Nvidia RTX 3000 Ampere: Was die GTC-Keynote über die Desktop-Modelle verrät

Im Rahmen einer Keynote hat Nvidia CEO Jensen Huang die Server-GPU A100 vorgestellt. Deren Spezifikationen lassen aber durchaus Rückschlüsse auf Spieler-Grafikkarten zu.

von Alexander Köpf,
15.05.2020 11:17 Uhr

Im Zusammenhang mit der RTX 3080 Ti wurden immer wieder 21 TFLOPS Rechenleistung vermutet - wir rechnen anhand des jetzt Bekannten nach. (Bildquelle: Nvidia) Im Zusammenhang mit der RTX 3080 Ti wurden immer wieder 21 TFLOPS Rechenleistung vermutet - wir rechnen anhand des jetzt Bekannten nach. (Bildquelle: Nvidia)

Nvidia hat im Zuge der nachgeholten Keynote zur GPU Technology Conference (GTC) 2020 Spezifikationen zur Server-GPU A100 auf Basis der Ampere-Architektur mitgeteilt.

Sie lassen zwar nur indirekt Rückschlüsse auf die Leistung der Desktop-Modelle zu, aber mit dem altgedienten Dreisatz lässt sich durchaus ableiten, in welchen Richtung es gehen könnte.

Aber Vorsicht, hier bedienen wir uns einfachster Mathematik - um nicht zu sagen der Holzfällermethode -, um den Geheimnissen der RTX 3000 auf die Schliche zu kommen.

Was verrät uns die Keynote über Ampere?

Chip

A100

GA100

GV100

Architektur

Ampere

Ampere

Volta

SMs (Streaming Multiprozessoren)

108

128

84

CUDA-Kerne

6.912

8.192

5.376

GPU-Takt

1.410 MHz

-

1.450 MHz

FP32-Performance (Peak)

19,5 TFLOPS

-

15,7 TFLOPS

Speicher

40 GB HBM2

48 GB HBM2

32 GB HBM2

Besonders interessant dabei ist, dass sich die Spezifikationen in den wesentlichen Punkten nicht oder nur kaum von den Gerüchten der letzten Monate unterscheiden. Die Ausnahmen sind eher Kleinigkeiten wie etwa die in Geekbench 5 nicht ganz korrekt ausgelesene Videospeichermenge (A100 verfügt über 40 statt 47 GB HBM2).

In Sachen Kernzahlen waren die Leaks und Gerüchte dafür aber umso genauer: Tatsächlich wurde gemutmaßt, der GA100-Chip werde über 8.192 CUDA-Kerne und 48 GB HBM2-Speicher verfügen. Gleichzeitig tauchten auch Benchmarks zu einer Nvidia-Grafikkarte mit 6.912 Rechenkernen auf, was - wie wir jetzt wissen - der A100-GPU entspricht.

Was heißt das nun für die RTX 3000?

Mit Blick auf die Desktop-Modelle lässt sich zwar nichts mit endgültiger Sicherheit sagen, aber da die Gerüchte zu den Server- respektive professionellen Modellen sich als zutreffend erwiesen haben, scheint es durchaus realistisch, das auch für Spieler-Grafikkarten anzunehmen.

Hinzu kommt, dass die grundlegenden Spezifikationen des GA100-Chips nun bekannt sind. Natürlich wird es diesen nur als beschnittene Variante (vermutlich GA102, 103, usw.) für den Desktop geben, aber dass die Kernzahl wohl ordentlich zunimmt, scheint gesichert.

Bisherige Gerüchte zur RTX 3080 Ti und Co:

  • GA102 (RTX 3080 Ti) - 84 SMs / 5.376 CUDA-Kerne / 12/24 GByte GDDR6 384 Bit (möglicherweise 18 Gbps mit einer Bandbreite von 864 GB/s)
  • GA103 (RTX 3080) - 60 SMs / 3.840 CUDA-Kerne / 10/20 GByte GDDR6 320 Bit
  • GA104 (RTX 3070) - 48 SMs / 3.072 CUDA-Kerne / 8/16 GByte GDDR6 256 Bit

Die Taktraten sollen gegenüber Turing (RTX 2000 und GTX 1600) um 200 bis 300 MHz gesteigert werden - die Rede ist von 2,2 GHz Turbo-Takt.

Alle Infos, Leaks und Gerüchte zu den RTX 3000 findet ihr zusammengefasst in folgendem Artikel:

Nvidia RTX 3000 Ampere Release & Specs   118     2

Mehr zum Thema

Nvidia RTX 3000 Ampere Release & Specs

Was können wir daraus für die Leistung ableiten?

Immer wieder wurde gemunkelt, eine RTX 3080 Ti als neues Flaggschiff brächte es auf eine theoretische Rechenleistung von 21 TFLOPS. Zum Vergleich kommt die RTX 2080 Ti auf 13,45 TFLOPS laut ihrer offiziellen Spezifikationen.

Ausgehend von den Spezifikationen der Nvidia A100-GPU kann man mit Hilfe des Dreisatz die Performance pro Takt berechnen. Daraus lässt sich in etwa die Leistung pro Kern bestimmen und daraus wiederum die theoretische Rechenpower der ganzen GPU.

Je nach angenommener Taktrate kommt man damit für die RTX 3080 Ti bei vermuteten (und nicht unrealistisch klingenden) 5.376 CUDA-Kernen tatsächlich auf einen Bereich zwischen rund 19 und 23 TFLOPS - im Mittel also 21 TFLOPS.

Man muss die ermittelten Werte für die RTX 3080 Ti zwar mit der gebotenen Vorsicht betrachten, aber das Gesamtbild aus dem, was wir von der Keynote jetzt mit Sicherheit wissen und dem, was bislang vermutet wurde, ist durchaus stimmig.

Wann sollen die RTX 3000 erscheinen?

Dahingehend konnte die Keynote keine neuen Erkenntnisse liefern. Bislang steht aber ein Release gegen Ende des Jahres, womöglich im Herbst, im Raum.

Eine Produktvorstellung könnte auf der von Anfang Juni auf 28. bis 30. September verschobenen Computermesse Computex 2020 in Taipeh erfolgen. Wie üblich, wäre in den Wochen oder Monaten davor mit entsprechenden Teasern zu rechnen.

zu den Kommentaren (68)

Kommentare(68)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen