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Was ist Saurons Auge? Ringe der Macht liefert eine andere Antwort als die Filme

Die Amazon-Serie muss immer wieder Kritik in Sachen Vorlagentreue einstecken. In einem Punkt würde sie Tolkien aber wohl glücklich machen.

Heute dreht sich alles um Saurons Augen - na gut, zumindest um eines davon. Bildquelle: Amazon New Line Cinema Heute dreht sich alles um Saurons Augen - na gut, zumindest um eines davon. Bildquelle: Amazon / New Line Cinema

Die Ringe der Macht hat bei vielen Tolkien-Fans einen schweren Stand. Das liegt vor allem daran, dass sich die Showrunner der Amazon-Serie in vielen Punkten großzügige Freiheiten bei der Lore einräumen und stark von der Buchvorlage abweichen.

Es gibt aber auch positive Beispiele. Eines davon dreht sich um die Art und Weise, wie Saurons Auge aufgegriffen wird. Und nein, wir meinen nicht das glubschige runde Ding in seinem Schädel.

Peter Jackson hat ein Problem

Unsere Reise beginnt im Jahr 1999. Peter Jackson steckt gerade mitten in den Dreharbeiten zu seiner Herr-der-Ringe-Filmtrilogie und bemerkt, dass er die Buchvorlage in einem entscheidenden Detail abändern muss: Saurons Auge.

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In den Filmen wird der Dunkle Lord bekanntermaßen in Form eines großen, flammenden Auges dargestellt, das oben auf der Spitze von Barad-dûr thront. Das ist nicht nur optische Spielerei, sondern in den Augen von Peter Jackson wichtig für das Storytelling. Die Zuschauer sollen Sauron in physischer Form zu Gesicht bekommen, um Angst vor ihm zu bekommen und seine Macht zu spüren.

Der Begriff Saurons Auge wird in den Filmen also wörtlich genommen. Ein Auge, lidlos und in Flammen gehüllt, das alles sieht und unablässig von seinem Turm Ausschau nach dem Ringträger hält.

Was viele Kinogänger wohl nicht wissen: Diese Darstellung von Sauron ist ganz und gar nicht im Sinne Tolkiens.

Die Ringe der Macht macht's anders

Der Mittelerde-Schöpfer beschreibt Saurons Auge in seinem Werk nämlich nicht etwa als ein großes, reales Objekt, sondern als etwas Metaphorisches. Saurons Auge beschreibt die Macht des Dunklen Herrschers, seine Feinde ins Visier zu nehmen und für seine Zwecke zu manipulieren. Getreu dem Motto: Wenn Sauron dich ins Auge fasst, kannst du ihm nicht mehr entkommen.

Die Ringe der Macht In der Amazon-Serie ist das Auge Saurons eine Metapher auf die Begabung des Dunklen Herrschers, seine Feinde ins Visier zu nehmen und so zu manipulieren, dass sie sich selbst ins Verderben schicken.

Der Herr der Ringe In Peter Jacksons Filmen hingegen musste Sauron irgendwie auch als physische Bedrohung gezeigt werden. Daher entschied sich das Team damals, Tolkiens Nennung von Saurons Auge wörtlich zu nehmen.

Vorhang auf für Amazon: Die Ringe der Macht hält sich an diese ursprüngliche Beschreibung von Tolkien. Wir sehen in Staffel 2 bekanntlich, wie Sauron in der Gestalt von Annatar fleißig dabei ist, den Elbenschmied Celebrimbor zu manpulieren, damit dieser ihm die namensgebenden Ringe anfertigt.

Es ist Celebrimbor nicht mehr möglich, sich aus den Fängen von Sauron zu befreien, selbst wenn er es versuchen würde. Sauron hat ihn fest im Visier, sein metaphorisches Auge ruht auf ihm.

Auch Adar, der Anführer der Uruks, trifft im Verlauf von Staffel 2 mehrmals klare Aussagen, die darauf hindeuten, dass sich die Showrunner der Serie ganz auf Tolkiens ursprüngliche Absicht rund um Saurons Auge beziehen.

Ein Beispiel: Während seines Treffens mit Galadriel sagt Adar, dass Saurons Auge ein Loch in seine Opfer bohren würde, durch das der dunkle Rest von ihm in ihren Geist eindringen kann. Ein klarer Hinweis darauf, dass sich Ringe der Macht ganz dem metaphorischen Auge Saurons verschrieben hat und nicht dem physisch manifestierten Feuer-Glubscher.

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Nicht nur Celebrimbor bekommt in Staffel 2 zu spüren was es heißt, auf der Zielscheibe von Sauron zu landen. Auch die Zwerge in Khazad-dûm werden mehr und mehr in Richtung ihres Untergangs getrieben. Und selbst Adar merkt erst viel zu spät, dass sein vermeintlicher Versuch, sich ein für alle Mal von Sauron zu emanzipieren, nur ein weiterer Schachzug seines einstigen Herrn ist, um an die Macht zu kommen.