Seite 6: Die Samsung 9100 PRO SSD im User-Check: So schneidet sie bei euch ab!

GameStar Plus Logo

Artikel auf einer Seite lesen

GameStar Plus ist das Online-Abo für Gamer, denen gute Spiele wichtig sind. Schon ab 5,99€ im Monat. Deine Vorteile:

Zugriff auf alle Artikel, Videos & Podcasts von GameStar
Exklusive Tests, Guides und Reportagen
Jede Woche ein exklusiver Podcast
Jede Woche zwei exklusive Newsletter aus der Redaktion
Von Experten, die wissen, was gespielt wird
Keine Banner und viel weniger Werbespots
Jederzeit online kündbar

Du hast bereits GameStar Plus? Hier einloggen.

Leser-Check von Roland Arvanitopoulos zur Samsung 9100 PRO

“Fenchel, Hummer, grüner Spargel und dazu … Einen Wein” hieß es einst in der Werbung in den 1990ern. Wer sich in längst vergangenen Tagen bereits PC-Spieler nennen durfte, mag sich noch vage an diese Zeiten und vor allem an die Hardware von damals erinnern.

Die Ära der PCIe 5.0-SSDs

Die ist leider alles andere als wie guter Wein gealtert und dürfte heutzutage nur noch im Museum zu finden sein. 2025 sind wir in der Ära von PCIe 5.0 NVMe SSDs angekommen, die mehr Daten pro Sekunde bewegen, als früher womöglich in ganzen Büros insgesamt als Kapazität zur Verfügung standen.

Der jüngste Ableger von Samsung in dieser Sparte ist das Modell 9100 PRO. Hinter dem schlichten Namen verbirgt sich nichts anderes als das Nonplusultra der aktuellen Speichermöglichkeiten.

Hier gibt's die neue Samsung 9100 PRO

System

Als System kommt ein 7800X3D von AMD, nebst AM5 Mainboard mit X670E Chipsatz und 32 GB RAM in der Spezifikation DDR5-6000 CL30 zum Einsatz. Hardwareseitig sind wir also bestens gerüstet, um uns dieses Upgrade zu gönnen.

Voraussetzungen

Eine kleine Einstiegshürde gibt es allerdings vor dem Garten Eden der SSDs: wir benötigen zwingend einen M.2 Slot mit PCIe 5.0 Anbindung, damit wir auch alle Vorzüge des schnellen Datentransfers nutzen können. Wer aktuell nur einen Steckplatz mit der Version 4.0 bieten kann, dem ist dringend angeraten, in ein neues Mainboard zu investieren, bevor mit NVMe SSDs geliebäugelt wird, die PCIe 5.0 nutzen.

Viele moderne Mainboards bieten außerdem die Möglichkeit, dass der Einbauort direkt über eine passive Kühlung verfügt. Die Samsung 9100 PRO wird im Betrieb und gerade unter Last sehr heiß und ist daher auf gute Wärmeabfuhr angewiesen. Andernfalls wird die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt, was natürlich den Einsatz einer hochpreisigen Speicherlösung ad absurdum führt.

Hier gibt's die neue Samsung 9100 PRO

Einbau

Der Einbau sollte selbst wenig affinen Bastlern schnell von der Hand gehen. Im Handbuch des Mainboards nach dem richtigen M.2 Slot schauen (dieser muss mit PCIe 5.0 angebunden sein; solche Steckplätze können je nach Mainboard mehrfach vorhanden sein), die NVMe im 30° Winkel vorsichtig einsetzen und anschließend in die Zielposition bringen, danach verschrauben.

Eine entsprechend vorhandene Kühllösung kann direkt am Mainboard genutzt oder über Drittanbieter Hardware nachgerüstet werden.

Installation

Wer bereits ein installiertes Windows System hat und den Umzug auf die 9100 PRO plant, dem seien folgende Worte ans Herz gelegt:

Baut alle anderen SSD aus, bevor ihr Windows von einem USB-Stick neu installiert. Der Windows Setup Prozess hat leider einen fiesen Bug, der eine erfolgreiche Installation verhindert, wenn die neue NVMe in der Liste der Datenträger nicht die 1. Option laut Reihenfolge im Windows-Setup ist.

Das führt dazu, dass der Bootloader nicht auf der richtigen SSD installiert wird und damit die Installation scheitert.

Hier gibt's die neue Samsung 9100 PRO

Performance

Synthetische Benchmarks

Nachdem alle Hürden für den Betrieb überwunden sind, können wir endlich die Muskeln der neuen Hardware spielen lassen. Davon hat die 9100 PRO einige. Einen ganzen Berg quasi.

Beginnen wir, unser System unter Last zu bringen und starten dafür das hauseigene Benchmark Tool von Samsung, das auf den Namen “Samsung Magician” hört.

Die Samsung 9100 PRO hält in der Praxis jeder Prüfung stand. Copyright by Samsung. Die Samsung 9100 PRO hält in der Praxis jeder Prüfung stand. Copyright by Samsung.

Dort gewinnen wir neben einigen Informationen über Temperatur, Anbindung und den allgemeinen Zustand der SSD auch die Erkenntnis, dass wir uns ein wahres Monster in den PC geschraubt haben.

Gigantische 14.800 MB/s beim Lesen und 13.500 MB/s im Schreibmodus sind aktuell unerreicht von der Konkurrenz. Durch die genutzte Kühllösung im System bleibt die NVMe selbst unter Last mit moderaten 45° Grad im grünen Bereich.

Hier gibt's die neue Samsung 9100 PRO

Praxis-Eindrücke

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob die SSD die PS auch auf die Straße bringt. Spoileralarm: Ja!

Allein die Bootzeit bis zum Windows Login macht bereits Spaß, auch bis Windows all unsere Start-up Programme wie Steam, Epic und Ähnliches geladen hat, vergeht wenig Zeit. Egal, was wir der NVMe im Gaming Alltag entgegenwerfen: es kommt nicht zu langen Ladezeiten oder Einbrüchen in der Geschwindigkeit.

Abseits des Gamings zeichnet sich das gleiche Bild ab. In der Programmierung, Grafikdesign, Virtualisierung und vielem mehr sehen wir durchgehend das gleiche, homogene Leistungsbild.

Pfeilschnell: Anders lässt es sich nicht beschreiben. Insbesondere, wo auf viele kleine Daten zugegriffen werden muss, spüren wir das große Leistungsupdate merklich gegenüber anderen NVMe.

Hier gibt's die neue Samsung 9100 PRO

Hier spielt die Samsung 9100 PRO ihren hohen IOPS Wert (Input/Output Operations per second, also wie viele Zugriffe grundsätzlich pro Sekunde erfolgen können) geschickt aus, was sich in entsprechend niedrigen Zugriffszeiten widerspiegelt.

Für kurze Latenzen spielt hier vor allem der großzügig ausfallende Cache, der je nach SSD-Kapazität circa zehn Prozent der Gesamtgröße zusätzlich bereitstellt, eine wichtige Rolle. Denn hier werden alle Dateien aus den letzten Zugriffen zwischengespeichert und sind rasend schnell wieder verfügbar.

Anders sieht es leider aus, wenn wir regelmäßig extrem große Dateien übertragen wollen. Sobald die Dateien deutlich größer als der Cache sind, werden diese direkt auf den Flashspeicher geschrieben und die Schreibgeschwindigkeit sinkt deutlich. In der Praxis landen wir in der Übertragung dann nur noch bei 1.300 MB/s oder eben knapp zehn Prozent der maximalen Übertragungsleistung.

Kaufempfehlung & Zielgruppe

Für wen eignet sich also dieses Geschoss? Kurz gesagt: für jeden, der seinen Alltag beim Arbeiten und Gaming noch etwas beschleunigen will. 

Tipp aus der Praxis: Wer über eine entsprechend schnelle Internetverbindung verfügt, kann auch mit weniger Kapazität auskommen, weil Games und Programme entsprechend schnell wieder heruntergeladen werden können und das Backup der letzten Urlaubsfotos hat auf dieser SSD ohnehin nichts verloren.

Fazit

Alltagsnutzen

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Anschaffung dieser SSD quasi ein “No-Brainer” ist für jeden, der aktuell noch eine NVMe via PCIe 4.0 nutzt und mehr Geschwindigkeit will.

Vor allem für Enthusiasten, die schon die notwendige Hardware bezüglich des Mainboards im Rechner verbaut haben. Der Einbau geht rasch von der Hand, das Betriebssystem ist schnell umgezogen oder neu installiert. Der Benefit in der Geschwindigkeit ist enorm und lange Ladezeiten gehören der Vergangenheit an.

Hier gibt's die neue Samsung 9100 PRO

Wer privat oder beruflich nicht ständig riesige Datenmengen verschiebt, kann mit der Anschaffung der Samsung 9100 PRO nicht viel verkehrt machen. Für (fast) jeden Geldbeutel gibt es entsprechende Kapazitäten und selbst mit einem 1 TB Modell kann man bereits einiges an Daten unterbringen.

Für mich persönlich hat sich das Erlebnis beim Gamen und selbst bei profanen Dingen wie Arbeiten enorm verbessert.

Preis-Leistung

Preis-Leistungs-technisch ist das immer so eine Sache. Ein Gesetz der Marktwirtschaft besagt: “Für wenig Geld gibt es wenig Ware”. Leider gilt das auch für PC-Hardware, für die man oft tiefer in die Tasche greifen muss. Viele Upgrades und Initial-Anschaffungen lassen teils große Löcher im Geldbeutel klaffen. Auch bei NVMe SSDs folgt der Trend dem Zitat und für eine 9100 PRO mit 4 TB legt man einen mittleren dreistelligen Betrag hin.

Aktuelle Modelle setzen den Kontostand für das 1 TB, 2 TB, 4 TB bzw. 8-TB-Modell um 159 €, 239 €, 439 € bzw. 964,99 € (Anmerkung: Stand 06.11., Quelle https://www.samsung.com/de) zurück. Das sind ordentliche Preise, aber je nach persönlicher Situation eben schon eine Stange Geld.

Hier gibt's die neue Samsung 9100 PRO

In Zeiten von Gigabit Internet für Privathaushalte können wir allerdings ein paar Euro für Weihnachtsgeschenke beiseite legen, wenn wir auf die 2 TB Variante zurückgreifen, da Software schnell genug wieder via Download bezogen werden kann.

Kurzum: Wer hohe Geschwindigkeiten will, muss bezahlen. Nicht mit dem Erstgeborenen, das ist klar, aber es sollte schon bewusst sein, dass wir für den Preis bereits Einsteiger-Grafikkarten bekommen. Es gilt daher wie immer abzuwägen, ob dieses Update für das Gesamtkonzept des eigenen PC sinnvoll ist.

6 von 6