Nubias Tochtermarke Redmagic ist seit Jahren im Bereich Mobile Gaming aktiv und versorgt Spieler mit leistungsstarken Gaming-Handys, die trotz Top-Ausstattung erschwinglich sind. Das neue Redmagic 10S Pro bildet keine Ausnahme.
Angetrieben mit dem Snapdragon 8 Elite-Chip und bis zu 24 Gigabyte Arbeitsspeicher überholt es bei der Gesamtleistung sogar knapp das Samsungs Galaxy S25 Ultra und Honor Magic7 Pro.
Macht es das zu einem perfekten Flaggschiff-Smartphone? Mein Test zeigt, dass der Hersteller seine Nische gefunden hat, für die das Modell eine gute Wahl ist. Doch abseits des Gaming-Themas gibt es einige große Kompromisse, die sicher nicht jeder eingehen will.
Transparenzhinweis: Nubia hat mir das Redmagic 10S Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Inhaltsverzeichnis
So habe ich getestet
Ich habe das Redmagic 10S Pro fünf Tage im Alltag genutzt und das Gerät dabei so vielseitig wie möglich verwendet. Ganz ersetzen kann ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich zudem verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere.
Spezifikationen
| Redmagic 10S Pro | |
| Display | AMOLED, 144 Hertz, 2.000 Nits Spitzenhelligkeit, 1.216 x 2.688 Pixel, 431 ppi, 6,85 Zoll |
| Abmessungen | 163,4 x 76,1 x 8,9 Millimeter |
| Gewicht | 229 Gramm |
| OS-Version | Android 15, Redmagic OS 10.5 |
| Geplante Updates | 5 Jahre |
| Kamera | Hauptkamera: 50 Megapixel, f/1.9, OIS Ultraweitwinkel: 50 Megapixel, f/2.0 Makro: 2 Megapixel Frontkamera: 16 Megapixel, unter dem Display |
| Prozessor / GPU | Qualcomm Snapdragon 8 Elite (3 nm, 2 x 4.47 GHz + 6 x 3.53 GHz), Adreno 830 |
| RAM / Speicher | 256 GB + 12 GB RAM, 512 GB + 16 GB RAM, 1 TB + 24 GB RAM (UFS 4.1 Pro) |
| Akku | 7.050 mAh, 80 W Schnellladen |
| Display-Entsperrmethode | Fingerabdrucksensor unter dem Display, Gesicht, PIN, Muster |
| Anschluss | USB-C 3.2, 3,5mm Klinke |
| IP-Zertifizierung | IP54 |
| Konnektivität | WiFi 7, Bluetooth 5.4, NFC, 5G, GPS, GLONASS, BDS, GALILEO, Infrarot |
| Farben | Nightfall (Mat-Schwarz), Moonlight (Silber-Transparent), Dusk (Schwarz-Transparent) |
| Preis (UVP) | Ab 650 Euro |
Preis und Verfügbarkeit
Das Redmagic ist in drei unterschiedlichen Speicherausstattungen sowie Farben erhältlich. Die Preise liegen je nach Modell zwischen 650 und 999 Euro. Mein Tipp: Kauft am besten direkt im Herstellershop, da das Modell etwa bei Amazon meist deutlich teurer angeboten wird.
Lieferumfang
Im Lieferumfang des Redmagic 10S Pro ist alles enthalten, was ihr für die Nutzung des Smartphones benötigt:
- USB-C-auf-USB-C-Kabel mit einer Länge von einem Meter
- Eine Schutzhülle aus hartem Kunststoff
- Ein SIM-Eject-Tool
- Ein Netzteil mit 80 Watt Leistung
Das beigelegte Netzteil ist inzwischen längst kein Standard mehr und bei den allermeisten Smartphones nicht im Lieferumfang enthalten. Somit müsst ihr euch kein passendes Kabel zulegen, zumal das enthaltene die flotte Schnellladung mit 80 Watt unterstützt.
Der Hersteller bringt außerdem eine Schutzfolie ab Werk aufs Display auf. Hier lautet mein Ratschlag wie so oft: Da die aufgebrachte Folie sehr dünn und kratzempfindlich ist, tauscht sie perspektivisch am besten gegen eine robuste Panzerglasfolie aus.
