Leser-Check von Florian Lauer: LXC vs. nativ - So performt die Samsung 9100 PRO unter Proxmox VE 9
Warum dieser Check? Sobald man sich mit dem Thema Homelab beschäftigt, wird man schnell zu dem Entschluss kommen, Proxmox VE, als Virtualisierungslösung einzusetzen. Doch man wird sich auch die Frage stellen „Welche NVMe soll es werden?“ und „Welche Performance kann ich erwarten?“. Um letzteres soll es in diesem Artikel gehen.
System und Aufbau
Mein System
- CPU: Intel Core Ultra 5 225 (6 P- + 4 E-Cores / 10 Threads, 3.3–4.9 GHz)
- RAM: 2 × Kingston FURY Beast DDR5-5200 CL40 (32 GB gesamt)
- Mainboard: ASUS Prime B860M-K
- Kühlung: Noctua NH-D9L, 3 × be quiet! Silent Wings 4 PWM White
- Gehäuse: Lian Li O11 Air Mini
- Netzteil: be quiet! Pure Power 13 M 550 W
- Betriebssystem: Proxmox VE 9.0.10
- SSD: Samsung 9100 PRO 2 TB (ohne Kühlkörper)
Warum LVM und kein ZFS?
Für diesen Check wurde die Samsung 9100 PRO als LVM (Logical Volume Manager) formatiert, sodass die native Leistung ohne Verfälschungen gemessen werden kann. Für zuletzt genanntes sorgt ZFS aufgrund seiner Optimierungen wie zum Beispiel dem Nutzen von Arbeitsspeicher als ARC (Adaptive Replacement Cache), um die Schreib- und Lese-Operationen zu beschleunigen.
Hier gibt's die neue Samsung 9100 PROLXC-Container-Setup
- OS: Ubuntu 24.04 LTS
- vCPUs: 4
- RAM: 4 GB
- Storage: 50 GB auf LVM
- Standardkonfiguration, keine Optimierungen
Methodik
Benchmarks
Zur Messung der Schreib- und Lese-Leistung wurde fio mit io_uring mittels Kommandozeile eingesetzt. Hierbei kamen die folgenden Parameter zum Einsatz:
--ioengine=io_uring --iodepth=32 --numjobs=4 --direct=1 --runtime=300
Um die wichtigsten Parameter einer NVMe zu prüfen, wurden die Prüfungen in 4 Phasen unterteilt:
- Zufälliges Lesen
- Zufälliges Schreiben
- Sequentielles Lesen
- Sequentielles Schreiben
Ergebnisse: Nativ vs. LXC
Proxmox-Leistung (Nativ)
| Modus | Blockgröße | Max. Bandbreite | Max. IOPS |
| Zufälliges Lesen | 4K | 7741 MiB/s | 1981914 |
| Zufälliges Schreiben | 4K | 7220 MiB/s | 1976376 |
| Sequentielles Lesen | 128K | 9415 MiB/s | 75326 |
| Sequentielles Schreiben | 128K | 11.328 MiB/s | 90624 |
LXC-Container-Leistung
| Modus | Blockgröße | Max. Bandbreite | Max. IOPS |
| Zufälliges Lesen | 4K | 6073 MiB/s | 1554848 |
| Zufälliges Schreiben | 4K | 4661 MiB/s | 1193436 |
| Sequentielles Lesen | 128K | 8131 MiB/s | 65048 |
| Sequentielles Schreiben | 128K | 11.320 MiB/s | 90566 |
LXC-Container-Leistung bei hoher Temperatur
| Modus | Blockgröße | Ab Temperatur | Max. Bandbreite | Max. IOPS |
| Zufälliges Lesen | 4K | 100,9 °C | 1673 MiB/s | 428000 |
| Zufälliges Schreiben | 4K | 109,9 °C | 856 MiB/s | 219000 |
| Sequentielles Lesen | 128K | 103,3 °C | 1548 MiB/s | 12400 |
| Sequentielles Schreiben | 128K | 103,9 °C | 858 MiB/s | 6862 |
Analyse
Leistungsvergleich
Im Vergleich der Ergebnisse zeigt sich, dass die Samsung 9100 PRO im LXC-Container sehr nah an die native Leistung herankommt, was sich besonders beim sequentiellen Schreiben darstellt und kaum ein Unterschied feststellbar ist.
Anders sieht es im Bereich des zufälligen Lesens aus, bei welchem nur 60 % der nativen Leistung erreicht wird. Leicht darüber befindet sich der Wert des zufälligen Lesens mit 78 % des Maximalwertes und 86 % des sequentiellen Lesens.
Temperaturentwicklung
In Phasen von längeren Schreibzyklen zeigte sich deutlich, dass die Samsung 9100 PRO ohne zusätzliche Kühlmöglichkeiten an ihre Grenzen stößt und somit ihre Leistung drosselt, um sich vor Schäden zu schützen. Die Leistungseinbußen bei längeren Lesezyklen sind im Vergleich nicht so stark zu verzeichnen.
Fazit
Im Proxmox Container-Betrieb kann nahezu die native Leistung der Samsung 9100 PRO abgerufen werden, daher zeigt sich, dass diese Methode der Virtualisierung kaum Leistungseinbußen kostet.
Hier gibt's die neue Samsung 9100 PROAnders stellt es sich dar, sobald die Temperaturschwellen von bis zu 110 °C erreicht werden und die NVMe mehr als zwei Drittel ihrer Leistung verliert. Allerdings kann man in diesem Fall mit einer ausreichenden Kühlung entgegenwirken, um das volle Potenzial nutzen zu können.
Wer Proxmox im Homelab betreibt, bekommt mit der 9100 PRO eine schnelle NVMe.
Sie eignet sich besonders für:
- Leistungshungrige Systeme, bei denen Performance wichtig ist
- Container oder virtuelle Maschinen, die regelmäßig eine hoher Lese-/Schreiblast erzeugen
- Alle, die viel Geschwindigkeit zu einem fairen Preis suchen
