RoboCop: Rogue City lässt einen Traum wahr werden, der älter ist als ich selbst

Es wird höchste Zeit für einen Ego-Shooter zu RoboCop, findet Vali. Und der Entwickler weckt große Hoffnungen für Fans.

von Vali Aschenbrenner,
07.07.2021 14:15 Uhr

»Your move, creep!« - wenige Zitate der Filmgeschichte haben sich stärker in mein Gedächtnis gebrannt, als Peter Wellers metallene Stimme aus dem vielleicht besten Actionfilm aller Zeiten: RoboCop. Aber kein Wunder, fordert mich doch stählerne Gesetzeshüter jedes Mal zum Duell auf, wenn mir jemand auf dem Handy schreibt.

Jetzt, über 30 Jahre nach dem Kinostart von Paul Verhoevens Klassiker, soll RoboCop endlich das Spiel bekommen, das er verdient. Und zwar ausgerechnet als waschechten Ego-Shooter vom Entwickler Teyon, die mit ihrem Rambo-Spiel Fans enttäuschten, aber mich mit Terminator: Resistance umso mehr begeisterten.

Und gerade Letzteres lässt gemeinsam mit den bisher bekannten Infos hoffen, dass das Studio seine Lektion gelernt hat und mit RoboCop: Rogue City den Shooter abliefern, den langjährige Fans wie ich sich immer gewünscht haben.

Deshalb müssen Far Cry und Co. erstmal Platz machen. Die Spitzenposition auf meiner Spiele-Wunschliste gehört jetzt klar dem stählernen Polizisten - auch wenn noch ein paar kleine Wermutstropfen auf dem Blech glitzern.


Über den Autor: Egal ob Total Recall, Starship Troopers oder eben RoboCop: Wenn Filmexperte und Vali Actionfilmen der 80er bis 90er etwas abgewinnen kann, dann denen von Regisseur Paul Verhoeven. Aber natürlich haben auch Streifen wie Predator, Mad Max, Terminator oder Conan einen festen Platz in seinem Herzen - daran mindern weder misslungene Fortsetzungen oder Reboots etwas. Doch wenn jemand schon bewiesen hat, wie viel Leben in den alten Helden der 80er noch steckt, dann George Miller mit Fury Road. Und genau diese Art Film lässt sich eigentlich perfekt als Spiel umsetzen - Action, Atmosphäre, all das passt. Höchste Zeit, das RoboCop beweist, wie packend Lizenzspiele in den richtigen Händen sein können.

RoboCop: Rogue City klingt super, aber liegt in weiter Ferne

Glitzert da vielleicht doch eher ein Tränchen auf dem Blech? Denn so sehr mich die Ankündigung freut, so sehr schmerzt mich auch, wie lange der Release noch auf sich warten lässt: Im Jahr 2023 soll Teyons Ego-Shooter für PC, Xbox Series und PS5 erscheinen - irgendwann, ein genaues Datum gibt es aktuell nicht. Gameplay lässt ebenso noch auf sich warten. Vorerst tröste ich mich also schweren Herzens mit dem Teaser-Trailer in Dauerschleife und sauge die ersten Bilder Pixel für Pixel in mich auf:

RoboCop: Rogue City - Ankündigungsteaser zur neuen Verbrecherjagd von Alex Murphy 0:47 RoboCop: Rogue City - Ankündigungsteaser zur neuen Verbrecherjagd von Alex Murphy

Und spekuliere fleißig, denn das eine oder andere Story-Detail wissen wir schon: Rogue City erzählt eine neue Geschichte, baut aber gleichzeitig auf der ursprünglichen Filmtrilogie auf - das von Blut und Satire befreite Reboot von 2014 spielt keine Rolle. Wenn es nach mir ginge, hätte man genauso gut die zwei ursprünglichen Sequels ignorieren und dafür den fantastischen Comic »Dead or Alive« berücksichtigen können. Sei's drum, ich nehme, was ich kriegen kann.

Die Infos fallen dürftig aus, aber mir reicht für Freudensprünge schon, dass ich wirklich RoboCop spielen darf:

"Werde in RoboCop: Rogue City zum ikonischen Helden, der als halber Mensch, halbe Maschine und kompletter Cop versucht, Gerechtigkeit in die gefährlichen, von Verbrechen zerfressenen Straßen von Alt-Detroit zu bringen."

