Mit dem Phone (3a) Pro verpasst Hersteller Nothing seiner Mittelklasse ein Update. Im Vergleich zum Vorgänger gibt es einige Neuerungen und auch der Name des Smartphones ändert sich.
Im vergangenen Jahr setzte Nothing noch auf das »Plus« beim etwas besser ausgestatteten Phone (2a), in diesem Jahr trägt das Modell den Zusatz »Pro«. Verwunderlich ist das nicht, denn das Plus steht bei den meisten Herstellern für ein größeres Modell – in der Regel mit gleicher Ausstattung.
Aber genug der Theorie. Ich konnte das Nothing Phone (3a) Pro bereits vor der Veröffentlichung einige Zeit im Alltag testen und teile euch nachfolgend meine Erfahrungen mit.
Transparenzhinweis: Nothing hat mir das Phone (3a) Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Inhaltsverzeichnis
So habe ich getestet
Ich habe das Nothing Phone (3a) Pro einige Tage im Alltag genutzt und dabei versucht, so viel wie möglich an diesem Gerät zu machen. Ganz ersetzen kann ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich zudem verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere. Alle anderen Aufgaben habe ich aber mit dem Nothing Phone erledigt.
Spezifikationen
| Technische Daten | |
| Display | AMOLED, 120 Hertz, 1.300 Nits Spitzenhelligkeit im Freien, 3.000 lokale Spitzenhelligkeit, 1.080 x 2.412 Pixel, 387 ppi, 6,77 Zoll |
| Abmessungen | 163,5 x 77,5 x 8,39 mm Milimeter |
| Gewicht | 211 Gramm |
| OS-Version | Android 15 |
| Geplante Updates | 6 Jahre Sicherheits-Updates, 3 OS-Updates |
| Kamera | Hauptkamera (Weitwinkel) mit 50 Megapixel, Blende f/1.88 und optischer Bildstabilisierung. Ultraweitwinkel mit 8 Megapixeln und Blende f/2.2. Telezoom mit 50 Megapixeln, Blende f/2.55 und optischer Bildstabilisierung. 3-fach optischer Zoom und 6-facher Sensor-Zoom. Frontkamera mit 50 Megapixeln und Blende f/2.2 |
| Prozessor / GPU | Qualcomm Snapdragon 7s Gen 3, Adreno 720 |
| RAM / Speicher | 256 GB+12GB RAM |
| Akku | 5.000 mAh |
| Display-Entsperrmethode | Fingerabrucksensor, Gesicht, PIN |
| Anschluss | USB-C |
| IP-Zertifizierung | IP64 |
| Konnektivität | WiFi 6, Bluetooth 5.4, NFC, 5G, GPS + 4 weitere Satellitenortungssysteme |
| Farben | Grau, Schwarz |
| Preis (UVP) | 459 Euro |
Preis und Verfügbarkeit
Das Nothing Phone (3a) Pro kann ab dem 11. März beim Hersteller vorbestellt werden. Ab dem 25. März erfolgt der offene Verkauf bei diversen Händlern und Mobilfunkanbietern.
In Deutschland wird das Smartphone ausschließlich mit zwölf Gigabyte Arbeits- sowie 256 Gigabyte Gerätespeicher angeboten. Der Preis liegt bei 459 Euro.
Lieferumfang
Der Lieferumfang des Nothing-Handys gleicht dem der meisten anderen Smartphones. Der Hersteller legt ein ein Meter langes USB-C-auf-USB-C-Ladekabel bei, ein SIM-Eject-Tool sowie ein kleines Heft mit Sicherheits- und Garantiebestimmungen.
Ein Netzteil hingegen gibt es nicht. Solltet ihr eines benötigen, so kauft am besten eines mit mindestens 50 Watt, sodass ihr das Gerät auch per Schnellladung aufladen könnt. Entsprechende Geräte gibt es für rund 30 Euro bei Amazon und Co.
Eine Schutzfolie hat der Hersteller ab Werk bereits aufgebracht. Es handelt sich allerdings um eine sehr dünne Folie.
