Apple Watch, Oura und Fitbit: Studie zeigt klaren Sieger im Schlaftracking

Der Oura Ring 3, die Apple Watch 8 und die Fitbit Sense 2 im Schlafduell.

Drei smarte Tracker gegen einen medizinischen Goldstandard. (RioPatuca Images - Adobe Stock) Drei smarte Tracker gegen einen medizinischen Goldstandard. (RioPatuca Images - Adobe Stock)

Intelligente Tracker sind aus unserem Alltag längst nicht mehr wegzudenken. Sei es, um Schritte zu zählen, die Herzfrequenz zu messen oder eben unseren Schlaf zu überwachen.

Eine neue Studie der Harvard Medical School und des Brigham and Women's Hospital in Boston hat nun drei Tracker genauer unter die Lupe genommen und gegen einen Polysomnographen (kurz PSG) antreten lassen (via Techradar).

Das Ziel: Wie genau sind die drei Tracker im Vergleich?

Was ist ein Polysomnograph? Ein Polysomnograph ist ein medizinisches Gerät, das während des Schlafs verschiedene Parameter wie Gehirnaktivität, Herzfrequenz, Atembewegungen, Sauerstoffsättigung, Augenbewegungen und Muskelaktivität überwacht, um den Schlaf zu analysieren und Schlafstörungen zu diagnostizieren.

Die Studie

In der oben genannten Studie wurde die Genauigkeit der drei Schlaftracker im Vergleich zum PSG untersucht. Dabei wurden 35 gesunde Erwachsene im Alter von 20 bis 50 Jahren ohne Schlafstörungen in einer klinischen Umgebung über Nacht überwacht.

Alle Teilnehmer trugen eine Nacht lang den Oura Ring, den Fitbit und die Apple Watch und wurden gleichzeitig mit dem PSG überwacht.

Auch wenn die Teilnehmerzahl von 35 Personen nicht unbedingt repräsentativ ist, gibt sie doch einen hervorragenden Einblick in das Potenzial vieler Schlaftracker.

Hinweis: Die Studie erwähnt potenzielle Interessenkonflikte und erklärt, dass Robbins, einer der Autoren, Mitglied des Oura Ring Medical Advisory Board ist und Beratungshonorare von Oura Ring Inc. erhält. Darüber hinaus wird angegeben, dass die Forschung von Oura Ring Inc. finanziert wurde.

Die Tatsache, dass eine Studie von einem Unternehmen finanziert wird, das ein direktes Interesse am Ergebnis der Forschung hat, bedeutet nicht automatisch, dass die Studie unglaubwürdig ist, sollte aber im Zusammenhang mit zukünftigen Studien betrachtet werden.

Oura Ring 3 geht als Sieger hervor

Die Ergebnisse zeigten, dass alle Geräte eine hohe Sensitivität (≥95%) bei der Erkennung von Schlaf- vs. Wachzustand hatten. Die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Schlafphasen (Leicht-, Tief- und REM-Schlaf) zu unterscheiden, war jedoch unterschiedlich.

Der Oura Ring geht inzwischen in die vierte Generation. Der Oura Ring geht inzwischen in die vierte Generation.

Der Oura Ring zeigte hier die beste Übereinstimmung mit PSG, während Fitbit und Apple Watch Schwächen insbesondere bei der Erkennung von Tiefschlaf aufwiesen.

  • »Das Fitbit überschätzte leichten Schlaf (18 Min.; p \< 0,001) und unterschätzte Tiefschlaf (15 Min.; p \< 0,001). Das Apple unterschätzte die Dauer von Wach- (7 Min.; p \< 0,01) und Tiefschlaf (43 Min.; p \< 0,001) und überschätzte leichten (45 Min.; p \< 0,001) Schlaf«, so die Studie.

Der Oura Ring unterschied sich nicht von PSG in Bezug auf die Schätzung von Wach-, Leichtschlaf-, Tiefschlaf- oder REM-Schlaf.

