Robot Cache - Neuer Shop will Steam mit Weiterverkauf von Gebrauchtspielen Konkurrenz machen

Die digitale Vertriebsplattform Robot Cache wurde vor kurzem vorgestellt und will mit besserer Gewinnbeteiligung und dem Weiterkauf von Gebrauchtspielen den Markt aufrütteln. Dazu wurde eine eigene Kryptowährung ins Leben gerufen.

von Martin Dietrich,
17.01.2018 12:19 Uhr

Nein, hier sieht man nicht Clank, sondern das Maskottchen von Robot Cache. Die Macher wollen den PC-Markt revolutionieren. Nein, hier sieht man nicht Clank, sondern das Maskottchen von Robot Cache. Die Macher wollen den PC-Markt revolutionieren.

Ein Team rund um Entwickler-Urgestein Brian Fargo (Wasteland 2, The Bard's Tale) hat ihre eigene digitale Vertriebsplattform gegründet, die in direkter Konkurrenz zu Steam und GOG stehen will.

Im Gegensatz zu eben diesen Plattformen geht bei Robot Cache fast der gesamte Erlös aus Verkäufen (zu 95 Prozent) an die Entwickler und Publisher. Nutzer können zudem einmal gekaufte Spiele verkaufen und erhalten dafür die eigens entwickelte Kryptowährung IRON. Diese kann als Zahlungsmittel auf der Plattform genutzt werden. Der Start ist für das zweite Quartal 2018 angekündigt.

Angriff auf die Monopolstellung

Auf der bereits öffentlichen Webseite versprechen die Macher vollmundig, dass sie die Videospiel-Industrie revolutionieren und die bisherige mächtige Stellung von einigen wenigen Anbietern aufbrechen wollen:

"Es kommt nicht häufig vor, dass man Möglichkeiten sieht, den Markt für PC-Spiele im Wert von 27 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu stören. Derzeit dominieren nur eine Handvoll Unternehmen das Geschäft mit digitalen Downloads."

Um dieses Ziel zu erreichen, senkt Robot Cache die branchenübliche Provision von 30 Prozent auf 5 Prozent. Bei dem Verkauf von gebrauchten Spielen gehen 70 Prozent an die Entwickler und Publisher, während der private Kunde 25 Prozent erhält. Der Weiterverkauf ist jedoch nur möglich, wenn das Spiel zuvor auch bei Robot Cache erstanden wurde.

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Kryptowährung als zentraler Knotenpunkt der Plattform

Wer ein Spiel auf der Plattform kaufen möchte, kann Zahlungsmittel wie Paypal oder die Kreditkarte nutzen, aber auch zur internen Kryptowährung IRON greifen. Diese basiert, wie die gesamte Infrastruktur von Robot Cache, auf der Blockchain-Technologie. Mithilfe des Blockchain-Verfahrens, das ebenfalls die Grundlage der Kryptowährung Bitcoins darstellt, soll eine dezentrale Strukturierung des Marktes möglich sein und verhindert werden, das unautorisierte Kopien beim Kauf und Verkauf in Umlauf geraten.

Die IRON-Währung unterliegt demnach je nach Nachfrage und Angebot gewissen Schwankungen. Hier müssen die Macher sicherlich noch Überzeugungsarbeit leisten und Bedenken aus dem Weg räumen. Außerdem benötigt eine solche Technologie natürlich eine enorme Rechen-Power. Nutzer können daher die Rechenkraft ihres PC nutzen und IRON-Tokens »minen« - also zur digitalen Gelddruckmaschine werden.

Mit diesen Features möchte Robot Cache die Industrie und PC-Spieler überzeugen. Mit diesen Features möchte Robot Cache die Industrie und PC-Spieler überzeugen.

Werbetreibende erhalten ebenfalls IRON

Die Plattformbetreiber haben jedoch nicht nur Brian Fargo in ihren Reihen, sondern auch einige Atari-Veteranen wie Nolan Bushnell und ehemalige Steam-Mitarbeiter. Komplementiert wird die Truppe durch Blockchain- und Kryptowährungsexperten.

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In den nächsten Monaten möchte Robot Cache zunächst sein Kapital durch den Verkauf von IRON-Einheiten erhöhen und die Werbetrommel auf Twitch und Youtube rühren. Influencer sollen für ihr Engagement dann auch etwas vom IRON-Kuchen abbekommen und einige Tokens erhalten. Geht alles glatt, soll der Betrieb im zweiten Quartal 2018 starten.


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