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Smartphones 2025: Werden sie die Kamera und Konsole wirklich ersetzen?
Für den Anfang ist das löblich, allerdings würde ich zu einer hochwertigen Panzerglasfolie raten, da diese deutlich unempfindlicher gegenüber Kratzern sowie Stößen ist und das Gerät insgesamt besser schützt.
Eine Schutzhülle liegt wiederum nicht im Lieferumfang bei. Hier bietet sich aufgrund des weiterhin außergewöhnlichen Designs eine transparente an. Raten würde ich dazu, falls das Smartphone euch doch einmal aus der Hand rutscht und herunterfällt.
Design und Verarbeitung
Designtechnisch ist das Nothing Phone (3a) Pro ein echtes Highlight. Mir gefällt, dass der Hersteller seiner Linie treu bleibt und etwas frischen Wind in den sonst eher konservativen Handymarkt bringt.
Die generelle Optik bleibt also mehr oder weniger gleich inklusive des bekannten Glyph-Interfaces, allerdings hat Nothing das neue Modell etwas aufgefrischt. Das Design der Rückseite wurde verändert.
Offenbar erinnerte es beim Vorgänger einige utzer an das Verdauungssystem des Menschen. Ob man sich deshalb für die Änderung entschieden hat, ist allerdings nicht bekannt.
Daneben ist die Kamerainsel nun deutlich größer als beim Phone (2a) Plus. Sie ähnelt entfernt der des Honor Magic7 Pro, denn auch Nothing bringt das Kamerasystem in einer großen, kreisförmigen Ausbuchtung unter.
Allerdings hat Honor es designtechnisch besser gelöst, bei Nothing wirkt die Kamerainsel wie aufgeklebt.
Ein Upgrade gibt es hier auch beim Material: Während beim Phone (2a) Plus Polycarbonat, also Kunststoff, zum Einsatz kam, besteht die Rückseite des Phone (3a) Pro jetzt aus Glas.
Beim Gehäuserahmen kommt hingegen Kunststoff zum Einsatz, das 6,77 Zoll große Display wird wie beim Vorgänger durch »Panda Glass« geschützt – ein Pendant zum bekannten Corning Gorilla Glass.
Mit fast 6,8 Zoll ist das Nothing Phone (3a) Pro nichts für kleine Hände. Selbst bei größeren Greifwerkzeugen ist die Einhandbedienung kaum möglich. Aufgrund des kantigen Designs ist es auch weit entfernt von einem Handschmeichler. So richtig angenehm liegt es nicht in der Hand.
An der Verarbeitungsqualität gibt es wenig zu bemängeln. Es gibt weder Spaltmaße noch scharfe Kanten. Lediglich die physischen Knöpfe sitzen nicht ganz stramm im Gehäuse und »klackern« etwas beim Dagegentippen. Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau.
Dafür ist das Nothing Phone (3a) Pro etwas robuster als sein Vorgänger. Hier hat der Hersteller die IP-Zertifizierung von IP54 auf IP64 hochgeschraubt.
Damit ist das Handy geschützt gegen Staub und Sprühwasser aus einem beliebigen Winkel. Ein vollständiger Wasserschutz gegen Untertauchen fehlt jedoch weiterhin. Das ist etwas schade, denn selbst das günstige Samsung A25 bietet eine IP68-Zertifizierung.
Werfen wir noch einen Blick auf die Knöpfe und Anschlüsse an:
- An der rechten Rahmenseite sitzt der Ein- und Ausschalter, der zudem Zugriff auf Google Gemini ermöglicht. Daneben gibt es eine gesonderte Seitentaste, die euch zur KI-Zentrale »Essential Space« führt. Das ist gewöhnungsbedürftig. Ich komme oft darauf, wenn ich den Bildschirm ein- oder ausschalten möchte.
- Die linke Geräteseite beherbergt die Lautstärketasten, die einzeln und nicht als Wippe ins Gehäuse eingelassen sind.
