PlayStation 6 »Lite«: Insider erklärt, warum Sony diesen »Albtraum«-Weg nicht gehen wird

Die Preisfrage rund um die PlayStation 6 heizt Spekulationen an, dass Sony vielleicht ein abgespecktes »Lite«-Modell ins Portfolio bringt. Ein bekannter Insider schiebt dieser Idee einen Riegel vor.

PlayStation 6 Lite: AMD-Insider Kepler_L2 erklärt, warum ein günstiges Einstiegsmodell auf Handheld-Basis technisch scheitert – und welche Alternative er für realistisch hält. (© Sony) PlayStation 6 Lite: AMD-Insider Kepler_L2 erklärt, warum ein günstiges Einstiegsmodell auf Handheld-Basis technisch scheitert – und welche Alternative er für realistisch hält. (© Sony)

Die Hardwarekrise macht nicht nur etwas mit der Gegenwart, sondern auch mit Zukunftsplänen von Herstellern. Um die PlayStation 6 ranken sich deshalb bereits seit geraumer Zeit Gerüchte – mancherorts von einem Einstiegspreis von fast 1.000 US-Dollar ist die Rede.

Ein anderes Gerücht bezieht sich auf eine mögliche »PS6 Lite«, die vom YouTuber Moore's Law is Dead anhand einer Rechnung an Materialkosten in den Raum geworfen wurde und analog zur Xbox Series S eine abgespeckte Version der neuen Sony-Konsole darstellen könnte.

Diese Mutmaßungen wurden nun von einem Leaker mit deutlich besserer Trefferquote zurückgewiesen: Laut Kepler_L2 wäre eine solche Konsole ein »Albtraum für Entwickler«.

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Das Ausgangsgerücht im Überblick

Die Spekulation kam auf, nachdem Moore's Law is Dead eine detaillierte Analyse der geschätzten Herstellungskosten der PlayStation 6 veröffentlicht hatte.

  • Auf Basis einer Stückkostenrechnung berechnete er eine BOM (»Bill of Materials«; dt.: Materialkosten) von rund 743 US-Dollar für die Heimkonsole.
  • Dabei diskutierte er auch ein hypothetisches »PS6 S«-Modell auf Basis der schwächeren Canis-APU des geplanten PS6-Handhelds, das demnach mit rund 399 US-Dollar deutlich günstiger angeboten werden könnte.

Zumindest die BOM-Rechnung der PS6 wird auch von Kepler_L2 in ähnlichen Sphären vermutet, woraus sich auch die bisherige Spekulation über eine UVP von 800 bis 950 US-Dollar ergab.

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Canis-APU am TV: Das Upscaling-Problem

Der Kern des Problems liegt in der Architektur des »Canis«-Chips, der laut bisherigen Leaks als APU für das PS6-Handheld vorgesehen ist.

Diese Canis-APU wurde laut Kepler_L2 mit speziellen Low-Power-Bibliotheken entwickelt und könne unabhängig von der zugeführten Leistung nicht auf hohe Taktraten skaliert werden. Für ein Heimkonsolensystem, das 4K-Ausgabe liefern soll, sei das schlicht ungeeignet.

Hinzu kommt dem Leaker zufolge das Upscaling-Problem:

  • Ein Handheld mit einem kleinen 1080p-Display stellt fundamental andere Anforderungen als ein 4K-Fernseher im Wohnzimmer. Der Sprung von 1080p auf 4K entspricht schließlich einem 16-fachen Upscaling.
  • Selbst moderne Upscaler wie FSR 5 oder PSSR 3 können das nicht verlustfrei kompensieren: Wenn der Upscaling-Prozess auf dem Canis-Chip bei 1080p rund 2 ms beanspruche, steige dieser Aufwand bei 4K-Ausgabe auf circa 8 ms.
  • Selbst mit erhöhten Taktraten im angedockten Betrieb sei eine Mindestlatenz von 5 bis 6 ms kaum zu unterschreiten.

Ein weiterer offener Punkt: Ob Sony für Entwickler überhaupt verpflichtenden Handheld-Support vorsieht, sei bislang nicht bestätigt. Ohne diese Vorgabe würden Entwickler durch ein Lite-Modell auf Canis-Basis gezwungen, ihre Spiele für drei verschiedene Leistungsklassen gleichzeitig zu optimieren.


Dass so eine Abstufung bei Entwicklern unbeliebt ist, erlebt Mircosoft am eigenen Leib – manche wünschen sich, es hätte die Xbox Series S nie gegeben.


»Orion-Lite« als mögliche Alternative

Kepler_L2 hält eine günstigere PS6 dennoch für prinzipiell möglich – allerdings auf Basis des Orion-Chips, der laut bisherigen Leaks die PlayStation 6 antreibt.

Eine abgespeckte Konfiguration könnte demnach so aussehen:

  • 6-Kern-CPU-Cluster,
  • 16 WGP im GPU-Bereich
  • rund 10 Prozent weniger Takt bei CPU und GPU
  • 128-Bit-Speicherbus mit 24 GByte RAM

Diese Konfiguration würde laut Kepler_L2 die Herstellungskosten um rund 60 US-Dollar durch den reduzierten RAM senken, dazu kommen weitere 20 bis 30 US-Dollar durch eine kleinere Platine sowie vereinfachte Kühlung.

Eine Verkleinerung der SSD auf 512 GB würde die Kosten weiter drücken – aber nur dann sinnvoll sein, wenn Sony Entwickler zu NTC verpflichte, einem Datenkomprimierungsstandard für SSD-Zugriffe.

700 US-Dollar und kein Ausweg nach unten?

Sollten die BOM-Schätzungen von Kepler_L2 und MLID zutreffen, steht Sony vor einer Preisfrage, die das Potenzial für Turbulenzen hat.

MLIDs Analyse sieht ohne Zölle und bei sinkenden DRAM-Preisen einen Verkaufspreis von rund 749 US-Dollar als realistisch an – mit den aktuell gültigen US-Zöllen von 30 Prozent könnte der Preis auf bis zu 949 US-Dollar steigen. Ob Sony die Differenz subventioniert oder auf den Käufer abwälzt, ist offen.

Kepler_L2 stellte wiederum genau diese Subvention in Frage, da Xbox nicht mehr als direkter Konkurrent gesehen wird. Ein günstigeres Lite-Modell auf Canis-Basis wäre in diesem Umfeld jedenfalls kein Ausweg, sondern nach Einschätzung des Leakers schlicht nicht machbar.

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