Das eigene Smartphone – der letzte Ort der digitalen Wahlfreiheit? Für langjährige Samsung-Nutzer bröckelt diese Illusion gerade ein Stück weiter ab.
Mitte des Jahres stellt das südkoreanische Unternehmen den Support für die hauseigene App Samsung Messages ein und macht stattdessen Google Messages zum Standard auf den Galaxy-Geräten.
Offiziell begründet Samsung das Aus mit dem beschleunigten Einführen von Rich Communication Services (RCS), das moderne Messenger-Funktionen in die vorinstallierte Nachrichten-App des Handys bringt.
Während Samsung bereits seit 2024 an dem Schritt arbeitet, schlägt der Wechsel im Netz hohe Wellen: In Foren wie Reddit wittert die Community einen gefährlichen Trend.
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Nutzer machen ihrem Frust freie Bahn
Auf Reddit spielt vor allem der Verlust von Freiheit und die Angst vor Googles Übermacht und KI eine große Rolle.
So schreibt der User Flash Bang Billy Folgendes:
Ich habe mich für Samsung entschieden, damit ich ein bisschen Freiheit und Wahlmöglichkeiten habe. Als Verbraucher werden mir diese Wahlmöglichkeiten genommen, und ich wollte oder habe dem Ganzen sicherlich nicht zugestimmt.
Der Unterschied ist, niemand hat diese Änderung angefordert. Ich will nicht, dass meine Nachrichten durch Google AI und andere Google-Dienste gefiltert werden, und das sollte auch niemand anderes wollen. Jeden Tag kriecht Google tiefer und tiefer in unsere Geräte, Dienste und Leben.
Während der Ersteller auch Zuspruch enthält, geben einige Nutzer zu Bedenken, dass die Furcht vor Google merkwürdig erscheint, da Android zu Google gehört.
So schreibt NoobieHoobier:
Dir ist doch klar, dass Android ein Produkt von Google ist, oder? Die haben bereits alle deine Daten – das Einzige, was sich jetzt ändert, ist, dass Samsung keinen kleinen Anteil am Kuchen abbekommt.
Für viele Samsung-Galaxy-Besitzer dürfte noch das Ende der Samsung Cloud nachhallen. Samsung entschied sich damals, eine Partnerschaft mit Microsoft einzugehen und die eigene Cloud so gut wie einzustellen.
An Google Messages führt auf Android bei RCS momentan kein Weg vorbei
Während es weitere Android-Apps gibt, die SMS unterstützen, sieht die Unterstützung beim neuen Standard RCS düster aus. Bisher gibt es keine offizielle Schnittstelle von Google für das Android-Betriebssystem. Apps können momentan daher RCS auf diesem Weg nicht unterstützen, egal, wie populär sie sind.
Zudem stellt Google mit Jibe
eine Server-Infrastruktur für RCS, über die praktisch die gesamten RCS-Daten für Android laufen. Auch Samsung Messages nutzte für die RCS-Kommunikation in bestimmten Regionen durch eine Partnerschaft bereits Googles Infrastruktur.
Zusammenfassend zeigt das Ende von Samsung Messages eine klare Strategie auf. Statt auf Biegen und Brechen eigene Lösungen anzubieten, setzt Samsung vermehrt auf Partnerschaften und ein schlankeres System.
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Für Samsung-Galaxy-Nutzer bedeutet dies zumindest das Ende einer Doppel-App auf ihren Geräten und den Zugang zu einem einheitlichen, globalem Standard. Gleichzeitig verdeutlicht dieser Rückzug aber auch, wie stark Googles Dominanz im Android-Ökosystem weiter wächst: Wenn selbst einer der weltgrößten Smartphone-Hersteller kapituliert, ist das ein Zeichen, das schwer zu übersehen ist.
Nun ist eure Meinung gefragt. Nutzt ihr SMS bzw. RCS noch oder seid ihr bereits vollständig auf andere Apps umgestiegen? Schreibt uns dazu gerne einen Kommentar.
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