- An der Unterseite befinden sich das Hauptmikrofon, ein Lautsprecher sowie USB-C-Buchse und das SIM-Kartenfach mit Platz für zwei Karten.
- Auf der Oberseite des Rahmens gibt es ein zweites Mikrofon zur Geräuschunterdrückung bei Telefonaten. Der zweite Lautsprecher sitzt etwas darunter zwischen Display und Rahmen.
Prozessor und Speicher
Beim Prozessor setzt Nothing auf den Qualcomm Snapdragon 7s Gen 3 mit der Grafikeinheit Adreno 720, ein Mittelklasse-Chip von Ende 2023.
Im Gegensatz zum Mediatek Dimensity 7350 Pro, der im Nothing Phone (2a) Plus werkelte, ist der aktuelle Chipsatz einerseits schneller, andererseits arbeitet er energieeffizienter.
Die Achtkern-CPU mit einer maximalen Taktrate von 2,63 Gigahertz ist jedoch bei Weitem nicht so leistungsfähig wie der aktuelle Spitzen-Chipsatz Snapdragon Elite, der unter anderem im Samsung Galaxy S25 zum Einsatz kommt.
So teste ich die Performance
Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.
Merkt man den Leistungsunterschied im Alltag? Ja, in erster Linie bei Mobile Games. Bei anspruchsvollen Titeln wie »Genshin Impact« fallen die Ladezeiten deutlich länger aus, bis man mit dem Spielen anfangen kann.
Zudem sieht Genshin Impact grafisch auch nicht so gut aus wie auf aktuellen Premiumgeräten. Hier wird die Grafikstufe sichtbar heruntergeregelt, damit der Titel ruckelfrei läuft.
Genshin Impact regelt die Grafik beim Nothing (3a) Pro merklich herunter. Man sieht den Unterschied zum Galaxy S25 unter anderem beim Schatten des Spielcharakters. (GameStar Tech)
Bei »Real Racing 3« ist die Ladezeit etwas länger, grafisch sieht das Spiel im direkten Vergleich mit dem Galaxy S25 aber nahezu identisch aus.
Die Benchmarks von Geekbench 6 und AnTuTu zeigen die deutlichen Unterschiede zur Premium-Klasse. Bei der CPU-Leistung erreicht das Phone (3a) im Single-Core 1.167 und im Multi-Core 3.273 Punkte.
Damit liegt es über dem HMD Fusion, aber erreicht nur ein Drittel der Punkte von Honor Magic7 Pro, Galaxy S25 oder auch Nubia Z70 Ultra.
Andere Apps wie Browser, Soziale Medien oder Navigation öffnen sich dennoch zügig und arbeiten flüssig. Dank des 120-Hertz-Displays wirken Bewegungen beim Scrollen, Spielen und Co. ebenfalls sehr weich.
Multitasking oder speicherhungrige Software sind für das Nothing Phone (3a) Pro kein Problem. Mit zwölf Gigabyte steht ausreichend viel Arbeitsspeicher (RAM) zur Verfügung.
Im Alltag fällt der Unterschied zwischen Highend- und Mittelklasse kaum auf – nur bei einigen Mobile Games und Apps gibt es gelegentlich längere Ladezeiten. Abseits von rechenintensiven Tätigkeiten wie etwa Videoschnitt ist Leistung aus meiner Sicht völlig ausreichend.
Noch ein wichtiger Hinweis: Eine Speichererweiterung ist beim Nothing Phone (3a) Pro nicht möglich. Das Gerät wird ausschließlich mit einer Kapazität von 256 Gigabyte angeboten.
Display
Das AMOLED-Display ist im Vergleich mit dem Nothing Phone (2a) Plus etwas gewachsen, von 6,7 auf 6,77 Zoll. Es bietet mit 120 Hertz die gleiche maximale Bildwiederholrate, allerdings hat der Hersteller bei der Helligkeit nachgearbeitet. Sie liegt nun noch etwas höher.
