Ich liebe Musik und ich liebe es, Musik auf unterschiedlichen Wegen zu erleben. Jeder Lautsprecher und jeder Kopfhörer macht aus einem Song eine neue Erfahrung.
Kein Wunder, dass ich sie gerne teste. In den letzten 10 Jahren hatte ich unzählige Exemplare auf den Ohren und in den Ohren.
In diesem Artikel verrate ich euch meine zwei Lieblingsmodelle – In-Ear und Over-Ear –, die ich nahezu jeden Tag nutze.
Over-Ears: Sony WH-1000XM6
Techriese Sony hat so viel unterschiedliche Hardware im Portfolio, doch ausgerechnet bei Audiogeräten brillieren sie immer wieder – besonders bei Kopfhörern.
Im Juni 2025 habe ich die WH-1000XM6 getestet und wusste am Ende: das sind meine neuen Referenzkopfhörer für Bluetooth-Over-Ears.
Sony WH-1000XM6: Das gefällt mir
An erster Stelle steht bei mir stets der Klang und der ist bei diesem Modell schlichtweg fehlerlos. Astreine Höhen, ausgedehnte Mitten, die hervorragend miteinander harmonieren und selbst der Bass ist nicht zu dominant.
Insgesamt ist der Klang warm und vor allem überraschend volltönern. Er hat Körper und bringt Musik nicht nur zur Geltung, sondern macht sie zum Erlebnis. Ja, das klingt wie absoluter Marketingsprech, aber im Bluetooth-Bereich, wo man stets mit Auflösungsverlust rechnet, ist das meiner Erfahrung nach ein Unikum.
Ebenfalls elementar bei Over-Ears: Die WH-1000XM6 sitzen auch über lange Zeit bequem. Das ist sicherlich individuell, aber da ich Ohrringe trage, bin ich immer ein guter Gradmesser. Stören die Kopfhörer auf Ohren mit Creolen nicht, dann ist das ein hervorragendes Zeichen.
Sony nutzt Memory-Foam, der sich an die Haut und über Ohrringe legt; dadurch werden letztere nicht zu stark angedrückt. Und schwitzen tu ich bei normalen Temperaturen auch nicht. Win-win.
Das ANC gehört mit zum ausgewogensten auf dem Markt. Diese Woche erst habe ich die Bose QuietComfort 2 getestet, die sich mit einem legendären Noice-Cancelling rühmen. Mir war das zu krass. Im Hause Sony weiß man, wie man Lärm wirklich aussperrt – nämlich mit gleich 12 Mikrofonen.
Ebenfalls auf der Haben-Seite steht:
- Die Akkulaufzeit liegt bei krassen 50 Stunden. Ich lade die Kopfhörer wirklich nur alle paar Wochen auf und das ist ein Luxus, den ich nicht mehr missen will.
- Mit 254 Gramm sind die Over-Ears recht leicht – ohne sich dabei billig anzufassen. Gerade bei langen Musik-Sessions ist das ein Segen.
- Optional bietet der WH-1000XM6 einen Klinkenanschluss, damit man auch verlustfrei Musik genießen kann. Optimal.
Sony WH-1000XM6: Das gefällt mir nicht
Optisch reißen die Over-Ears niemandem vom Hocker. Ich mag, dass sie nüchtern und neutral aussehen, aber der Plastikbomber-Look ist nicht von der Hand zu weisen. Auf der einen Seite weiß ich, dass gute Technik ihren Platz braucht, auf der anderen macht es das Modell unförmig und schlichtweg nicht schön.
Die Sound Connect-App ist toll, sieht aber nicht gut aus. Wenn Kopfhörer mit einer dedizierten Software kommen, freue ich mich immer (wann schneidet sich Apple hier mal eine Scheibe ab?) und funktional ist Sonys App umfangreich genug. Aber App-Design ist eine Kunst und Übersicht gehört wirklich nicht zur Stärke von Sound Connect.
Noise-Cancelling feinjustieren zu können, wäre fein. Zulasten legen kann ich das den Sony WH-1000XM6 nicht, aber seit letztem Jahr hatte ich ein paar Kopfhörer auf der Ömme, wo sich bei einigen das ANC regulieren lässt. Das habe ich zu schätzen gelernt. Nichtsdestotrotz schmälert das nicht die Erfahrung, da die Lärmunterdrückung von Haus aus so extrem gut ausfällt.
Preis
Hier gibt es gute Nachrichten, denn im Vergleich zu letztem Jahr sind die WH-1000XM6 gehörig im Preis gesunken. Ehemals kosteten die Kopfhörer 500 Euro, auf der Straße bekommt ihr sie laut Geizhals mittlerweile ab 330 Euro.
Die Sony WH-1000XM6 lohnt sich für euch, wenn …
- … ihr großen Wert auf astreinen Klang legt.
- … euch nicht stört, sich mit einer hässlichen App vertraut zu machen und die richtigen Einstellungen für euch zu suchen.
- … euch die klobige Optik nicht abschreckt.
Mögliche Alternativen zum Sony WH-1000XM6:
- Bose QuietComfort 2: Die beiden Kopfhörer sind sich recht ähnlich. Klanglich sind die QC2 zwar hinterher, klingen aber sehr offen, leicht und luftig. Sie sitzen ebenfalls leicht auf, sind haptisch weniger ansprechend, sehen dafür besser aus. Da die Kopfhörer brandneu sind, zahlt ihr momentan noch 350 Euro dafür.
- Sony Ult Wear: Die Over-Ears aus dem Hause Sony sind ebenfalls eine starke Nummer. Der Bass ist hier noch mal deutlich krasser; der Klang nicht so ausgewogen. Dafür blättert ihr auf der Straße nur rund 100 Euro hin.
Auf der zweiten Seite verrate ich euch meine Lieblings-In-Ears, die stets in meiner Reichweite liegen – und die Marke habt ihr bestimmt nicht auf dem Schirm



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