Wetten, dass ihr genau wie ich mindestens einen dieser 11 Fehler bei PC-Bau auch schon gemacht habt? Die Wette gehe ich aus einem einfachen Grund ein: Wir haben alle irgendwann mal unseren ersten PC zusammengebaut, wenn wir zu der Gruppe der Selbst-Bastler gehören.
Meiner Einschätzung nach ist es sehr wahrscheinlich, dass man zumindest bei den anfänglichen Selbstbau-Projekten wenigstens einen der elf Fehler einmal macht, um die es hier geht.
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PC-Schnellbau-Meister: Wie Nils euren Gaming-Rechner baute und dabei Leib und Leben riskierte
Welche Schnitzer (im wahrsten Sinne des Wortes) mit teils blutigen Folgen mir alle unterlaufen sind, als ich einen PC in 30 Minuten komplett zusammenbauen sollte, seht ihr im obigen Video.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ihr könnt also gerne in den Kommentaren weitere Fehler nennen, die leicht passieren – und die sich in der Regel eben so einfach vermeiden lassen.
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- Mainboard-Fehler #1: Zu früh einbauen
- Mainboard-Fehler #2: Die Anschlussblende vergessen
- Netzteil-Fehler #1: Nicht an die vielen Kabel denken
- Netzteil-Fehler #2: Den Lüfter ungünstig platzieren
- CPU-Kühler-Fehler #1: Die Schutzfolie vergessen
- CPU-Kühler-Fehler #2: Nicht an Wärmeleitpaste denken
- CPU-Kühler-Fehler #3: Keine optimale Ausrichtung
- RAM-Fehler #1: Dual-Channel nicht aktiv
- RAM-Fehler #2: Ihn nicht mit maximaler Leistung laufen lassen
- GPU-Fehler: Faktor Stromkabel
- Lüfter-Fehler: Nicht auf den Luftstrom achten
Nehmt übrigens gerne an der folgenden Umfrage teil, um mir zu verraten, ob ihr genau wie ich mindestens einen dieser Fehler schon mal gemacht habt. Ich freue mich über jede abgegebene Stimme!
Mainboard-Fehler #1: Zu früh einbauen
Auf dem Mainboard werden die meisten Komponenten des PCs untergebracht. Da liegt es doch nahe, es zuerst in das Gehäuse einzubauen.
Allerdings lassen sich viele Komponenten, wie insbesondere der CPU-Kühler, viel leichter montieren, wenn ihr das vor dem Einbau des Mainboards in das Gehäuse erledigt.
Ich empfehle euch daher, den Prozessor, den Arbeitsspeicher, den CPU-Kühler und eventuelle M.2-SSDs zu montieren, während das Mainboard sich noch außerhalb des Gehäuses befindet.
Mainboard-Fehler #2: Die Anschlussblende vergessen
Damit kein unnötiger Staub über die Anschlüsse des Mainboards in den PC gelangt, liegt ihnen meist eine passende Abdeckung bei.
Ich kann kaum zählen, wie oft ich schon vergessen habe, sie vor dem Einbau des Mainboards zu platzieren – und wie oft ich das Mainboard dementsprechend wieder abschrauben musste, um die Abdeckung zu befestigen.
Spart euch diese Arbeit und denk früh an die Blende!
Netzteil-Fehler #1: Nicht an die vielen Kabel denken
Unterschätzt nicht, wie wichtig es ist, für ein gutes Kabelmanagement möglichst früh an das Netzteil zu denken. Schließlich machen die Kabel für die Stromversorgung der Komponenten, die vom Netzteil kommen, hier den Großteil aus.
Ich rate euch daher, das Netzteil früh einzubauen und euch zu überlegen, was für Kabel über welche Öffnungen an der Gehäusewand ihr wo genau entlangführen wollt.
Netzteil-Fehler #2: Den Lüfter ungünstig platzieren
Es passiert schnell, kann aber sehr ungünstig sein: ein nicht optimal platzierter Netzteillüfter.
In der Regel habt ihr die Wahl, das Netzteil entweder so auszurichten, dass der Lüfter zum Boden (oder der Decke) des Gehäuses zeigt oder aber so, dass er ins Gehäuseinnere ausgerichtet ist.
Meist ist die erste Variante eher zu empfehlen, die ihr auch auf dem Bild oben seht. Der Grund: Andernfalls muss sich das Netzteil an der erwärmten Luft im Gehäuseinneren bedienen, statt an der kühleren Außenluft.
CPU-Kühler-Fehler #1: Die Schutzfolie vergessen
Mir selbst ist dieser Fehler noch nicht unterlaufen, aber anderen durchaus, wie allein der ein oder andere Reddit-Beitrag beweist. Es geht um die Schutzfolie auf dem CPU-Kühler, die dort häufig angebracht ist.