Der neue Bildschirm erreicht eine maximale Helligkeit von 800 Nits und 1.300 Nits bei direkter Sonneneinstrahlung sowie eine Spitzenhelligkeit von 3.000 Nits bei der Wiedergabe von HDR-Videos.
Im direkten Vergleich mit dem iPhone 16 (2.000 Nits Spitzenhelligkeit) und Galaxy S25 (2.600 Nits Spitzenhelligkeit) ist das Display des Nothing Phone (3a) Pro auf höchster Stufe etwas heller.
Vermutlich regeln iPhone und S25 hier die manuelle Maximalhelligkeit im Innenraum aufgrund der Energieeffizienz etwas weiter herunter und geben den Maximalwert nur bei Sonnenschein aus.
So oder so: Die Helligkeit ist wirklich hoch und das Display kann auch bei Sonnenschein problemlos abgelesen werden. Hier macht Nothing alles richtig.
Die Auflösung ist mit 1.080 x 2.392 Pixel und einer Pixeldichte von 387 PPI ebenfalls ordentlich. Top-Geräte bieten zwar nochmals mehr, aber auch beim Nothing Phone (3a) sehe ich mit bloßem Auge keine Pixeltreppen. Alles sieht schön scharf aus.
Farben, Kontraste und Co. liegen ebenfalls auf hohem Niveau – insgesamt ein hervorragendes Display.
Drei weitere Fakten zum Bildschirm:
- Die Bildschirmränder sind dünn, sie sind vergleichbar mit dem iPhone 16, allerdings etwas dicker als beispielsweise beim Galaxy S25.
- Die Frontkamera sitzt in einem Punch-Hole. Die Aussparung wirkt bei rund vier Millimetern trotz des geringeren Unterschieds deutlich auffälliger als beim Galaxy S25 (drei Millimeter).
- Der Fingerabdrucksensor unter dem Display arbeitet zuverlässig, auch wenn die Finger etwas feucht sind.
Akkulaufzeit
Im Gehäuse des Nothing Phone (3a) ist genug Platz für einen großen Akku. Dieser weist daher auch eine ordentliche Kapazität von 5.000 Milliamperestunden auf.
Das allein reicht für eine gute Akkulaufzeit nicht aus, zudem muss auch die gesamte Geräteabstimmung, vor allem aber die Software stimmen.
So teste ich die Akkulaufzeit
Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.
Und das tut sie, denn im Benchmark von PCMark erreicht das Smartphone eine Laufzeit von 18 Stunden und 55 Minuten.
Damit liegt das Handy mit dem S25 quasi gleichauf. Eine längere Laufzeit erreichen in meinen Tests nur das S25 Ultra, das Xiaomi 15 Pro und das HMD Fusion.
Das Ergebnis ist jedoch gut, denn damit ordnet sich das Nothing Phone (3a) Pro im Vergleich mit aktuellen Smartphones im oberen Bereich ein.
Obligatorischer Hinweis zur Akkulaufzeit: Sie hängt extrem von eurer Handynutzung ab. Wenn ihr doomscrollt und das Display auf maximaler Helligkeit eingestellt habt, dann fällt die Laufzeit geringer aus. Bei »normaler« Alltagsnutzung sollte das Nothing Phone (3a) Pro aber bis zu zwei Tage durchhalten.
Geladen wird es mit bis zu 50 Watt. Damit ist der Akku in rund 20 Minuten wieder halb voll und in etwa einer Stunde vollständig aufgeladen.
Auf Wireless Charging müsst ihr hingegen weiterhin verzichten. Immerhin gibt es aber Reverse Charging über die USB-C-Schnittstelle. Ihr könnt bei Bedarf also andere Geräte wie Kopfhörer mit dem Handy aufladen und es so als Powerbank verwenden.
Kamera
Im Vergleich zum Phone (2a) Plus hat Nothing dem Nachfolger ein Kamera-Upgrade verpasst. Das Phone (3a) Pro kommt nun mit drei Optiken.