6:15
Wer auf dem Handy spielt, sollte sich ein Gadget genauer ansehen – im Video zeige ich, warum
Design und Verarbeitung
Beim Design hat sich gegenüber den Vorgängermodellen nicht so viel getan – das Redmagic 10S Pro ist im Vergleich mit dem 9 Pro etwas zurückhaltender und schreit den industriellen Look mit seinen auffälligen Emblemen und sichtbaren Torx-Schrauben nicht mehr laut in die Welt.
Das Design ist zwar weiterhin ähnlich zum Vorgänger, hinter dem transparenten Rückglas aber nun deutlich dezenter gehalten. Einzig auffällig bleibt die RGB-Beleuchtung an Lüfter, Logos sowie den Sensor-Schultertasten – ganz Gaming eben.
Ansonsten zeigt sich das Redmagic relativ unauffällig. Was mir gut gefällt: Das Smartphone verzichtet auf eine Kamerainsel oder herausragende Linsen. Die Rückseite ist komplett plan – das ist heutzutage selten, sorgt aber dafür, dass das Handy auf dem Tisch nicht kippelt, wenn man aufs Display tippt.
Womit der Einsatz des glatten Rückseitenglases einhergeht, ist die Anfälligkeit für Fingerabdrücke. Das lässt sich nicht vermeiden. Wer die Schutzhülle nutzt, wird jedoch keine Probleme damit haben.
Zum Material: Hier setzt man auf Glas (das Display-Glas stammt von Gorilla Glass, es gibt aber keine näheren Hinweise zum genauen Modell) und Aluminium. An der Verarbeitungsqualität gibt es nichts zu meckern, sie liegt auf einem hohen Niveau.
Größenseitig gehört das Redmagic 10S Pro mit 6,85 Zoll großem Display definitiv zu den wuchtigeren Handys, die mit einer Hand kaum bedienbar sind. Zugute kommt dem Modell immerhin, dass es mit 7,6 Zentimetern nicht extrem breit ist, wodurch kein Backstein-Gefühl entsteht.
Physische Tasten und Anschlüsse:
- Rechte Seite: Sensor-Schultertasten, Lautstärkewippe, Ein-/Ausschalter, Schiebeschalter für den Wechsel in das RedMagic OS oder andere Shortcuts
- Oberseite: Lautsprecher, Mikrofon für ANC, Kopfhörerausgang, Infrarot-Blaster
- Unterseite: USB-C-Buchse, Lautsprecher, Mikrofon, SIM-Karten-Fach
An beiden Seiten besitzt das Redmagic 10S Pro zwei Lüfterschlitze, die die warme Luft aus dem Inneren über den verbauten, physischen Lüfter nach außen bringen. Das bedeutet, dass das Handy nicht so robust ist wie Handys mit passiver Kühlung.
Das Smartphone besitzt eine IP54-Zertifizierung und ist damit geschützt gegen Spritzwasser und Staub, aber nicht vollständig wassergeschützt.
Prozessor und Speicher
Das Herzstück des Redmagic 10S Pro ist der Snapdragon 8 Elite Leading Version – eine übertaktete Variante von Qualcomms aktuellem Flaggschiff-Prozessor. Die Performance-Kerne takten mit bis zu 4,47 GHz, die GPU mit 1,2 GHz.
Die Benchmark-Ergebnisse sprechen für sich: In Geekbench 6 erreichte mein Testgerät 3.154 Punkte im Single-Core und 9.912 Punkte im Multi-Core-Test. Damit liegt es ganz knapp hinter dem S25 (Ultra) und Honor Magic7 Pro, die ebenfalls auf den Snapdragon 8 Elite setzen.
Zum Ausklappen antippen / anklicken
Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.
Bei AnTuTu erreicht das Handy stolze 2.859.587 Punkte. In der Gesamtperformance, in die auch RAM- und Speichergeschwindigkeit einfließen, schlägt das Redmagic 10S Pro damit sogar Samsung Galaxy S25 Ultra, Honor Magic7 Pro oder Nubia Z70 Ultra.
Damit ist es das leistungsfähigste Android-Smartphone, das ich bislang testen konnte. Allerdings liegen die Werte nur leicht über den Konkurrenzmodellen – im Alltag ist der Unterschied nicht spürbar.
