»Es ist sehr viel leichter, das Schloss zu knacken, als meine Tür zu hacken«: Deutschlands größter Smarthome-YouTuber bei FYNT

Smarthome-Sicherheit zwischen Komfort und digitaler Gefahr: Experten klären über reale Risiken, Datenströme und Kameras auf.

Ein Schloss schützt vor Einbrechern – doch wer schützt vor neugierigen Servern? (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert; Prompt: Alexander Köpf) Ein Schloss schützt vor Einbrechern – doch wer schützt vor neugierigen Servern? (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert; Prompt: Alexander Köpf)

Seit Jahrtausenden versuchen Menschen, ihr Zuhause vor ungebetenen Gästen zu schützen – von den ersten hölzernen, dennoch clever konstruierten Schlössern der Antike über massive Holztüren mit Drehschlössern im Mittelalter bis hin zu den patentierten Spezialschlössern der Zeit der Industrialisierung. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie setzen auf physische Barrieren, um Eindringlinge abzuwehren.

Heute hat sich die Bedrohung jedoch ein Stück weit gewandelt: Nicht mehr ausschließlich der Räuber mit Dietrich, sondern auch der digitale Eindringling, der theoretisch per Smartphone die Tür öffnen könnte, steht im Fokus:

Video starten 49:58 Talk über Smarthome 2025: Zwischen Komfort, Chaos und KI - Experten geben Einblicke

Komfort versus digitale Gefahr

Smarthome-Geräte versprechen Komfort und Kontrolle, doch zugleich wächst die Sorge vor Hackern, die aus der Ferne ins eigene Zuhause eindringen könnten.

Im Rahmen von Find Your Next Tech auf der IFA in Berlin haben wir mit Smarthome-Spezialist und YouTuber Andreas Dantz (Spiel und Zeug) sowie der versierten PC Games Hardware-Redakteurin Veronika Maucher über mögliche Risiken und Ängste gesprochen.

Mythos Hacker entkräftet

Dantz nimmt vielen Befürchtungen direkt den Wind aus den Segeln. Zahlreiche unabhängige Tests bestätigten: Dass Hacker von außen die Tür knacken, sei äußerst unwahrscheinlich. Im Gegenteil:

Wenn jemand in mein Haus möchte, ist es sehr viel leichter, den [Schließzylinder] zu knacken oder aufzubohren, als irgendwie sich zu überlegen, meine Tür zu hacken. Man sollte sich da, glaube ich, nicht verrückt machen lassen.

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Die unsichtbare Gefahr: Datenströme

Doch das bedeutet nicht, dass es im Smarthome-Bereich keine Gefahren gibt. Besonders spannend wird der Blick auf die Datenströme, die smarte Geräte ins Internet senden. Viele verbinden sich mit Servern in anderen Ländern.

Wer seine Daten lieber in vertrauten Händen wissen möchte, kann den Datenverkehr über den Router steuern, bestimmte Länder blockieren oder sich bereits beim Kauf über Serverstandorte informieren.

Maucher weist jedoch darauf hin, dass solche Blockaden dazu führen können, dass Geräte keine Software- oder Sicherheitsupdates mehr erhalten. Hier ist es nötig, sorgfältige abzuwägen.

Kameras: Stille Wächter oder Einblick ins Wohnzimmer?

Kameras im Haus sind ein weiteres sensibles Thema. Außenkameras funktionieren wie stille Wachen vor der Haustür, während Innenkameras das Risiko bergen, Fremden einen Blick ins Wohnzimmer zu erlauben.

Dantz hat sich daher bewusst gegen Innenkameras entschieden. Die Aufnahmen seiner Außenkameras speichert er lokal auf einer Netzwerkplatte, statt sie in der Cloud abzulegen.

Das Interview bietet einen praxisnahen Blick auf Smarthome-Sicherheit: Es zeigt, welche Risiken realistisch sind, wie man sie steuern kann und dass viele Gefahren oft größer erscheinen, als sie es tatsächlich sind.

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