Pimp my PC: Komplexe Simulationen in 5.120 x 1.440 mit 60 FPS

Anspruchsvolle Simulationen, Software-Entwicklung und spezielle Mainboard-Anforderungen: Dieser PC-Wunsch bereitet unserem Upgrade-Experten Kopfzerbrechen.

von Michael Kister,
13.04.2021 05:00 Uhr

Dieses PC-Upgrade soll komplexe Simulationen in 60 FPS und 5.120 x 1.440 Bildpunkten ermöglichen. Dieses PC-Upgrade soll komplexe Simulationen in 60 FPS und 5.120 x 1.440 Bildpunkten ermöglichen.

Die folgende »Pimp my PC«-Anfrage von Plus-Mitglied Stabilostick ist für mich in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert. Hier seine Daten:

CPU

Intel Core i7-2600k

Mainboard

Asrock Z68 Extreme4 Gen3 (Intel Sockel 1155)

Arbeitsspeicher

DDR3-2133 2x8GB

Grafikkarte

Asus TUF Gaming 3090 OC (Nvidia RTX 3090)

Netzteil

680W, 10 Jahre alt

Kühler

Box Intel

Massenspeicher

2x Samsung Evo 860 Pro 1TB, für System und Daten

Gehäuse

Yeong Yang YY-0221 Server / Cube, 18 Jahre alt

Monitor-Auflösung

Samsung Odyssey G9, Widescreen 5.120 x1.440, 240Hz (Dual QHD), G-Sync kompatibel, FreeSync Premium Pro

Was willst du spielen?

• Microsoft Flight Simulator 2020
• AC
• iRacing
• Assetto Corsa Competizione
• 60 fps

Weitere Anmerkungen

• Home Office
• Videoschnitt
• Virtuelle Rechner
• Software-Entwicklung
• Thunderbolt 3
• 10G Ethernet ohne WiFi
• Wasserkühlung, dennoch leise
• abgestimmte Komponenten ohne Schwächen

Budget

ca. 1.500 Euro

Wenn ich die Angaben richtig verstehe, haben wir es hier mit einer Mischung aus Workstation und Spielemaschine zu tun. Einerseits soll sich das Kraftpaket für Videoschnitt, Virtual Machines sowie Software-Entwicklung eignen, andererseits vornehmlich für Simulationen wie den Microsoft Flight Simulator, iRacing und Assetto Corsa Competizione, aber auch für Assassin's Creed.

Dazu passt der Ultra Widescreen Curved Monitor Samsung Odyssey G9 mit einer Auflösung von 5.120 x 1.440 (Dual QHD oder DQHD) und einer maximalen Wiederholfrequenz von 240 Hz. Das entspricht der Darstellungsfläche von zwei 27 Zoll-Monitoren mit 2.160 x 1.440 (1440p oder QHD) nebeneinander. In Zahlen ausgedrückt sind das 7.372.800 Bildpunkte, während typisches UHD, also eine Auflösung von 3.840 x 2.160 (2160p), eine Pixelzahl von 8.294.400 aufweist und damit rund eine Millionen Bildpunkte mehr. Zur Orientierung kann man sich also recht gut an UHD-Benchmarks halten und hat sogar noch etwas Luft.

Zum Glück ist das in diesem Fall aber nicht so relevant, da eine Nvidia RTX 3090 bereits vorhanden ist. Eine ausladende und frustrierende Lamentatio über den Grafikkartenmarkt fällt heute also weg, sicher zur Erleichterung der Meisten. Dabei gilt zu beachten, dass auch eine RTX 3090 als derzeit leistungsstärkste Grafikkarte für derart hohe Auflösungen bei dem Microsoft Flight Simulator in den höchsten Einstellungen keine 60 FPS erreicht.

Simulationen wie Assetto Corsa Competizione sind sehr CPU-lastig. Simulationen wie Assetto Corsa Competizione sind sehr CPU-lastig.

Die vorliegenden Simulationen sind ziemlich CPU-lastig, profitieren jedoch wenig von besonders vielen, dafür schnellen Kernen. Und hier zeigt der inzwischen zehn Jahre alte Core i7-2600K wahrlich seine Grenzen. Immerhin hat der Prozessor bereits Multithreading, das rettet aber auch nicht mehr viel.

Richtig spannend wird es mit den Voraussetzungen ans Mainboard: Thunderbolt 3 und 10 Gigabit LAN. Darauf habe ich mich zuerst konzentriert und werde daher entgegen meiner üblichen Vorgehensweise auch als erstes auf die Findung des Mainboards konzentrieren und den passenden Prozessor nachlagern. Eines vorweg: Fast jedes Mainboard mit Thunderbolt 3 oder 4, das ich gefunden habe, hat auch WiFi integriert. Auch wenn du das nicht brauchst, wirst du damit leben müssen, dass dein neuer Rechner vermutlich WLAN und Bluetooth bieten wird, mit wenigen Ausnahmen.

Inhaltverzeichnis

Unser Selbstbau-Experte
Michael Kister ist freier Journalist und großer Verfechter des Selbstbau-PCs. Seit er vor über 20 Jahren seinen ersten eigenen Rechner gebaut hat, verfolgt er die technischen Entwicklungen im PC-Markt. Zur Standardausrüstung in seiner Tasche gehören ein Kreuzschlitz-Schraubenzieher, Wärmeleitpaste und ein paar Kabelbinder. Bei Technikquatsch podcastet er über mehr oder weniger aktuelle Meldungen aus der Welt der Technik.

Intel-Mainboards

Gehen wir doch gleich mal in die Suche: Wenn man auf den üblichen Vergleichsseiten wie Geizhals.de nach"»Thunderbolt 3« in Kombination mit »10 Gigabit LAN« filtert, muss man sich erst einmal darauf konzentrieren, dass einem nicht das Essen aus dem Gesicht fällt.

Das günstigste Mainboard in der Liste ist das MSI MEG Z490 Godlike für knapp 700 Euro. Dieses Mainboard kann einfach alles. Vollkommen Over-the-Top Stromversorgung für die CPU, RAM-Übertaktung, 10 Gigabit LAN, 2x Thunderbolt 3, WiFi 6, 3x M.2, 8x USB-A usw. Was es nicht hat: einen DisplayPort-In, um das Videosignal der Grafikkarte durch einen Thunderbolt-Anschluss zu schleifen. Und es ist ein Z490-Board und damit de facto schon wieder etwas veraltet.