In der Praxis ist das Smartphone mit den meisten Apps schlicht unterfordert, ob nun Games, Social Media, Streaming und Co. Apps öffnen sich praktisch verzögerungsfrei, Multitasking funktioniert mit meinem 16-GB-RAM-Testgerät butterweich und selbst anspruchsvolle Spiele wie »Genshin Impact« oder »Call of Duty Mobile« laufen mit maximalen Grafikeinstellungen flüssig.
Dabei profitiert das System auch vom schnellen LPDDR5T-RAM und UFS-4.1-Pro-Speicher, die beide zu den schnellsten aktuell verfügbaren Technologien gehören.
Geekbench CPU Single Core
Redmagic 10S Pro
- Bewertung
- 0
- 660
- 1320
- 1980
- 2640
- 3300
Erhältlich ist das Redmagic 10S Pro mit 12, 16 und 24 Gigabyte Arbeitsspeicher und 256, 512 Gigabyte oder sogar einem Terabyte Speicherplatz. Da sich dieser nicht erweitern lässt, solltet ihr vor dem Kauf überlegen, wie viel Gerätespeicher ihr benötigt.
Beim Kühlsystem setzt der Hersteller neben dem physischen Lüfter (bis zu 23.000 Umdrehungen pro Minute) auf Flüssigmetall sowie eine große passive Kühlkammer. Gerade in Benchmarks, wo die Leistung ans Limit getrieben wird, wird das Smartphone zwar warm – allerdings nicht unangenehm. Die Kühlung arbeitet also insgesamt effizient.
Der Lüfter selbst ist so eine Sache. Er lässt sich glücklicherweise über den Gaming-Bereich Redmagic OS abschalten, ab Werk startet er jedoch mit allen Spielen oder Benchmark-Apps sofort nach dem Öffnen.
Dabei dreht er schnell so hoch, dass das Handy wie ein Laptop klingt – also ziemlich laut. Das passiert natürlich zugunsten der Leistung, kann aber nerven, wenn ihr beispielsweise ohne Ton spielt.
Display
Das 6,85 Zoll große AMOLED-Display ist ein Highlight des Redmagic 10S Pro. Mit 144 Hertz Bildwiederholrate und einer Auflösung von 1.216 x 2.688 Pixeln bietet es eine flüssige und scharfe Darstellung. Die Pixeldichte von 431 ppi sorgt für scharfe Inhalte, bei denen ich einzelne Pixel nur mit der Lupe erkenne.
Die Helligkeit ist hervorragend: Mit bis zu 2.000 Nits Spitzenhelligkeit ist das Display selbst bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos ablesbar.
Die Displayränder fallen sehr dünn aus – wie auch bei anderen aktuellen Top-Smartphones. Allerdings gibt es beim Display noch eine Besonderheit: Das Smartphone verzichtet auf eine Notch oder ein Punch-Hole. Die Frontkamera ist unter dem Display versteckt und mit bloßem Auge nur in bestimmten Winkeln und mit Lichteinstrahlung ganz leicht zu erkennen.
Das Konzept kennen wir unter anderem von Samsungs Z Fold-Reihe, wobei sich der Hersteller beim Z Fold 7 wieder davon verabschiedet hat und auf eine Punch-Hole-Kamera setzt – zugunsten der Qualität. Redmagic zieht dieser das vollflächige Display vor; definitiv ein Streitpunkt, zu dem wir noch beim Kamera-Abschnitt kommen werden.
Unter dem Display befindet sich ebenfalls der optische Fingerabdrucksensor, der das Handy zuverlässig und zügig entsperrt. Bei Premium-Geräten kommt inzwischen häufig ein Ultraschallsensor zum Einsatz, der nochmals schneller und zuverlässiger arbeitet. Im Alltagstest konnte ich jedoch keine Einschränkungen des optischen Sensors ausmachen. Er funktioniert einwandfrei.
Akkulaufzeit
Die hohe Leistung sowie das helle Display verbrauchen natürlich auch entsprechend Energie. Daher finde ich es löblich, dass der Hersteller einen enorm großen Akku in das Redmagic 10S Pro verbaut hat.
Während viele Geräte zwischen 5.000 und 6.000 Milliamperestunden aufweisen, ist das Gaming-Handy mit einem großem 7.050-Milliamperestunden-Akku ausgestattet. Wie schon beim Nubia Z70 Ultra kommt die neue Akku-Technologie mit Silizium-Kohlenstoff-Anode zum Einsatz.