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Teyon als geheimer Fan-Liebling

Nein, Teyon hat sich weder mit Rambo: The Video Game noch mit Terminator: Resistance mit Ruhm bekleckert - zumindest was einen Großteil der Pressestimmen angeht. Das knappe Budget nagt an allen Enden und lässt nicht nur die Grafik manchmal nach notdürftig geflicktem AA-Projekt aussehen.

Ego-Shooter-Fans schielen zurecht auf das maue Gunplay, die strunzdumme KI oder das schlechte Ressourcen-Balancing. Trotzdem: Gerade Filmliebhaber sollten Terminator: Resistance nicht unterschätzen.

Denn Resistance überzeugte mit einer genialen Gänsehaut-Atmosphäre, spielerischer Freiheit und glaubhaften Figuren, die sich auf der großen Leinwand nicht für ihre Dialoge schämen müssten. Und dann ist da noch die deutlich spürbare Liebe zur Vorlage, die mich für RoboCop so optimistisch stimmt: Look und Sound von Spiel und Film wirkten wie aus einem Guss und an allen Ecken und Enden ließen sich spannende Querverweise und Anspielungen finden.

Dass hier Kenner von James Camerons Action-Klassiker von 1984 am Werk waren, liegt auf der Hand. Kein Wunder also, dass Terminator: Resistance seit Release eine treue Fangemeinschaft für sich gewinnen konnte, der es unter anderem zu verdanken ist, dass die Steam-Reviews mittlerweile bei »Sehr positiv« stehen - trotz aller Defizite.

Terminator: Resistance - Test-Video: So gut war Terminator lange nicht mehr 13:25 Terminator: Resistance - Test-Video: So gut war Terminator lange nicht mehr

Warum Teyon der perfekte Entwickler für RoboCop ist

Ein gutes Lizenzspiel braucht genau diese Liebe zum Detail - warum sonst extra einen Film verwursten, wenn man sein Potenzial nicht ausschöpft? Genau da hat das Team mit Terminator: Resistance ordentlich Erfahrung gesammelt und zielsicher den Nerv der Fans getroffen. Ein Kunststück, das sie bei RoboCop hoffentlich wiederholen.

Ganz allgemeine Probleme von Lizenzspielen behandeln wir übrigens in unserem Plus-Report:

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Blickt man auf den ersten Teaser-Trailer, stehen die Chancen gar nicht schlecht: Darin klingen nicht nur das mechanische Fußstapfen, sondern auch der Motor von Alex Murphys Beinholster wie im Film. Gänsehaut pur!

RoboCop stattete bereits der Kämpferriege von Mortal Kombat 11 eine Besuch ab. Ratet mal, welcher Charakter sich dann zu meinen Lieblingen entwickelte? RoboCop stattete bereits der Kämpferriege von Mortal Kombat 11 eine Besuch ab. Ratet mal, welcher Charakter sich dann zu meinen Lieblingen entwickelte?

Vielleicht hat die Fantreue ja sogar noch die Verkaufszahlen etwas in die Höhe geschraubt, sodass Publisher Nancon diesmal mehr Budget springen lässt. Beim Vorgänger scheiterte viel wohl nicht an Unvermögen, sondern an den Mitteln.

Die Quintessenz von RoboCop auf den Punkt zu bringen, ist aber freilich kein Zuckerschlecken - immerhin sind schon mindestens vier weitere Kinofilme und diverse TV-Produktionen daran gescheitert. RoboCop will nicht nur ein erwachsenes Publikum an den Bildschirm fesseln, sondern auch mit einer satirischen Botschaft zum Nachdenken anregen.

Teyon darf mir mit Rogue City also nicht nur blutiges Geballer vorsetzen, während es links und rechts Zitate und ein paar Anspielungen hagelt. Schon bei Terminator ging die Spielumsetzung über stumpfe Action-Zitate hinaus und bewies Fingerspitzengefühl bei der entscheidenden Frage: Wie viel Fan-Service ist genau richtig? Und sollte RoboCop denselben Spagat schaffen, würde ich definitiv mehr als nur einen Dollar springen lassen.

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Was haltet ihr von der Ankündigung von RoboCop: Rogue City? Teilt ihr Valentins Vorfreude und konnte euch Terminator: Resistance schon ähnlich begeistern? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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