Predator: Badlands ist gestartet – doch kaum jemand weiß, wie die unheimlichen Klicklaute wirklich entstanden

Eine überstrapazierte Stimme, ein Kindheitstrauma und ein bisschen Glück – so entstand eines der unheimlichsten Geräusche der Filmgeschichte.

So sieht der heranwachsende Predator aus. (Bildquelle: 20th Century Studios, GameStar Tech) So sieht der heranwachsende Predator aus. (Bildquelle: 20th Century Studios, GameStar Tech)

Es gibt diese kleinen Momente in Filmen, in denen sich etwas unvergesslich tief einbrennt. Nicht immer durch Bombast, sondern manchmal auch durch subtile Geräusche.

Das sanfte Pochen der Bewegungs-Detektoren in Aliens aus dem Jahr 1986 zum Beispiel. James Cameron ist es damit gelungen, aus etwas eigentlich Ruhigem etwas Bedrohliches zu machen.

In Predator von 1987 gibt es ein ähnliches Geräusch. Das metallische, fast insektoide Klicken des gleichnamigen Antagonisten des Films.

Ein Laut, der irgendwo zwischen Tier und Maschine liegt, zwischen Atem und Sprache.

Und doch stammt er nicht aus der Trickkiste eines Soundeffekt-Spezialisten, sondern aus der Kehle eines echten Menschen: Peter Cullen, Synchronsprecher und Stimmakrobat, der schon King Kong und Optimus Prime seine Stimme lieh.

Wie Cullen auf die Idee mit den Klicklauten kam, ist eine besondere Geschichte. Sie handelt von Leistungsdruck und Kreativität – aber auch davon, wie eine vergleichsweise unscheinbare Kunst durch etwas Künstliches ersetzt wird.

Eine Stimme am Limit

In einem Interview vor einigen Jahren verriet Cullen, wie er die Stimme des Predators erfunden hatte.

Kurz bevor die Aufnahmen für den Action-Horrorfilm begannen, hatte er für King Kong Lives unzählige Monsterlaute eingesprochen – elf Filmrollen voller tiefem Grollen und Brüllen.

Zu viel für seine Stimme: Kehlkopf und Stimmbänder waren so stark überstrapaziert, dass Cullen sogar Blut hustete.

Vermutlich kam es zu kleinen Verletzungen der Schleimhaut oder Blutgefäße in den Stimmbändern. Ein gar nicht so untypisches Problem unter Synchronsprechern, das in der Branche sogar einen eigenen Namen hat: die sogenannte Blutkehle (blood throat).

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Dauerhaft waren die Schäden zum Glück nicht, und Cullen konnte seinem Beruf weiter nachgehen. Aber er musste seine Stimme schonen, denn sonst hätte sie tatsächlich bleibenden Schaden genommen:

Chronische Entzündungen, Stimmbandknötchen oder Vernarbungen können die Stimmqualität dauerhaft beeinträchtigen – für einen Synchronsprecher potenziell das Ende der Karriere.

Ursprünglich sagte Cullen seinem Agenten daher ab, dem Predator seine Stimme zu leihen.

Doch 20th Century Fox bestand darauf, dass er trotzdem ins Studio kam. Vermutlich waren entsprechende Verträge bereits unterschrieben.

Cullen erschien also widerwillig, und mit der klaren Absicht, keine Monsterlaute von sich zu geben.

Die Geburt der Klicklaute

Das änderte sich, als man ihm schließlich das Design des Predators zeigte. Der auffällige, tentakelartige Mund des Außerirdischen weckte in ihm eine Erinnerung:

Als Kind hatte er am Strand sterbende Hufeisenkrebse gesehen, hierzulande eher bekannt als Pfeilschwanzkrebse. Cullen erinnerte sich an das Knistern, Klicken und Blubbern dieser Tiere und kam so auf die Idee, den Predator in dieser Art zu vertonen.

Die Klickgeräusche entstanden also nicht aus einer geplanten Schonhaltung, sondern aus Notwendigkeit und Vorstellungskraft. Dass sie seine Stimmbänder dabei schonten, war eher ein glücklicher Zufall – aber einer, der Filmgeschichte schrieb.

Sprache aus Klicks und Knurren

Die Predators sind eine intelligente, technische Spezies. Die Symbole auf den Steuerpulten ihrer Raumschiffe belegen, dass sie eine Sprache besitzen.

Im erweiterten Kanon zur Filmreihe erfahren wir nicht nur ihren eigentlichen Namen – Yautja –, sondern auch, dass ihre Sprache aus komplexen Klick-, Knurr- und Schnalzlauten besteht.

Eine brillante Idee: Die Yautja nutzen dadurch eine Form der verbalen Kommunikation, die uns kaum fremder erscheinen könnte. Perfekt für unbekannte Wesen aus dem All – und gleichzeitig zutiefst bedrohlich.

In Predator: Badlands hört sich der diesmal als Protagonist dargestellte jugendliche Predator zwar stellenweise an, als spräche er Klingonisch, doch die ikonischen Klickgeräusche hat er nicht verlernt.

Ein Laut zwischen Mensch und Maschine

Schon ab Predator 2 (1990) kam kein Synchronsprecher mehr zum Einsatz, um das unheimliche Klicken zu vokalisieren. Stattdessen mischte das Sounddesign-Team rund um Tonmeister Larry Hopkins die Laute aus Tierstimmen, elektronischen Filtern und Samples.

In Prey (2022) schließlich wurde eine vollständig digital erzeugte Soundpalette verwendet.

Vielleicht liegt genau darin die Ironie: Je maschineller die Klickgeräusche generiert werden, desto näher kommen sie dem, was Cullen einst erschaffen wollte – etwas Unwirkliches, das zwischen menschlicher Verletzbarkeit und perfektem Jäger schwebt.

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