Was sagt »p < 0,0001« aus? Wenn der p-Wert kleiner als etwa 0,001 ist, kann man ziemlich sicher sein, dass das Ergebnis nicht zufällig zustande kommt. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei weniger als 0,1 Prozent. Das heißt, die Nullhypothese, dass es keinen Effekt oder Unterschied gibt, kann praktisch ausgeschlossen werden. Ein p-Wert von weniger als 0,001 zeigt also an, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass das Ergebnis durch Zufall erklärt werden kann.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass Fitbit bei zwei der 35 Teilnehmer dieser Studie keine Daten aufzeichnete und Apple bei sechs der 35 Teilnehmer dieser Studie keine Daten aufzeichnete. Laut der Studie wurden alle drei Geräte korrekt aufgeladen, synchronisiert und initialisiert. Der Oura Ring zeichnete bei allen Teilnehmern den Schlaf auf.

Diese Fälle von Datenverlust wurden in der Analyse berücksichtigt, aber es wurden keine spezifischen Maßnahmen beschrieben, um den Vorgang zu wiederholen.

Kollegin Vera hat im Übrigen auch schon eine Nacht im Schlaflabor verbracht:

Video starten 11:59 Schlaftracker versus Schlaflabor - Wie genau sind Apple Watch und Co.?

Inzwischen sind neue Modelle auf dem Markt

In der Studie wurden der Oura Ring 3, die Apple Watch 8 als auch die Fitbit Sense 2 herangezogen. Inzwischen sind allerdings neue Modelle sowie Software-Updates hinzugekommen, die potenziell den Algorithmus zur Erkennung der Schlafphasen verbessern.

Beispielsweise wurde die Apple Watch 8 mit watchOS 10 verwendet. Mit dem Update auf watchOS 11 kommt etwa die Vital-App hinzu, die die Art und Weise geändert hat, wie Apple den Schlaf mithilfe einer Apple Watch aufzeichnet.

Interessant dürfte auch ein Blick auf die aktuelle Pixel Watch 3 sein, die auf Basis der Fitbit-Geräte den Schlaf misst und sich hinsichtlich der Messdaten wohl verbessert hat.

Fazit der Studie

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Geräte zwar recht zuverlässig zwischen Schlaf und Wachzustand unterscheiden, die Genauigkeit bei der Erkennung spezifischer Schlafphasen jedoch verbessert werden könnte.

Gerade diese Genauigkeit ist wichtig, damit die Nutzer genaue Informationen erhalten und sich nicht unnötig stressen, die Ergebnisse überbewerten oder im schlimmsten Fall sogar krank werden.

Die Ergebnisse zeigen auch, wie wichtig es ist, Technologien zur Schlafüberwachung weiterzuentwickeln, um den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden.

Nicht alle smarten Ringe sind zuverlässig bei der Schlafmessung

Die Messungen eines Rings sind potenziell zuverlässiger als die einer Smartwatch, zumindest was die Sauerstoffsättigung des Blutes (SpO2) betrifft. Die Durchblutung ist am Finger einfach besser als am Unterarm. Außerdem verrutscht die Smartwatch, wenn sie nicht fest genug sitzt.

Auch andere Faktoren spielen bei der Messung eine wichtige Rolle, wie zum Beispiel die Abtastrate des Geräts.

Auch wenn der Oura Ring (zumindest in dieser Studie) als klarer Sieger hervorgeht, muss dies nicht für alle smarten Ringe gelten. Nach unseren Erfahrungen mit dem Galaxy Ring (Testbericht folgt) ist die Erkennung der Schlafdaten im Vergleich zu Smartwatches und Armbändern wie Whoop unzuverlässig.

Generell empfehlen wir den englischsprachigen YouTube-Kanal The Quantified Scientist, wenn man auf der Suche nach einem Schlaf- und Fitnesstracker ist. Rob beschäftigt sich intensiv mit der Auswertung der verschiedenen Tracker und vergleicht sie mit medizinischen Geräten.

Tragt ihr einen Ring, ein Armband oder eine Smartwatch, um euren Schlaf zu überwachen? Was sind eure Erfahrungen? Schreibt sie unten in die Kommentare!

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