Schafft ihr ein Andock-Manöver an der ISS, ohne dass etwas kaputt geht?

Ein SpaceX-Simulator lässt euch an der ISS andocken. Dabei verwendet ihr das gleiche NASA-Interface, das auch echte Astronauten benutzen.

von Stephanie Schlottag,
17.05.2020 13:29 Uhr

Dank einer frei zugänglichen Simulation von SpaceX könnt ihr direkt zur ISS fliegen. Dank einer frei zugänglichen Simulation von SpaceX könnt ihr direkt zur ISS fliegen.

Langeweile am Wochenende? Dann werdet doch einfach Astronaut! Okay, ganz so leicht geht das natürlich nicht. Aber dank des ISS Docking Simulators SpaceX könnt ihr bequem von Zuhause aus in den Weltraum schnuppern.

Euer Ziel: Ein Andockmanöver an der Internationalen Raumstation ISS ohne Crash durchführen - und zwar mit dem originalen NASA-Interface, das genau so von echten Astronauten genutzt wird.

Hier geht's zur Simulation: Ihr findet sie bei ISS-Sim.SPACEX.com. Das Ganze ist komplett kostenlos und ihr müsst euch auch nicht anmelden. Das Programm läuft direkt in eurem Browser.

Berühmte letzte Worte: »Sieht ja ganz leicht aus«

Die Steuerung unseres Gefährts, eines SpaceX Dragon 2, erfordert richtig viel Fingerspitzengefühl. Wir müssen auf Rotation, Anflugwinkel und Geschwindigkeit achten und jede Kurs-Korrektur präzise durchführen.

Sind wir zu schnell oder drohen wir den Andockpunkt zu verfehlen, heißt es schnell »Fail«. Eine dramatische Explosion bekommen wir übrigens nicht zu sehen, wir fangen einfach nochmal von vorne an. Aber stellt euch dabei einfach vor, was ihr gerade an Schäden angerichtet hättet. Eine SpaceX Dragon kostet übrigens rund 200 Millionen US-Dollar.

Hier könnt ihr bewundern, wie miserabel der erste Versuch der Autorin lief. Hier könnt ihr bewundern, wie miserabel der erste Versuch der Autorin lief.

Das Ganze ist übrigens erstaunlich nah an der Realität: Wir benutzen das gleiche Interface, das auch NASA-Astronauten für manuelle Andockmanöver einsetzen. SpaceX-Gründer Elon Musk stellte das Raumschiff Dragon 2 übrigens schon 2014 vor.

Ein letzter, bemannter Test steht noch dieses Jahr an. Danach soll die Dragon 2 regelmäßig Crews zur ISS transportieren. Falls ihr euch die Simulation selber anschauen wollt, haben wir noch zwei Tipps für euch:

  • Bringt Geduld mit, das Ganze setzt nicht auf Action, sondern Realismus - und so ein Andockmanöver geht ziemlich langsam vonstatten.
  • Ja, im Weltraum hört dich niemand schreien, kein Schall, wissen wir alles. Deshalb hat die Simulation natürlich auch keinen Sound im Gepäck. Für mehr epische Stimmung verzichten wir aber gerne auf etwas Authentizität und raten euch: Lasst nebenher den Soundtrack von Interstellar laufen.

SpaceX bringt euch den Weltraum übrigens auch in der Film-Branche näher:

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Falls ihr Raumschiffe lieber zerlegt als fliegt: In der Simulation Hardspace: Shipbreaker spielt ihr einen Schrottsammler im Weltraum. Das Spiel ist sozusagen das Gegenteil einer Sandbox.

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