Sie dient dazu, die Oberfläche vor unnötigen Beschädigungen zu schützen, um eine möglichst optimale Kühlung zu gewährleisten. Bleibt sie im PC-Betrieb angebracht, verschlechtert sich die Kühlleistung wenig überraschend deutlich.
CPU-Kühler-Fehler #2: Nicht an Wärmeleitpaste denken
Bei manchen Kühlern ist bereits ab Werk Wärmeleitpaste aufgetragen, aber nicht bei allen. Achtet unbedingt darauf, sie in so einem Fall selbst anzubringen.
Was es für die Temperaturen bedeutet, wenn man das vergisst, habe ich in einem kleinen Experiment bereits selbst untersucht: Auf dem PC ohne Wärmeleitpaste spielen - wie schlimm ist das?
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CPU-Kühler-Fehler #3: Keine optimale Ausrichtung
Auch die Ausrichtung des CPU-Kühlers kann eine wichtige Rolle spielen. Überlegt euch daher vor der Montage, wie genau ihr ihn montieren wollt.
Das betrifft einerseits den Luftfluss im Gehäuse, wobei es sich oft empfiehlt, dass der CPU-Kühler die warme Luft in Richtung der Gehäuserückwand hinausbefördert (dazu beim Lüfter-Fehler mehr).
Andererseits können ausladende CPU-Kühlkörper auch mit RAM-Riegeln in Konflikt geraten, die ihrerseits inzwischen gerne auf hohe Kühlkonstruktionen setzen.
RAM-Fehler #1: Dual-Channel nicht aktiv
Damit Arbeitsspeicher möglichst schnell arbeiten kann, ist ein Aspekt sehr wichtig: Er sollte im Dual-Channel-Modus betrieben werden.
Das klappt aber nur, wenn ihr die richtigen Slots auf dem Mainboard auswählt, sofern ihr nicht ohnehin alle vier Slots belegt.
Meist muss ein Slot zwischen den RAM-Riegeln frei bleiben, und die Hersteller empfehlen häufig, die Slots in größerer Entfernung zum CPU-Sockel zuerst zu befüllen. Sicher wisst ihr das aber erst nach einem Blick ins Handbuch oder auf das Mainboard selbst, falls sich dort eine passende Beschriftung findet:
RAM-Fehler #2: Ihn nicht mit maximaler Leistung laufen lassen
Es hat zwar nicht direkt mit dem Einbau in den PC zu tun, ich will es aber dennoch an dieser Stelle erwähnen: Denkt daran, dass Arbeitsspeicher in der Regel im BIOS (beziehungsweise UEFI) des Mainboards korrekt eingestellt werden muss, damit er mit seiner angegebenen Leistung läuft.
Wie genau das geht und was ihr dabei alles beachten müsst, erfahrt ihr im folgenden Artikel:
GPU-Fehler: Faktor Stromkabel
Beim Einbau der Grafikkarte kann man nicht viel falsch machen, doch das Vergessen des PCI-Express-Stromkabels ist mir durchaus schon das ein oder andere Mal passiert.
Aus aktuellem Anlass ist außerdem ein weiterer Hinweis zu der Stromversorgung wichtig: Bei modernen Grafikkarten mit dem 12VHPWR-Anschluss empfiehlt es sich, besonders darauf zu achten, dass sie korrekt sitzen und das Kabel eine möglichst geringe Biegung aufweist.
Alles zu den Hintergründen dieser Empfehlung lest ihr im Artikel: Die Geschichte wiederholt sich: Auch die neuesten Grafikkarten haben im schlimmsten Fall ein großes Problem
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Lüfter-Fehler: Nicht auf den Luftstrom achten
In Gehäusen sind gerne mal nur sehr wenige Lüfter vormontiert. Wenn ihr selbst Modelle installiert, ist es aber wichtig, sie richtig herum einzubauen. Das gilt übrigens auch für Radiatoren von (All-in-One-)Wasserkühlung, falls ihr die Lüfter hier selbst anbringen müsst.
Eine besonders häufige Variante sieht wie auf dem Bild unten dargestellt Folgendes vor: An der Front des Gehäuses wird kalte Luft angesaugt und über die Rück- und Oberseite gelangt die im Inneren erwärmte Luft wieder aus dem Gehäuse hinaus.
Manche Lüfter haben übrigens einen kleinen Pfeil an einer Seite, der anzeigt, wohin der Luftstrom führt. Zur Not spürt ihr es aber spätestens dann, wenn sie angebracht sind und laufen.
Jetzt seid ihr an der Reihe! Ist euch der ein oder andere Fehler, den ich hier nenne, bereits selbst unterlaufen? Oder könnt ihr wirklich sagen, dass euch noch nie einer davon passiert ist? Und wie sieht es mit anderen Fehlern aus, die euch beim PC-Bau bereits passiert sind oder die ihr bei anderen mitbekommen habt? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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