Zum Weitwinkel und Ultraweitwinkel ist noch eine Teleoptik mit dreifach optischem Zoom und optischer Bildstabilisierung hinzugekommen. Dank der hohen Auflösung soll die Kamera zudem einen sechsfachen Zoom ohne Qualitätsverlust ermöglichen.
Ein Auflösung-Downgrade gibt es beim Ultraweitwinkel. Hier bot das Phone (2a) Plus noch 50 Megapixel, der Nachfolger löst mit maximal acht Megapixeln auf. Ein Nachteil ist dies, wenn ihr die Aufnahmen des Ultraweitwinkels stark vergrößern möchtet.
Das Kamera-Setup im Überblick:
- Hauptkamera (Weitwinkel) mit 50 Megapixel, Blende f/1.88 und optischer Bildstabilisierung.
- Ultraweitwinkel mit 8 Megapixeln und Blende f/2.2.
- Telezoom mit 50 Megapixeln, Blende f/2.55 und optischer Bildstabilisierung. 3-fach optischer Zoom und 6-facher Sensor-Zoom.
- Frontkamera mit 50 Megapixeln und Blende f/2.2
Wie schlägt sich das Kamerasetup im Alltag?
Stellenweise finden sich kleine Schwächen des Vorgängers wieder. Je nach Motiv braucht der Auslöser teilweise einige Sekunden, bis das Foto im Kasten ist.
Zudem neigen Ultraweitwinkel und Weitwinkel (Hauptkamera) zur Übersättigung. Die Aufnahmen wirken sehr knallig und weniger natürlich als die Fotos der Teleoptik.
In der nachfolgenden Galerie mit Beispielaufnahmen kann man den Unterschied gut sehen, unter anderem beim sehr knalligen, blauen Himmel.
Die neue Teleoptik macht einen guten Job, allerdings gefällt mir persönlich der In-Sensor-Zoom nicht so gut. Laut Nothing soll der sechsfache Zoom ohne Qualitätsverlust arbeiten. Ich finde aber, dass die Schärfe in Aufnahmen stellenweise leidet.
Abendliche Aufnahmen bewältigt das Nothing Phone (3a) Pro sehr ordentlich. Hier liefert die Hauptkamera die besten Fotos, Ultraweitwinkel und Telezoom fallen etwas ab.
Die Aufnahmen sind zwar brauchbar, aber es fehlt ihnen an Schärfe und Details. Teilweise werden sie auch recht stark weichgezeichnet und neigen allgemein zu etwas Unschärfe.
Gute Selfies gelingen, wenn das Licht stimmt. Im Innenraum hat das Smartphone leichte Probleme bei der Farbwiedergabe. (Foto: GameStar Tech)
Die Frontkamera mit 50 Megapixeln liefert gute Aufnahmen, sofern das Licht stimmt. Selfies sehen bei Tageslicht richtig gut aus. Im Innenraum bei weniger Licht haben meine Beispielaufnahmen jedoch einen leichten Grünstich.
Videos kann das Phone (3a) Pro auch. Möglich sind 4K-Aufnahmen mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Zudem gibt es einen Zeitlupenmodus mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde in Full-HD.
Was mir gut gefällt, ist die Kamera-App auf dem Smartphone. Sie ist sehr übersichtlich gestaltet und intuitiv bedienbar. Die Software bietet verschiedene Modi und auf Wunsch auch einen Expertenmodus, bei dem diverse Parameter wie Belichtungszeit oder ISO-Wert manuell einstellen könnt.
Fazit zur Kamera
Im Hinblick auf den Preis von unter 500 Euro macht Nothing bei der Kamera viel richtig. Bei gutem Licht liefert die Kamera schöne Aufnahmen, die jedoch teilweise etwas zu knallig und weniger natürlich wirken.
Der neue Telezoom ist ein willkommener Bonus. Ich würde allerdings Abstand vom Sechsfach-Zoom nehmen und stattdessen mit dem regulären Dreifach-Zoom arbeiten.
