hat Google, denn der Suchmaschinen-Gigant muss seine Provisionen im Android-Store deutlich zurückfahren und künftig auch zulassen, dass App-Entwickler eigene Bezahlsysteme einbinden. Der Deal verändert die Rahmenbedingungen für Entwickler auf Android grundlegend.
Das ändert sich jetzt konkret
Im Zuge der Einigung senkt Google die umstrittenen Provisionen auf Play-Store-Käufe massiv. Statt der bisherigen 15 bis 30 Prozent verlangt der Store-Betreiber künftig nur noch 9 bis 20 Prozent für Ingame-Käufe. Entwickler dürfen zudem ab sofort eigene Bezahlsysteme direkt in ihre Apps einbauen oder Nutzer für den Kauf auf externe Webseiten weiterleiten.
Nutzen Studios weiterhin Googles eigenes Abrechnungssystem (Google Play Billing), schrumpft die reine Transaktionsgebühr sogar auf fünf Prozent. Zudem öffnet Google das Android-System deutlich für die Konkurrenz. Nutzer können alternative Stores wie den von Epic bald viel leichter installieren. Das bisherige, oft umständliche Sideloading-Verfahren von .apk-Dateien vereinfacht der Tech-Riese spürbar.
Für Spieler bringt der Deal noch eine erfreuliche Nachricht: Denn Fortnite kehrt damit bald offiziell in den Google Play Store zurück. Google plant, die im Deal mit Epic festgezurrten Änderungen zwischen Juni 2026 und September 2027 weltweit umzusetzen.
Maulkorb für den Epic-Chef
Teil des Deals ist laut dem US-Magazin The Verge allerdings auch ein Maulkorb für Epic-Chef Tim Sweeney:
Er und seine Firma treten laut den Vertragsunterlagen bis ins Jahr 2032 das Recht ab, Google im Hinblick auf seine Geschäftspraktiken öffentlich zu kritisieren. Der Epic-Chef ist in der Branche eigentlich für seine provokanten Meinungsäußerungen in den sozialen Medien berühmt-berüchtigt. Google zu loben, ist allerdings ausdrücklich erlaubt.
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