Auf reddit gibt es aktuell mal wieder eine interessante Diskussion. User jjason82 berichtet von seinem High-End Asus Notebook und scheinbar massiven thermischen Problemen, die nun nach einem Jahr der Nutzung auftreten. Um welches Modell es sich genau handelt, verrät der User leider nicht, er macht aber einige Angaben zur Ausstattung:
- RTX 4090m Grafik
- 96 GB RAM
- 10 TB Speicher
Das sind leider nicht viele Informationen, ihr könnt daran aber erkennen, dass jjason82 wohl sehr viel Geld in sein Notebook investiert hat. Wie schon erwähnt, hat er das Gerät ein Jahr lang genutzt und nun beginnt es seinen Angaben zu Folge zu überhitzen. Wie genau sich das während des Betriebs äußert, sagt er leider nicht.
Daraufhin hat er sich an einen PC-Servicedienst gewandt, in der Hoffnung, dass man dort sein Notebook wieder fit bekommt. Der Techniker, der sich das Gerät angesehen hat, meinte allerdings lapidar, dass man da nichts mehr machen könnte und das Notebook nach einem Jahr quasi unbrauchbar wäre.
Der Hersteller, in diesem Fall Asus, hätte einfach zu viele Komponenten in das Gehäuse gestopft, die zu viel Wärme abgeben würden. Diese Aussagen lasse ich an dieser Stelle einfach mal unkommentiert stehen.
Fragiles Gleichgewicht bei der Notebook-Kühlung
Moderne Notebooks mit leistungsstarker Hardware werden heiß, das ist leider ein Fakt. Wie hoch die Temperaturen bei einem High-End-Gerät mit RTX 4090m werden, könnt ihr zum Beispiel in meinem Test zum XMG Neo 16 nachlesen.
Damit in einem flachen Gehäuse, wie es bei Notebooks üblich ist, eine Verlustleistung von 200 Watt und mehr abgeführt werden kann, ist eine ausreichende Luftzirkulation oberstes Gebot. Ist diese nicht gewährleistet, kann das Gerät nicht mehr seine volle Leistung entfalten oder verabschiedet sich eventuell sogar mit einem Bluescreen.
Viel Raum für große Kühler ist in Notebooks konstruktionsbedingt nicht vorhanden. Stattdessen gibt es 2 oder in einigen Fällen auch 4 kleine Kühlkörper an welche die Heatpipes die von CPU und GPU emittierte Wärme abgeben. In der Regel sind es nur diese kleinen Kühlkörper und zwei Lüfter, die zwischen einem stabilen Betrieb und einem überhitzten Notebook stehen.
Mögliche Ursachen
Es muss also wirklich alles genau passen, damit die Abwärme irgendwie bewältigt werden kann. Bereits ein Herumspielen an den Lüfterkennlinien kann schnell zu Instabilitäten unter Last führen. Wenn ihr euch dessen bewusst seid, könnt ihr natürlich auch die Drehzahlen der Lüfter manuell beeinflussen, einen Defekt von CPU und Grafik müsst ihr nicht befürchten.
Die Komponenten reduzieren bei zu hohen Temperaturen einfach Spannung beziehungsweise den Takt und schalten im Extremfall einfach ganz ab. Von den Lüfterkennlinien abgesehen kommen aber auch noch andere Gründe für zu hohe Temperaturen und die damit verbundenen Instabilitäten infrage.
Staub: Der häufigste Grund sind schlicht und einfach verschmutzte Lüfter und mit Staub zugesetzte Kühlkörper. Dieses Problem könnt ihr allerdings schnell und einfach selbst lösen. Blast dazu einfach die Lamellen der Kühlkörper und die Lüfter vorsichtig mit etwas Druckluft sauber.
Übertaktung: Falls es das BIOS des Notebooks zulässt, könnte auch eine Übertaktung thermische Probleme nach sich ziehen. Wenn CPU und GPU außerhalb der vorgegebenen Spezifikationen betrieben werden, kann das die abzuführende Verlustleistung noch einmal deutlich erhöhen und das Kühlsystem schlicht überfordern.
Der richtige Untergrund: Die Bodenplatten leistungsstarker Notebooks besitzen häufig großflächige Lüftungsgitter, und die gibt es nicht ohne Grund. Es ist also wichtig, dass der Rechner auf einem festen Untergrund wie beispielsweise einer Tischplatte steht. Weiche Oberflächen wie etwa eine Decke oder ein Kissen können die Öffnungen blockieren, höhere Temperaturen sind die logische Konsequenz.
Wärmeleitpaste: Es gab schon Fälle, in denen Hersteller zu viel oder zu wenig Wärmeleitpaste verwendet haben. Beides kann die Temperaturen negativ beeinflussen. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Paste zu ersetzen. Bedenkt dabei aber, dass eine Demontage des Kühlers zu einem Garantieverlust führen kann. Speziell bei besonders leistungsstarken und hochpreisigen Notebooks setzen die Hersteller mittlerweile vermehrt auf Flüssigmetall, bei dem es unwahrscheinlich ist, dass eine falsche Dosierung gewählt wird.
Umgebungstemperaturen: Es ist eigentlich logisch, aber der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass die Betriebstemperaturen eines Notebooks in einer warmen Umgebung natürlich höher ausfallen. Gerade weil die Kühlung bei Notebooks häufig bereits am Limit läuft, wirken sich höhere Umgebungstemperaturen hier schneller und drastischer aus, als es bei einem gut belüfteten Desktop-PC der Fall ist.
Defekt: Es kommt zwar nur sehr selten vor, aber auch ein Defekt am Kühlsystem könnte für ungewöhnlich hohe Temperaturen verantwortlich sein. Denkbar wäre etwa ein beschädigter Lüfter, der vielleicht komplett ausgefallen ist oder seine volle Leistung nicht mehr erreicht. Hier hilft dann nur noch ein Austausch des beschädigten Bauteils.
Wie ihr seht, gibt es einige Möglichkeiten, warum ein Notebook zu heiß wird und dann instabil läuft. Schreibt mir gerne mal in die Kommentare, ob ihr bereits thermische Probleme mit eurem Notebook hattet und wie ihr sie gelöst habt. Und ganz besonders würde mich interessieren, ob ihr auch schon ähnliche Erfahrungen wie reddit User jjason82 mit PC-Servicediensten gemacht habt.

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