6,9 Zoll. Das ist die magische Grenze, die kaum ein Handy-Hersteller durchbrechen will. Ich weiß, viele Smartphones von heute sind schon sehr groß. Aber mich wundert es, dass wir seit Jahren bei dieser Zahl stehen geblieben sind.
Früher haben wir Handys vor allem für die Kommunikation verwendet; es hat viel Sinn ergeben, warum es mal einen Trend für immer kleinere Geräte gegeben hat. Heute sieht das anders aus. Wir verwenden unsere Smartphones zum Fotografieren, zum Anschauen von Videos, zum Lesen oder zum Spielen.
Genau deshalb sind unsere Alleskönner mit den Jahren gewachsen. Der Begriff »Phablet« (also eine Mischung aus den englischen Worten »Phone« und »Tablet«), hat vor wenigen Jahren noch Geräte mit Bildschirmdiagonalen zwischen 5 und 6,4 Zoll beschrieben.
Heute gelten solche Handys als kompakt und 6,6 bis 6,9 Zoll ist der neue Standard. Trotzdem frage ich mich: warum nicht mehr? Es ist Zeit, den Begriff Phablet wieder aufleben zu lassen und ihm eine neue Bedeutung zu schenken.
Gebt mir neue Phablets jenseits von 7 Zoll
Eines meiner Lieblings-Handys aller Zeiten war das Sony Xperia Z Ultra. Es kam vor 13 Jahren auf den Markt und war mit seinem 6,4-Zoll-Bildschirm im 16-9-Format ein echter Gigant – dazu haben allerdings auch die sehr breiten Bildschirmränder beigetragen.
Das Beste an diesem Handy war, dass es für mich ein Tablet und ein Handy zugleich war. Klar war es unhandlich und hat nur in besonders große Hosentaschen gepasst, aber das war es mir wert.
Es ist leider geradezu ironisch, dass mir das Handy kaputtgegangen ist, weil ich beim Einkaufen versuchte, einhändig umzugreifen, um die Benachrichtigungsleiste herunterzuziehen, und es mir so aus der Hand rutschte.
Ja, die Größe hat auch klare Nachteile. Ich bin mir jedoch sicher, dass es auch andere Menschen gibt, denen es wie mir geht, die die Vorteile eines gigantischen Handy-Bildschirms zu schätzen wissen:
- Kreativität auf großem Raum: Ein massiver Sucher beim Fotografieren und Videodrehen macht nicht nur mehr Spaß, sondern erlaubt auch eine viel präzisere Bildkomposition. Auch das nachträgliche Bearbeiten der Aufnahmen geht auf einem riesigen Display deutlich leichter von der Hand.
- Medienkonsum ohne Kompromisse: Egal ob das Lesen langer Artikel, das Durchstöbern von Social Media, ausgiebige Gaming-Sessions oder das Anschauen der Lieblingsserie: alles wirkt auf einem großen Display immersiver, detailreicher und strengt die Augen weniger an.
- Tippen ohne Frust: Eine breitere digitale Tastatur bedeutet deutlich weniger Vertipper. Lange Zeit habe ich ein iPhone SE 3 als Arbeitshandy verwendet und Fehler beim Tippen gehörten praktisch zur Normalität.
- Echtes Multitasking: Zwei Apps übereinander oder nebeneinander zu nutzen (wie etwa ein YouTube-Video schauen und gleichzeitig Notizen machen oder chatten), ergibt erst ab einer gewissen Bildschirmfläche wirklich Sinn.
- Mehr Raum für Technik: Ein größeres Gehäuse bedeutet schlichtweg mehr Platz für stärkere Hardware. Hersteller können gigantische Akkus verbauen und größere, leistungsfähigere Kamerasensoren integrieren, ohne dass das Smartphone unnatürlich dick wird.
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TCL Nxtpaper 60 Ultra: So funktioniert die große Besonderheit
Heute können Handys mit großen Displays nahezu randlos gebaut werden, weshalb das Übertreten der 6,9-Zoll-Grenze so viel Sinn ergibt.
Warum kein Falt-Handy? Falt-Handys können eine geeignete Alternative für Fans von großen Smartphones sein, aber sie sind dennoch eine Kategorie für sich, mit ihren ganz eigenen Eigenheiten.
Sie sind in zusammengeklappten Zustand oft dick und schwerer, besitzen eine empfindliche Bildschirmtechnologie samt spürbarer Falte und haben aufgeklappt oft ein Seitenverhältnis, das beim Schauen von Videos erst recht wieder dicke schwarze Balken produziert.
Ein klassisches Smartphone-Design im XXL-Format ist robuster, alltagstauglicher und oftmals deutlich günstiger.
Ein Lichtblick: Das Redmi Note 17
Zum Glück gibt es Hinweise darauf, dass mein Wunsch nach echten Riesen-Smartphones bald in Erfüllung gehen könnte.
Xiaomi hat gerade erst die neue Redmi Note 17-Reihe für den chinesischen Markt angekündigt und durchbricht damit ganz offiziell die magische Grenze: Das Standardmodell kommt mit einem glatten 7,0-Zoll-OLED-Display daher. Damit thront es selbst über etablierten Giganten wie dem Samsung Galaxy S26 Ultra (6,9 Zoll).
Zusätzlich beweist Xiaomi genau den Vorteil, den ich oben bei der Hardware angesprochen habe: Im Gehäuse findet ein gigantischer 8.000-mAh-Akku Platz. Das Redmi Note 17 zeigt exakt in die Richtung, die ich mir für die Zukunft der Phablets wünsche.
Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Trend zur wahren Größe bald auch auf dem globalen Markt ankommt.
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