Sie bietet gegenüber traditionellen Lithium-Ionen-Akkus unter anderem den Vorteil, dass sie bei gleicher Größe höhere Kapazitäten bietet. Zudem sind die neuen Akkus resistenter gegenüber extremen Temperaturen – ob nun hoch oder niedrig.
Zum Ausklappen antippen / anklicken
Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.
Der Benchmark mit PCMark spricht trotz großem Akku jedoch eine eindeutige Sprache: Hier schneidet das Smartphone im Vergleich mit anderen Geräten nicht so gut ab. Mit 13:57 Stunden siedelt es sich im unteren Bereich an, trotz des großen Akkus.
PCMark Akku-Benchmark
Redmagic 10S Pro
- Bewertung
- 0,00
- 6,00
- 12,00
- 18,00
- 24,00
- 30,00
Die Akkulaufzeit ist bei einem Gaming-Handy natürlich immer so eine Sache. Wenn ihr es für den gedachten Zweck nutzt und stundenlang anspruchsvolle Spiele zockt, muss das Smartphone spätestens abends an die Steckdose.
In meinen Tests erreichte das Gerät bei gemischter Nutzung allerdings rund anderthalb Tage Laufzeit. Das ist ordentlich, wenn auch im Hinblick auf den großen Akku nicht wirklich beeindruckend.
Die Ladegeschwindigkeit ist mit 80 Watt flott und das Laden eines leeren Akkus ist nach rund 50 Minuten beendet. Auch hier bieten andere Hersteller mitunter schon mehr Ladeleistung, allerdings gibt es auch viel langsamere wie etwa das Galaxy S25 Ultra mit nur 45 Watt.
Worauf der Hersteller leider verzichtet, ist kabelloses Laden. Fairerweise muss es bei einem Basispreis von 650 Euro allerdings irgendwo Abstriche geben.
Kamera
Das Kamerasystem des Redmagic 10S Pro besteht aus einem Ultraweitwinkel, einem Weitwinkel sowie einer Makro-Linse. Die 50-Megapixel-Hauptkamera mit f/1.9-Blende und optischer Bildstabilisierung liefert bei guten Lichtverhältnissen sehr ordentliche Ergebnisse.
Das gilt auch für die 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Man muss allerdings einige Meter von Objekten entfernt stehen, damit diese nicht unscharf werden. Das finde ich etwas schade.
Die Makro-Linse mit zwei Megapixeln Auflösung hätte man sich aus meiner Sicht sparen können, denn die Qualität ist schlecht. Möglicherweise setzt Redmagic die Optik aber auch für Tiefenschärfeinformationen der Hauptkamera ein und sie ist dafür wichtig.
Mit den beiden Hauptkameras gelingen scharfe und kontrastreiche Aufnahmen. Sie übersättigen mitunter jedoch etwas. Das führt dann beispielsweise bei Blumenblüten teilweise zu ausgebrannten Farben. Insgesamt liegt die Qualität der beiden Haupt-Optiken auf dem Niveau günstiger Mittelklasse-Geräte.
Nach Anbruch der Dämmerung, also bei wenig Licht, fallen die Ergebnisse eindeutig aus: Gerade der Ultraweitwinkel neigt zu starker Unschärfe, wenn man das Smartphone nicht extrem ruhig hält. Sowohl ihm als auch der Hauptkamera gelingen unterm Strich keine guten Aufnahmen.
Die Fotos sind wenig detailliert und stellenweise sehr weichgezeichnet, um ein Rauschen zu verhindern. Aktuelle und günstigere Mittelklasse-Handys wie das Nothing Phone (3a) Pro bekommen das schon etwas besser hin.
Folgende Aufnahmen sind rund 40 Minuten nach Sonnenuntergang entstanden, es war also noch nicht stockdunkel:
Die 16-Megapixel-Unter-Display-Frontkamera ist ein Kompromiss zwischen Design und Funktionalität. Selfies wirken milchig und weichgezeichnet. Bei gutem Licht ist die Kamera maximal für Videocalls ausreichend, für Selfies eher nicht. Bei schlechterem Licht sieht es noch schlimmer aus: Hier ist die Qualität einfach nur unterirdisch schlecht.
