Wir haben ja in letzter Zeit oft darüber gesprochen und geschrieben, dass viele von uns von einer Art Gaming-Müdigkeit betroffen sind. Oftmals kann man sich nach einem langen Arbeitstag oder am Wochenende neben stressigen Erwachsenen-Aufgaben wie Steuererklärung oder Wohnung putzen selten aufraffen, sich länger für ein Spiel an den Bildschirm zu fesseln.
Deswegen ist es umso magischer, wenn es dann doch mal wieder passiert. Genau so geht es mir mit einer neuen (alten) Farming-Sim gerade.
Die Rede ist von Story of Seasons: Grand Bazaar. Der einstige Nintendo-DS-Klassiker aus dem Jahr 2011 erschien am 27. August in neuem Remake-Gewand für PC, Switch und Switch 2 und zog mich sofort in seinen Bann. Schuld daran sind nicht nur die knuddeligen Kugelkühe, sondern auch ein ganz besonderes System.
Wochenmarkt statt Verkaufskiste
Der wohl spannendste Unterschied zu anderen Farmin-Sim-Konsorten wie Stardew Valley und Co. ist der Wochenmarkt. Anstatt dass ich meine Feldfrüchte, gepflückten Blumen und abgebauten Erze in eine Kiste zu schmeißen, die jeden Tag geleert wird und mir Moneten in die Kasse spielt, läuft es bei Grand Bazaar etwas anders.
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Story of Seasons: Grand Bazaar - Bald kehrt ein Urgestein des Nintendo-Kosmos in neuem Gewand zurück
Getreu des Titels verkaufe ich meinen Kram nämlich hauptsächlich jeden Samstag auf dem Wochenmarkt. Dazu muss ich all mein Verkaufsgeraffel erstmal in das (begrenzte) Lager meines Shops verfrachten und dann während der arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeiten von 10 bis 14 und von 15 bis 19 Uhr an die örtlichen Dorfbewohner verkaufen.
Allein diese neue Verkaufsstrategie stellt meine sonstige Farming-Sim Routine komplett auf den Kopf. Normalerweise lebe ich nämlich wie guter Händler von An- und Verkauf meiner Waren auf einer täglichen Basis. Das heißt, ich gebe meinen letzten Cent für Samen aus und kratze mir danach wieder etwas Kohle für andere Kleinigkeiten wie Tierfutter und Aufwertungen zusammen, ehe ich den großen Mammon durch die Ernte einheimse.
Jetzt muss ich gerade zu Beginn mit sehr begrenztem Platz haushalten und aufpassen, nicht komplett blank zu sein, damit hier und da noch ein Notgroschen für Mehl oder Hühnerfutter übrig ist.
Das Anno des kleinen Farmers
Der geringe Platz und das Ziel, möglichst viel Geld auf dem Wochenmarkt zu verdienen, zwingen mich außerdem dazu, meine Erzeugnisse in Produktionsketten zu stopfen. Das mache ich in den drei Windmühlen, die ich nacheinander freischalte. In jeder Windmühle kann ich andere Dinge herstellen. Gerade bei Tierproduktion oder den Upgrades meiner Werkzeuge muss ich meist auch erst etwas in der roten Windmühle herstellen, um dann zur blauen zu dackeln und dort weiterzumachen.
Da jedes Crafting auch eine gewisse Zeit braucht, ist nicht nur Ressourcen-, sondern auch Zeitmanagement gefragt. Immerhin kann ich nicht unendlich viele Produkte in die Herstellungskette einpflegen. Ich muss also gut überlegen, was ich bis wann brauche und wie viel. Dadurch wird Story of Seasons: Grand Bazaar teilweise zur kleinen Aufbaustrategie.
»Nur noch dieser eine Tag«
Je weiter ich im Spiel voranschreite, desto einfacher werden manche Dinge. Ich kann beispielsweise bei den Wichteln kleine Boxen kaufen, sodass ich auch von bestimmten Orten in der Spielwelt auf mein Lager zugreifen kann. Auch Upgrades für meinen Rucksack, die Läden auf dem Bazaar oder neue Fähigkeiten wie der Doppelsprung helfen sehr, mehr und seltenere Materialien zu sammeln.
Alles in allem funktioniert die Spirale aus täglichem Sammeln, Craften und Upgraden so gut, dass ich teilweise Schlaf dafür geopfert habe, um »nur noch diesen einen Tag« spielen zu können. Und Schlaf ist mir eigentlich heilig.
Wenn ihr also mal wieder nach einem entspannten Spiel sucht, dass euch trotz Kugelkühen und heiler Welt ein wenig fordert, seid ihr mit Grand Bazaar wirklich an der richtigen Adresse.
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