Technik kann auf verschiedene Art und Weise dabei helfen, uns die Natur näherzubringen. Was zunächst etwas widersprüchlich klingen mag, verkörpert der Italiener Oreste Forno gleich in doppelter Hinsicht.
- Einerseits, weil er durch seinen guten bezahlten IT-Job bei IBM die Möglichkeit hatte, sechs Monate unbezahlten Urlaub zu nehmen, um sich seinen Traum von einer Himalaja-Reise zu verwirklichen. Sie gefiel ihm sogar so gut, dass er danach bei IBM kündigte und sieben Jahre lang als Bergführer im Himalaja blieb.
- Andererseits, weil Forno inzwischen einen YouTube-Kanal betreibt, über den er die Schönheit der Natur seinem Publikum auch dank seines technischen Know-hows mit eindrucksvollen Bildern näher bringt. Dort zeigt er die Umgebung seiner einfachen Hütte auf 2.000 Metern Höhe in den Alpen, die er vor über 30 Jahren gebaut hat.
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Ein Kind der Natur landet bei IBM
Forno ist im Norden Italiens im Dorf Monastero nahe des Berges Monte Disgrazia geboren.
In einer italienischen YouTube-Dokumentation zu seinem Leben in den Bergen beschreibt er seine frühe Faszination für die Natur:
Ich landete hier mit zwei anderen Freunden, als wir Pilze suchen gingen und fand mich direkt gegenüber dem Monte Disgrazia wieder. Ich hatte noch nie einen Gletscher gesehen und war überwältigt. Ich spürte ein echtes Bedürfnis, hinaufzusteigen: Wie schön, auf den Gipfel zu gehen.
Link zum YouTube-Inhalt
Doch das Leben in einer modernen Gesellschaft stellt so seine Anforderungen, denen auch Forno gerecht werden musste. Bergsteigen ist eine Leidenschaft, und um zu leben, muss man arbeiten
, so der Italiener.
Interessanterweise entschied er sich für eine Arbeit, die von der Natur kaum weiter weg sein könnte: Er machte eine Ausbildung zum Elektrotechniker und war schließlich 17 Jahre lang für IBM tätig, inklusive regelmäßigen Pendelns zwischen den USA und Italien, wie er im Film Guardiano di Stelle erzählt:
Ich erinnere mich an die Zeiten, als ich wie ein normaler Mensch in einem Büro gearbeitet habe, am Computer. Für die Arbeit bin ich damals in den USA hin und her geflogen, hatte meine Termine, meine Reisen und so weiter.
Schließlich wurde das Bedürfnis nach Freiheit
zu stark, so Forno. Doch dass er nicht nur ein Kind der Natur ist, sondern auch jemand, der sich mit Technik sehr gut auskennt, merkt man seinen YouTube-Videos deutlich an.
Technik trifft Talent – und vermittelt eine Botschaft
Forno nutzt für seine teils spektakulären YouTube-Videos moderne Technik. Kameras mit Nachtsichtmodus halten das Leben von Bären fest, Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln und zu wechselnden Tageszeiten in hoher Qualität zeigen die Schönheit der Bergwelt und Nahansichten von Tieren erlauben einen Blick auf ihr natürliches Verhalten.
Die meist hochwertige Art der Produktion und Fornos Gefühl für besondere Blickwinkel und Bilder erwecken eher den Eindruck, auf dem YouTube-Kanal eines professionellen Dokumentationsfilmers gelandet zu sein als bei einem Hobbyprojekt.
Die meisten seiner Videos erreichen immerhin vier- bis fünfstellige Aufrufzahlen. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, war er aber auch als Wärter eines Staudamms tätig, worüber er sogar ein Buch geschrieben hat. Forno sagt in der Dokumentation über ihn Folgendes zu diesem Job:
Der Wärter eines Staudamms zu sein, bedeutete, völlig in die Natur einzutauchen. Das hat mir die Tierwelt eröffnet: Es gab Gämsen, Hirsche, Steinböcke und Adler. Wenn ich bei den Tieren bin, fühle ich mich wie eines von ihnen. Ich habe das Gefühl, dass sie mich erkennen und akzeptieren. Es ist etwas Wunderschönes, denn ich fühle mich wirklich im Einklang und in Harmonie mit diesen Tieren.
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Dass er weiterhin Videos produziert, hat heute gleichzeitig andere Gründen als noch kurz nach der Gründung seines YouTube-Kanals, wie Forno folgendermaßen erklärt:
Mit der Tierwelt erlebe ich noch viel größere Freuden als beim Bergsteigen. Damals legte ich Wert darauf, zu zeigen, was ich tat; heute brauche ich niemanden, der sagt "Oh toll, wie du den Adler gefilmt hast". Ich zeige es trotzdem aus dem Wunsch, schöne Dinge zu teilen. Ich glaube, wenn die Menschen dieser Tierwelt etwas näher kommen würden, würden sie sich ein wenig bessern – denn von der Tierwelt kann man so viel lernen. Wenn Tiere töten, dann weil sie fressen müssen. Aber Tiere führen keinen Krieg, und Tiere brauchen keine Macht.
Eine Botschaft, die wir zum Abschluss dieses Artikels einfach mal so stehen lassen.

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