Im Vergleich mit Top-Kamera-Handys wie dem Galaxy S25 Ultra oder Honor Magic7 Pro kann das Nothing Phone (3a) Pro zwar nicht mithalten. Wenn ihr das Smartphone aber vor allem für Schnappschüsse verwendet und kleine Abstriche in Kauf nehmen könnt, passen die Ergebnisse.
Lautsprecher
Handylautsprecher sind immer so eine Sache ... zuletzt haben mich die vom Honor Magic7 Pro aber durchaus begeistert. Sie lagen fast auf dem Niveau eines sehr kompakten Bluetooth-Lautsprechers.
Das kann ich vom Nothing Phone (3a) Pro nicht sagen. Die Speaker lassen sich zwar weit aufdrehen, sodass die maximale Lautstärke sehr hoch ist. Allerdings klingt es dann auch schnell etwas blechern und kratzig.
Hinzukommt, dass die beiden Lautsprecher nicht perfekt ausbalanciert sind. In meiner Wahrnehmung ist der untere Speaker etwas lauter, sodass die Bühne im Stereobetrieb nicht genau in der Mitte liegt. Eine Kleinigkeit, aber mich stört das etwas. Hier wäre ein Software-Update gut.
Ansonsten ist der Lautsprecher aus meiner Sicht zweckdienlich und gut genug für Videos, Podcasts, TikTok und Co. auf der Couch.
Konnektivität
In seiner Preisklasse ist das Phone (3a) Pro gut aufgestellt. Im Vergleich zur Oberklasse gibt es kleine Abstriche, vor allem im Hinblick auf die neuesten Standards beim WLAN – hier unterstützen andere Modelle bereits WiFi 7.
Das Smartphone bietet:
- WiFi 6
- Bluetooth 5.4
- 5G
- GPS, GLONASS, BDS, GALILEO, QZSS
- USB-C 2.0
- Dual-SIM- und eSIM-fähig
Neu ist der eSIM-Support beim Nothing Phone (3a) Pro. Somit könnt ihr bei Bedarf auch digitale SIM-Karten mit dem Smartphone nutzen.
Betriebssystem und Updates
Ausgeliefert wird das Nothing Phone (3a) Pro mit Android 15 und der herstellereigenen Oberfläche Nothing OS 3.1. Das Betriebssystem unterscheidet sich vor allem in Hinblick auf das Design von Stock-Android, ansonsten liegt Nothing OS sehr nah am Original.
Löblich: Es gibt keinerlei Bloatware. Lediglich die üblichen Google-Apps sowie einige Herstellerprogramme sowie -widgets sind vorinstalliert.
Auch das Nothing Phone (3a) Pro setzt wieder auf das bekannte Glyph-Interface auf der Rückseite. Die insgesamt drei LEDs können für verschiedenste Benachrichtigungen genutzt werden – etwa wenn ihr einen Timer eingestellt habt, eine bestimmte Person euch anruft oder aber euer Uber gleich eintrifft.
Innerhalb des Glyph-Bereichs in den Einstellungen stehen euch diverse Optionen zur Verfügung.
Beim Update-Support erntet Nothing keine Lorbeeren, stellt sich aber im Mittelfeld auf. Drei große Android-Updates wird es geben und insgesamt sechs Jahre Sicherheitspatches.
Der lange Sicherheits-Support ist löblich, ein, zwei große Android-Updates mehr wären jedoch schön gewesen.
Essential Space
Beworben wird das Phone (3a) Pro unter anderem mit dem »Essential Space«, ein eigener KI-Bereich, der über eine eigene Taste oder aber die App erreicht wird. Er soll ein Sammelpunkt für Notizen, Ideen und Co. sein.
Durch ein kurzes Betätigen der Essential Space-Taste wird ein Screenshot erstellt, zu dem sich schnell eine Notiz oder Sprachaufzeichnung hinzufügen lässt. Ein längerer Tastendruck startet eine Aufnahme.
Erfasste Inhalte werden innerhalb der Essential Space-App gespeichert. Ein schneller Zugriff erfolgt über ein doppeltes Drücken der Taste.