Die Qualität der Selfiekamera ist wirklich schlecht. Bei viel Licht ist sie gerade so hinnehmbar, bei weniger Licht sollte sie nicht verwendet werden. (Bildquelle: GameStar Tech)
Man kann sich natürlich darüber streiten, ob man in einem dezidierten Gaming-Handy mit maximaler Leistung nun eine Selfie-Kamera mit guter Qualität braucht – für mich persönlich spielt sie keine Rolle, denn ich nutze die Frontkamera nie. Dennoch bin ich etwas erschrocken, als ich die Aufnahmen gesehen habe. Dafür profitieren Nutzer vom vollflächigen Display ohne Kameraaussparung.
Kurzfazit zur Kamera:
Wem die Hauptkamera wichtig ist und wer viel mit dem Smartphone fotografiert – für den ist das Redmagic 10S Pro nicht die richtige Wahl. Zwar gelingen durchaus gute Aufnahmen, wenn das Licht stimmt – allerdings sind andere Smartphones deutlich besser und mitunter dank Telezoom oder In-Sensor-Zoom flexibler aufgestellt. Für gelegentliche Schnappschüsse oder Urlaubsfotos reicht die Qualität jedoch aus. Von der Frontkamera kann man dies jedoch nicht behaupten.
Lautsprecher und Kopfhöreranschluss
Das Stereo-Lautsprechersystem liefert für ein Smartphone einen annehmbaren Sound. Die Maximallautstärke ist hoch, ohne dabei unangenehm zu verzerren. Für Gaming ohne Kopfhörer ist die Qualität ausreichend.
Musik klingt ordentlich, erreicht aber natürlich nicht die Qualität kompakter Bluetooth-Lautsprecher. Das Redmagic 10S Pro kränkelt aufgrund der typischen Bauweisen-Einschränkungen wie viele andere Modelle im Bereich der Bässe. Sie sind kaum vorhanden, sondern der Sound ist sehr mitten- und höhenbetont.
Der 3,5mm-Kopfhöreranschluss ist aus meiner Sicht ein willkommenes Feature, das bei vielen modernen Smartphones gestrichen wurde. Für Gamer, die auf niedrige Latenz angewiesen sind, ist das ein Vorteil gegenüber Bluetooth-Verbindungen. Und natürlich profitiert ihr von der Kabelverbindung auch beim Musikhören, wenn ihr hochwertige HiFi-Kopfhörer anschließen möchtet.
Konnektivität
Die Konnektivitäts-Ausstattung ist umfangreich, gleichzeitig aber auch mit einem weiteren Manko verbunden: Es gibt keinen Support für eSIM, also digitale SIM-Karten. Zwar ist das Redmagic Dual-SIM-fähig, dann aber nur mit physischen Nano-SIM-Karten.
Die übrige Ausstattung überzeugt hingegen:
- 5G
- WiFi 7
- Bluetooth 5.4
- NFC
- Infrarotblaster - damit kann das Handy unter anderem Fernseher, DVD-Player und andere Geräte steuern.
- Dual-SIM
- GPS, GLONASS, BDS, Galileo
- USB-C 3.2 Gen 2
Betriebssystem und Updates
Das Redmagic 10S Pro läuft mit Android 15 und Redmagic OS 10.5. Die Oberfläche ist überraschend nah am Stock-Android gehalten – der von Google bereitgestellten, unveränderten Android-Oberfläche – und verzichtet auf überflüssige Anpassungen.
Bloatware hält sich in Grenzen. Es gibt einige vorinstallierte Apps und Spiele von Drittanbietern. Sie lassen sich aber immerhin problemlos und schnell deinstallieren.
Beim Update-Support richtet sich auch Nubia nach den EU-Vorgaben: Nubia verspricht fünf Jahre Software-Support, einschließlich wichtiger Android-Betriebssystem-Updates. Andere Hersteller bieten inzwischen zwar einen längeren Support – im Hinblick auf den Einstiegspreis sind fünf Jahre aus meiner Sicht aber in Ordnung.
Besondere Features
Das herstellereigene Betriebssystem Redmagic OS 10.5 ist das Highlight des Modells. In diesem separaten Bereich finden sich die Features, die das Redmagic 10S Pro als Gaming-Smartphone auszeichnen.
