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Seite 5: PS5 vs. Xbox Series X vs. PC im Specs-Vergleich - Wer hat wo die Nase vorn?

Die SSD und der Datendurchsatz

PlayStation 5

- 825 GByte NVMe-SSD
- 5,5 GByte/s (unkomprimiert), 8-9 GByte/s (komprimiert)

Xbox Series X

- 1.000 GByte NVMe-SSD
- 2,4 GByte/s (unkomprimiert), 4,8 GByte/s (komprimiert)

PC (High-End)

- typische Kapazitäten einzelner Datenträger zwischen 240 und 2.000 GByte
- PCIe 4.0 (SSD): ca. bis zu 8,0 GByte/s (Lesen) / 5,0 GByte/s (Schreiben)
- PCIe 3.0 (SSD): ca. bis zu 2,5 GByte/s (Lesen) / 1,5 GByte/s (Lesen)
- SATA 3 (SSD): ca. bis zu 0,5 GByte/s (Lesen/Schreiben)
- SATA 3 (HDD): ca. bis zu 0,2 GByte/s (Lesen/Schreiben)

Die neuen Konsolen setzen endlich auch auf SSD-Speicher, der im PC-Bereich gerade bei Spielern seit vielen Jahren fast schon der Standard ist (zumindest als primärer Datenträger und per SATA3-Anbindung).

Die PlayStation 5 und die Xbox Series X haben in diesem Punkt aber einen sehr großen Vorteil: Die Entwickler können sich darauf verlassen, dass eine SSD zum Einsatz kommt (die noch dazu sehr schnell ist), während viele PC-Spiele noch auf wesentlich langsameren SATA-3-SSDs oder gar HDDs installiert sind.

Welche Konsole liegt bei der SSD und dem Datendurchsatz vorne? Die interne SSD der Xbox Series X ist etwas größer, dafür fällt der maximale Datendurchsatz bei der PlayStation 5 etwa doppelt so hoch aus wie bei der neuen Microsoft-Konsole.

Während der leicht größere Speicherplatz der Xbox Series X nur überschaubare Vorteile bietet, könnte der sehr hohe Datendurchsatz der PS5 in der Praxis relevanter sein. Aber es gilt einmal mehr, dass es sehr schwer ist, die tatsächliche Bedeutung für Entwickler dieser auf dem Papier klar höheren Zahlen einzuschätzen.

Das ist auch deshalb der Fall, weil in der Praxis auf beiden Konsolen weitere Mechaniken und Ansätze im Hintergrund greifen, die für einen möglichst schnellen Zugriff auf die Daten Relevanz besitzen:

  • Die PS5 unterstützt unter anderem die besonders effiziente Dekompression im »Kraken«-Format und bietet sechs verschiedene Prioritäten-Level, um besonders wichtige Daten bevorzugt behandeln zu können
  • Die Xbox Series X vereint dagegen unter dem Begriff »Velocity Architechture« verschiedene Techniken für das effiziente und schnellere Streamen von Daten. So soll per »Direct Storage« (das auch für Windows angekündigt ist) die CPU-Last beim Streamen deutlich reduziert werden, während per »Sampler Feedback Streaming« (Teil der neuen Schnittstelle DirectX 12 Ultimate) nur die Teile von Texturen in den Speicher geladen werden, die wirklich für die Berechnung eines Bildes benötigt werden.

Ebenfalls zu bedenken: Microsoft muss den PC (siehe auch den nächsten Abschnitt) immer ein Stück weit mitdenken, was sich unter anderem daran zeigt, dass Direct Storage auch für Windows-PCs kommen soll. Sony kann sich dagegen voll und ganz auf seine Konsole konzentrieren.

Es gibt zwar auch für den PC sehr schnelle SSDs mit PCIe-4.0-Anbindung, sie sind aber noch selten und teuer und setzen momentan unter anderem AMDs X570-Chipsatz voraus. Es gibt zwar auch für den PC sehr schnelle SSDs mit PCIe-4.0-Anbindung, sie sind aber noch selten und teuer und setzen momentan unter anderem AMDs X570-Chipsatz voraus.

Wie schlagen sich aktuelle Spiele-Rechner im Vergleich? Grundsätzlich steht hier zwar oftmals SSD-Speicher für Spiele zur Verfügung. Da aber die günstigeren Modelle mit SATA3-Anbindung (statt der teureren Modelle mit schneller Anbindung per PCIe 3.0 oder gar 4.0) noch klar die Mehrheit ausmachen dürften, erreicht er in der Regel nicht annähernd so hohe Datenraten wie die SSD-Lösungen der kommenden Konsolen.

Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass Spiele bei gar nicht mal so wenigen PCs auf einer nochmal deutlich langsameren HDDs installiert sein dürften. Hintergrund ist der, dass HDDs immer noch deutlich mehr Speicherplatz für weniger Geld bieten als SSDs, während Spiele gleichzeitig tendenziell immer größer werden.

Auswirkungen auf den Spiele-PC: In diesem Bereich fällt es schwer, einzuschätzen, wie die Entwickler von Spielen mit den nun sehr unterschiedlichen Gegebenheiten auf den Konsolen und dem PC umgehen werden.

Auf der einen Seite stehen die neuen Konsolen, die nicht nur auf sehr schnelle SSDs setzen, sondern auch im Hintergrund Hard- und Software-seitig Techniken anwenden, die sich nicht so ohne weiteres auf Windows-PCs übertragen lassen dürften.

Das ist auch deshalb der Fall, weil auf der anderen Seite Spiele-Rechner mit einer Vielzahl an möglichen Speicherkombinationen stehen (HDD, SATA3-SSD, PCIe-3.0-SSD, PCIe-4.0-SSD).

Eine durchaus nahe liegende Auswirkung der neuen Konsolen auf dem PC ist jedenfalls, dass dadurch eine SSD zur Mindestvoraussetzung bei so manchem neuen Spiel werden könnte.

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