Aktuell ist Essential Space noch in der Entwicklungsphase. Besitzer der neuen Handys erhalten Zugang zum Early Access-Programm und können bereits Features testen, die in den kommenden Monaten folgen sollen.
Unter anderem soll es dann eine automatisierte Katalogisierung von Bildern, Audioclips und mehr geben.
Aktuell ist der Funktionsumfang von Essential Space also noch begrenzt und vor allem kontextbezogen. So könnt ihr etwa ein Foto von einem Tourplakat einer Band aufnehmen und einen Audioclip wie "Erinnere mich daran, dafür Tickets zu kaufen" anhängen.
Die Aufnahme wird dem Bild angehängt, transkribiert und außerdem zusammengefasst. Letzteres funktioniert bei mir jedoch nicht, weil ich immer die Meldung erhalte, ich hätte mein monatliches Verarbeitungslimit erreicht.
Insgesamt ist das Konzept von Essential Space durchaus spannend, Ideen und Erinnerungen übergreifend in einem gesonderten Raum zu sammeln.
Aktuell steht das Feature jedoch noch am Anfang und bietet mir persönlich (noch) keine wirklichen Vorteile im Alltag – das ist aber eine subjektive Beurteilung. Es wirkt auf mich jedenfalls ein wenig wie »Wir müssen irgendwie unbedingt KI ins Smartphone bringen«.
Was mich stört – das hatte ich anfangs bereits erwähnt – ist die zweite Seitentaste für Essential Space. Ich komme im Alltag ständig darauf, obwohl ich eigentlich den Bildschirm ein- oder ausschalten möchte. Vermutlich braucht es dafür mehr Eingewöhnungszeit.
Eine Abschalt- oder Umbelegungsoption gibt es aktuell nicht. Das wäre für mich eine wünschenswerte Option für ein kommendes Softwareupdate.
Solltet ihr euch Nothing Phone (3a) Pro kaufen?
Das Nothing Phone (3a) Pro lohnt sich für euch, wenn…
- ... ihr ein Smartphone mit tollem Display, langer Akkulaufzeit und guter Kamera sucht.
- ... ihr ein Handy mit einzigartigem Design-Konzept und coolen Gimmicks sucht.
Mögliche Alternativen zum Nothing Phone (3a) Pro
Samsung Galaxy A56: Samsung hat sein neues Mittelklasse-Handy gerade ganz frisch vorgestellt. Er kostet 529 Euro und punktet vor allem durch seinen langen Update-Support von sechs Jahren. Daneben gibt es ein 6,7 Zoll großes OLED-Display mit 120 Hertz und Full-HD+-Auflösung. Der Exynos 1580-Prozessor ist etwas schneller als der Snapdragon des Nothing-Handys. Dafür gibt es allerdings »nur« acht statt zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher.
Poco X7 Pro: Das Poco X7 Pro bietet ein etwas höher aufgelöstes OLED-Display und leicht schnelleren Prozessor. Auch der Akku bietet eine höhere Kapazität. Die Variante mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher kostet aktuell rund 350 Euro. Allerdings erhält das Smartphone »nur« vier Jahre Sicherheits-Updates.
Im Vergleich zum Vorgänger hat Nothing sinnvolle Verbesserungen vorgenommen. Das Phone (3a) Pro ist ein starkes Mittelklasse-Handy mit wertiger Verarbeitung, guter Ausstattung, langer Akkulaufzeit und einem weiterhin einzigartigem Design.
Wünschenswert wäre noch ein besserer Schutz gegen Wasser und ein etwas längerer Update-Support – zumindest ein großes Android-Update mehr wäre schön.
Die KI-Funktionen stehen aktuell noch ganz am Anfang. Hier bleibt spannend, inwiefern der Hersteller sie in den kommenden Monaten ausbaut. Bisher empfinde ich sie noch als überflüssig.
Habt ihr schon einen Blick auf das Nothing Phone (3a) Pro geworfen? Was gefällt euch an dem Smartphone besonders, was vielleicht überhaupt nicht? Teilt mir eure Meinung gerne in den Kommentaren mit.

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