Falt-Smartphones (auch Foldables genannt) sind sündhaft teuer. Machen wir uns nichts vor, die Dinger kosten ein Vermögen! Das ist nur einer von mehreren Gründen, warum ich die schicken Geräte heute von der Seitenlinie aus betrachte.
Hinzukommen: Abgespeckte Kameras, weniger Robustheit, Gewicht und Ungewissheit über die Haltbarkeit – faltbare Smartphones sind (noch) Kompromisse.
Dennoch weckt das OnePlus Open 2 derzeit mein Interesse. Das liegt nicht nur an den Hardware-Spezifikationen, die derzeit die Runde machen. Schon die clevere Software der ersten Generation hat gezeigt, wie gut sie zum Konzept passt.
OnePlus Open 2: Hardware-Specs, die sich sehen lassen
Es ist keine Überraschung, dass OnePlus sein neuestes Modell mit dem leistungsstarken Snapdragon 8 Elite-Chip ausstattet. Der neueste SoC von Qualcomm liefert beeindruckende Leistungs- und Effizienzwerte, wie auch unser Test des Asus Rog Phone 9 zeigt.
Wie das Portal Android Authority berichtet, haben erste Personen das Smartphone aus nächster Nähe betrachtet. Demnach soll das OnePlus Open 2 das dünnste Foldable der Welt sein und aus Titan bestehen. Beides dürfte sich positiv auf das Gewicht des Geräts auswirken.
Für Vorfreude sorgt auch der »fast 6000 mAh große Akku«, der zusammen mit dem Qualcomm-Chip für eine sehr lange Laufzeit sorgen könnte. Der Akku basiert auf der Silizium-Kohlenstoff-Anoden-Technologie. Vereinfacht gesagt: Durch die höhere Energiedichte von Silizium lassen sich größere Akkukapazitäten in vergleichbar kleinen Gehäusen unterbringen. Kabelloses Laden ist ebenfalls vorgesehen.
Zu guter Letzt wird über eine IP68-Zertifizierung spekuliert, da der Fokus des Herstellers wohl auf »Robustheit« liegt. Bisher ist noch kein Foldable auf den Markt gekommen, das komplett staubdicht ist. Daher halte ich es für wahrscheinlicher, dass OnePlus zumindest zur Konkurrenz aufschließt und das Handy mit einer IPX8- oder bestenfalls mit einer IP48-Zertifizierung anpreist (wie das Fold6 von Samsung).
Schließlich ist noch die Kamera zu erwähnen, die der Hersteller höchstwahrscheinlich von seinem kürzlich veröffentlichten OnePlus 13 übernehmen wird:
- Hauptsensor: 50 Megapixel, f/1.6, 1/1.43 Zoll, 23mm, Sony LYT-808
- Teleobjektiv: 50 Megapixel, f/2.6, 1/1.95 Zoll, 73mm, 3x optischer Zoom, Sony LYT-600
- Ultraweitwinkel: 50 Megapixel, f/2.0, 1/2.75 Zoll, 15mm
Bedeutet im Umkehrschluss: keine Kompromisse im Bereich der Kamera in einem Falt-Smartphone.
OnePlus Open: Das Multitasking ist genial
Ich hatte das OnePlus Open nur kurz in der Hand. Die Software des Geräts ist definitiv mein Highlight. Nicht nur, dass ColorOS dem Stock Android sehr nahekommt, auch der Multitasking-Ansatz hat es mir besonders angetan.
Apps lassen sich nämlich über den Bildschirm hinaus ausdehnen, um das große Display auszunutzen und nicht zwangsläufig mehrere Apps nebeneinander zu quetschen (was auch geht).
Ein Tipp auf den Seitenrand genügt, um zur zweiten (oder dritten) App zu wechseln. Mit der zusätzlichen App-Leiste am unteren Bildschirmrand kommt zumindest bei mir das Gefühl auf, auf dem Smartphone produktiv sein zu wollen (auch wenn ich es nicht bin). Natürlich gibt es die App-Leiste auch bei der Fold-Serie von Samsung.
Apropos Samsung.
Konkurrenz für Samsung
Mein Einstieg in die Welt der faltbaren Smartphones war das Galaxy Z Fold 3 von Samsung. Als ich letztes Jahr das Fold 6 in die Hand nahm, musste ich feststellen: Es hat sich nicht viel verändert.
Klar, der langsame Fortschritt bei den Smartphones hat auch bei den Foldables Einzug gehalten. Aber andere Hersteller wie Honor oder Huawei zeigen, was noch möglich ist: Dünner, leichter und langlebiger mit wenig bis gar keinen Kompromissen gegenüber »normalen« Flaggschiffen.
Versteht mich nicht falsch: Die Samsung-Falter sind hervorragende Geräte, aber die Konkurrenz zieht vorbei.
OnePlus ist wieder in Deutschland vertreten und es ist zu erwarten, dass das OnePlus Open 2 zu uns kommt. Damit wird den beliebten Marken wie Samsung oder auch Google ordentlich Konkurrenz gemacht.
Gemunkelt wird über einen Launchtermin des faltbaren Smartphones zwischen dem 01. und 28. Februar. Möglicherweise sogar auf dem MWC 2025, der am 03. März beginnt.
Warum ich trotzdem vom Kauf absehen werde
Ich verzichte derzeit generell auf den Kauf von Flaggschiff-Smartphones, was abgesehen vom Preis an meiner sehr kompakten Kamera liegt. Daran ändert auch das OnePlus Open 2 nichts, was mir schon jetzt schöne Augen macht.
Das OnePlus Open 2 bietet für mich aber immerhin das Potenzial für das beste Klapphandy 2025. Die Basis bietet hier die Kombination aus Hard- und Software, für die sich der Kauf für absolute Smartphone-Enthusiasten lohnen könnte. Zumindest, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten.
Auf Seiten der Konkurrenz ist zwar mit einer Antwort von Honor zu rechnen, nicht aber von Samsung, wie Hinweise dazu verraten.
Der südkoreanische Hersteller plant offenbar zum einen nur geringfügige Verbesserungen gegenüber der Z Fold6-Serie, zum anderen eine Reduzierung der Produktion um knapp 40 Prozent (via Tom‘s Guide). Gleichzeitig zeigt der Hersteller mit der Z Fold6 Special Edition, wozu er bereit ist. Schade.
Ein Problem, das alle Hersteller betrifft
Das Hauptproblem aller Foldables habe ich bereits angesprochen: der Preis. Solange wir von astronomischen Summen sprechen, die an der 2000-Euro-Marke kratzen, werden faltbare Smartphones nicht die breite Masse erreichen.
Daran ändern auch traumhafte Spec-Sheets oder dreifach faltbare Geräte nichts. Das OnePlus Open ging mit einem Preis von rund 1800 Euro (UVP) an den Start. Vermutlich wird der Hersteller mit der zweiten Generation daran anknüpfen.
Damit läge es preislich unter Samsung und Google, aber immer noch deutlich teurer als viele andere Flaggschiff-Geräte diverser Hersteller. Und OnePlus selbst zeigt mit seinem neuesten Gerät, was man für vergleichsweise wenig Geld bekommen kann.
So bleibt das OnePlus 2 das (vielleicht) vielversprechendste Foldable 2025, das aber das Hauptproblem dieser Art Smartphones nicht lösen wird, nämlich den Eintritt in die breite Masse.
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