Ab Werk erreicht man den »Game Space« über den physischen Schiebeschalter am Gerät – den »Magic Key«. Wer möchte, kann dem Knopf im System allerdings auch andere Funktionen zuweisen und darüber etwa die Kamera starten oder die Taschenlampe einschalten.
Im Game Space können alle spielrelevanten Einstellungen zentral verwaltet werden - von Leistungsprofilen über RGB-Beleuchtung bis hin zur individuellen Tastenbelegung, die etwa für die Schultertasten wichtig ist. So lassen sich dann beispielsweise Shooter klassisch mit linkem und rechtem Trigger (Zielen / Schießen) spielen.
Daneben gibt es Optionen für Streaming oder den Anschluss von Peripherie-Geräten. Das Smartphone unterstützt unter anderem den Anschluss externer Bildschirme. Über drahtlose sowie kabelgebundene Verbindungen können Inhalte in bis zu 4K-Auflösung bei 144Hz übertragen werden. Auch Controller sowie Tastatur und Maus lassen sich mit dem Redmagic koppeln und konfigurieren.
Für Handyspiele gibt es im Game Space verschiedene Gaming-Plugins. Über diese lassen sich verschiedene Features in Spielen nutzen, unter anderem:
- Benutzerdefiniertes Fadenkreuz
- Jagdmodus mit starken Farbanpassungen, um Gegner leichter erkennen zu können
- Doppeltippen für erweiterte Eingaben
- Spähmodus – der Bereich um das Fadenkreuz wird vergrößert, um entfernte Gegner / Objekte besser zu sehen
- Tastenneuzuordnung
- Brathähnchen-Modus: Maximale Leistung wird gegenüber Energiebedarf und Temperatur priorisiert
Im laufenden Jahr plant der Hersteller zudem einen PC-Emulator. Dieser soll es ermöglichen, Windows-Spiele direkt auf dem Android-Gerät zu spielen - ohne Cloud-Streaming und ohne zusätzliche Hardware.
Einen Wermutstropfen gibt es bei Redmagic OS allerdings: Die deutsche Übersetzung hat noch immer einige Fehler und ist nicht immer eindeutig zu verstehen. Hier sollte der Hersteller nachbessern.
Solltet ihr euch das Redmagic 10S Pro kaufen?
Das Redmagic 10S Pro lohnt sich für euch, wenn...
- ihr ein Gaming-Smartphone mit maximaler Performance sucht
- Ihr auf eSIM und kabelloses Laden verzichten könnt
- ihr bereit seid, bei der Kamera Abstriche zu machen
Mögliche Alternativen zum Redmagic 10S Pro:
Asus ROG Phone 9 Pro: Bietet ähnliche Gaming-Features und Leistung, allerdings ein deutlich besseres Kamerasystem. Preislich liegt es weit über dem Redmagic und kostet aktuell mindestens 1.040 Euro.
Samsung Galaxy S25: Komplettes Flaggschiff mit besserer Kamera, längerer Akkulaufzeit und sieben Jahren Android-Updates. Die Performance ist ähnlich gut, der Preis liegt inzwischen nur noch bei 560 Euro aufwärts.
Poco F7 Pro: Das Mittelklasse-Handy gibt es schon ab 430 Euro. Es bietet eine gute Leistung sowie Hauptkamera, ist wasser- und staubdicht und kommt ebenfalls mit einem sehr guten OLED-Display. eSIM-Support und Wireless Charging fehlen, dafür ist es jedoch auch deutlich günstiger.
Das Redmagic 10S Pro ist ein hervorragendes Gaming-Smartphone, das mit seiner Leistung erneut Maßstäbe setzt. Die Kombination aus der hohen Performance, dem tollen Display und den vielseitigen Gaming-Features macht es zu einem empfehlenswerten Handy für Gamer. Die Specs sind für den Preis beeindruckend.
Es ist aus meiner Sicht aber nur für eine enge Zielgruppe interessant. Wer das Smartphone nämlich nicht unbedingt nur zum Spielen nutzen will, muss größere Abstriche bei Kamera, eSIM-Support und Wasserschutz in Kauf nehmen. Hier wäre ein Nicht-Gaming-Handy wie das Samsung Galaxy S25 dann wohl doch die bessere Wahl, zumal es sich mit diesem natürlich trotzdem adäquat zocken lässt.





Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.