Reiten oder fliegen?
Ich bin mir aktuell aber noch gar nicht sicher, ob ich Jespar wirklich über den Weg trauen kann. Der Typ scheint vordergründig ein netter Mensch zu sein und ich lasse mich hin und wieder dazu hinreißen, mit ihm zu flirten, aber hinter seiner Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit vermute ich höchst eigennützige Beweggründe. Nun, die Zeit wird's zeigen, für den Anfang jedenfalls hat er mir schon sehr geholfen, ich habe inzwischen mehr Geld in den Taschen, als ich jemals für möglich gehalten habe.
Ich könnte mir sogar ein eigenes Pferd leisten, wenn ich bereit wäre, 600 Münzen dafür zu opfern. Oder aber ich helfe der Stallbesitzerin dabei, einen Troll zu beseitigen, dann will sie mir eines schenken. Ich glaube aber, sie meint nicht wirklich ein Pferd, sondern den knuffigen Esel namens Bunny, der auf einem nahen Feld steht. Ich meine, ich hätte ein schelmisches Lächeln auf ihrem Gesicht gesehen, als sie mir das Angebot machte. Pöh, dann fliege ich eben mit einem Myraden!
SureAI sprach vor einem Jahr lediglich von dem Plan, ein Schnellreisesystem in Enderal einzubauen, immerhin ist die Welt nur etwas kleiner als die von Skyrim (die Macher sprechen von Dreiviertel der Größe von Himmelsrand), inzwischen ist es in Teilen implementiert. Wer flott von A nach B kommen will, der steigt gegen etwas Klimpergeld auf einen Myraden, eine Mischung aus Drache, Adler, Löwe und noch mehr Fantasie. Aktuell wird man nach dem Aufsitzen noch per Ladebildschirm transportiert. Das soll wohl auch in der Release-Version noch so sein. SureAI möchte aber später per Patch echte Flüge über die Landschaft einbauen.
Mein Haus, mein Held
Aber bevor ich mit meinem Pferd oder Esel oder Myrade wirklich zu Lashiri (die eigentlich Lishari heißt, aber das ist eine andere Geschichte) reite, um mich heilen zu lassen, zaubere ich mich noch mal schnell per Schriftrolle nach Flusshaim, der ersten kleinen Siedlung, durch die mich meine Reise führte. Dort möchte ich endlich dem Geheimnis des Gedichts auf die Schliche kommen, das ich dort in einer Schatulle gefunden habe. Bei meinen bisherigen Versuchen hat mich immer ein Erdelementar daran gehindert, den Weg zum vermeintlichen Ziel zu nehmen. Aber inzwischen trage ich eine fettere Rüstung, bin ich stärker, kann kräftiger zuhauen und besser zaubern.
Tränke, Gifte, Waffe, Rüstungen (inklusive seltener Set-Gegenstände) - all das liegt überall in der Welt von Enderal rum. Wer also nicht craften will, der muss es nicht tun. Wer allerdings schon in Skyrim Freude daran hatte, sich seine Siebensachen selbst herzustellen, der darf das auch in Enderal, das Prinzip bleibt dabei das Gleiche. Nur dass man in Enderal für Craften von Waffen und Rüstungsteilen Blaupausen benötigt, die man sich entweder teuer kaufen muss oder mit etwas Glück in den Dungeons findet. Doch damit nicht genug: Wir werden uns wie in Skyrim ein Haus kaufen können, aber die Einrichtung dürfen wir komplett selbst herstellen.
Das Skill- und Kampfsystem von Enderal unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht signifikant von dem aus Skyrim. Gelevelt wird in den drei Archetypen Magier, Kämpfer und Schurke. Allerdings steigert sich das Heldenkönnen nicht nach dem Prinzip »Learning by doing«, wie man's eigentlich aus den Spielen der Elder-Scrolls-Serie gewohnt ist. Stattdessen verteilt man klassisch Talentpunkte nach Stufenaufstiegen. Obendrein hat SureAI nicht einfach die Skills von Skyrim kopiert, sondern auch Eigenkreationen hinzugefügt. Besonders wirkungsvoll sind dabei die neuen Spezialtalente, die die Drachenschreie aus Skyrim ersetzen.
Darunter etwa der Klingensturm, der zu einem besonders hohen kritischen Schaden führt. Oder der Arktiswind, der Gegner für ein paar Sekunden schockfrostet. Besonders gelungen am Kampfsystem von Enderal: Es ermöglicht quasi Kombos. Eine Lache Schattenzungenöl (Spezialtalent im Schurkenbaum) auf dem Boden in Kombination mit etwas Feuer gleich brutzelnde Gegner. Damit das locker von der Hand geht, bietet Enderal ein wesentlich komfortableres, weil übersichtlicheres Schnellzugriffssystem als es das Skyrim getan hat. Das neue Schnellzugriffssystem kennen allerdings vielleicht viele schon als Mod erstellt vom Team SkyUI.
Für Schatzgräber
Den blöden Erdelementar lege ich also erstmal mit dem Arktiswind lahm und hau dann unbehelligt mit meinem Streitkolben zu, während mein zuvor beschworener Geisterhund an den klobigen Laufwarzen des Elementars nagt. Dass gleich neben dem Elementar ein gemeingefährlicher und überraschend starker Magier in einem Turm wohnt, kann ja keiner ahnen. Ich fürchte, ich komme dann später noch mal wieder.
Auf meinem Weg zurück zu den nahen Häusern stolpere ich über ein Grab. Und weil ich zufällig eine Schaufel in meinem frisch an der Handwerksstation selbstgenähten kleinen Rucksack (Tragkraft +15) mit mir rumschleppe, übe ich mich in erträglicher Grabräuberei. Das macht Schule, auf meinen weiteren Wegen durch Enderal schaue ich auch immer mal wieder absichtlich stur auf den Boden und nicht nur in die grandiose Landschaft. Man weiß ja nie, wer wo mit was vergraben wurde.
6:18
Skyrim: Enderal - Die Skyrim-Mod im Video: Skills
Jetzt aber zu Lashiri, ich nehme einen Myraden. Der Tag ist nämlich noch jung und der Troll taucht erst nach Mitternacht auf. Ich treffe die etwas ungehobelte junge Frau in einer unterirdischen Tempelanlage, in der sie an einem Forschungsprojekt arbeitet. Beziehungsweise arbeiten wollte. Irgendwelche zwielichtigen Söldner haben sich dort inzwischen breit gemacht und sind dabei, die Forschungsergebnisse zu vernichten. Bevor ich geheilt werden kann, muss ich also Lashiri helfen, die Typen loszuwerden. Eine heiße Angelegenheit, die Söldner haben die Katakomben in Brand gesetzt. Nur durch massiven Heiltrankgebrauch komme ich mit dem Leben davon. Jetzt wird's aber echt Zeit, dass man sich endlich mal meiner annimmt, das Fieber ist in schwindelerregende Höhen geklettert. Hoffentlich weiß die Frau, was sie tut. Ich habe noch eine Welt zu retten! (pet)

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