Jolla: Finnische Handys mit europäischen Betriebssystem
Jolla ist ein Smartphone-Hersteller aus Finnland und besteht zum Teil aus dem ehemaligen Team hinter dem Nokia N9. Genau wie Volla Systeme legt das Unternehmen großen Wert auf Datenschutz und Privatsphäre und hat dafür sogar ein eigenes Betriebssystem auf Linux-Basis entwickelt: Sailfish OS – das einzige europäische Smartphone-Betriebssystem.
Wie viele andere Tech-Unternehmen arbeitet Jolla an KI-Funktionen und KI-Apps, ohne aber die Datensouveränität seiner Nutzer zu beeinflussen.
Für dieses Jahr hat das Unternehmen das neue Jolla Phone angekündigt, das optisch ganz klar die Nokia-DNA am Leben erhält, und sogar nur in Europa erhältlich sein wird:
- Mit Sailfish OS 5 auf Linux-Basis. Alle Android-Apps sollen kompatibel sein.
- Die Rückseite ist abnehmbar; der Akku austauschbar.
- Physischer Privacy-Schalter zum schnellen Deaktivieren von Mikrofon, Bluetooth, bestimmten Apps oder mehr.
- Wahlweise mit 12 oder 8 GB RAM.
- Wurde zusammen mit Feedback aus der Community entwickelt.
- 6,36-Zoll AMOLED-Display mit Full-HD+-Auflösung
- 50 MP-Hauptkamera und 13 MP-Ultraweitwinkel
Das neue Jolla Phone soll im September 2026 für einen Preis von 650 Euro erscheinen. Aktuell sind Reservierungen für rund 94 Euro möglich.
Fairphone: Nachhaltigkeit aus Niederlande
Fairphone ist ein niederländischer Smartphone-Hersteller mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit. Die Handys brüsten sich außerdem mit besonders langen Update-Zeiträumen und sind daher passende Optionen für alle, die nur alle paar Jahre ein neues Gerät kaufen wollen.
Fairphone produziert nach eigenen Angaben 100 Prozent Elektromüll-neutral und mit einem kleinem CO2-Fußabdruck. Die Handys bestehen zudem zum großen Teil aus recyceltem Material.
Das neue Fairphone 6 ist für 550 Euro erschienen und siedelt sich sowohl preislich als auch bei den technischen Daten im Mittelfeld an. Dort ragt es aber mit einem sehr langen Update-Zeitraum von acht Jahren heraus.
- Android 15 mit Updates bis 2033
- Trotz austauschbaren Akku nach IP55 geschützt
- Hergestellt aus 50 Prozent recycelten Materialien
- Gold, Silber, Kobalt und Wolfram stammen aus fairer Gewinnung
- 6,31-Zoll-OLED-Bildschirm mit 10 bis 120 Hz Bildwiederholfrequenz
- 50 MP-Sony-Lytia-700C-Hauptamera, 13 MP-Ultraweitwinkel
Wer kein Android mag: Alternativ bietet Fairphone euch auch eine Variante mit Murena /e/OS, einem Open-Source-Betriebssystem mit Fokus auf Datenschutz. Diese Version kommt ohne Google-Dienste, ist aber dennoch kompatibel mit den meisten Android-Apps.
Fairphone gibt hier allerdings nicht an, ob diese Version auch acht Jahre lang mit Updates versorgt wird. Stattdessen ist von »mehrjährigem Software-Support« die Rede.
HMD Mobile – Modularität und Reparierbarkeit aus Finnland
HMD Global hat seinen Sitz in Espoo, Finnland, und ist vielen vor allem als das Unternehmen bekannt, das jahrelang die Marke Nokia im Smartphone-Segment am Leben hielt. Seit Kurzem geht der Hersteller jedoch neue Wege und setzt verstärkt auf die eigene Marke »HMD« (Human Mobile Devices).
Die Handys der Finnen setzen auf Reparierbarkeit und Modularität. In Zusammenarbeit mit iFixit bietet HMD Anleitungen und offizielle Ersatzteile an, damit ihr euer Handy bei einem Displaybruch oder schwächelndem Akku einfach selbst verarzten könnt, statt es teuer einschicken zu müssen.
Ein besonders spannendes Projekt des Herstellers ist das HMD Fusion, das für rund 300 Euro erhältlich ist; es konnte bei der Akkulaufzeit selbst viel teurere Geräte schlagen.
Das Highlight sind die sogenannten »Smart Outfits« – austauschbare Rückschalen, die über Pins auf der Rückseite Hardware-Funktionen hinzufügen oder verändern.
Die technischen Eckdaten des HMD Fusion im Überblick:
- Modularität durch Smart Outfits: Über Pogo-Pins lassen sich Gehäuse mit integriertem Ringlicht für Content Creator, robuste Outdoor-Hüllen oder sogar Gamepad-Aufsätze direkt mit dem System verbinden.
- Gen 2 Reparierbarkeit: Display, Akku oder Ladeanschluss lassen sich laut Hersteller in weniger als zehn Minuten mit Standard-Werkzeug tauschen.
- 6,56-Zoll-Display mit 90 Hz Bildwiederholrate.
- 108-Megapixel-Hauptkamera für hochauflösende Schnappschüsse.
- Snapdragon 4 Gen 2 Prozessor: Solide Mittelklasse-Leistung für den Alltag.
- Transparentes Design: Die Standard-Hülle gibt den Blick auf das technische Innenleben frei – ein nettes Detail für Hardware-Fans.
Wenn ihr Lust auf ein Gerät habt, das ihr nach euren Wünschen erweitern könnt und das bei einem Sturz nicht direkt zum wirtschaftlichen Totalschaden wird, ist HMD Mobile definitiv einen Blick wert.
Nothing – außergewöhnliches Design aus London
Nothing hat sich in Rekordzeit einen Namen gemacht, indem sie das oft langweilige Smartphone-Design mit transparenten Gehäusen und Lichteffekten (Glyphs) aufgemischt haben.
Das Unternehmen unter der Leitung von Carl Pei (Co-Gründer von OnePlus) sitzt in London und verfolgt einen fast schon Apple-artigen Fokus auf das Ökosystem. Alle Geräte bieten eine Designsprache mit hohem Wiedererkennungswert.
Ihr aktuelles Top-Modell für 2026 bleibt das Nothing Phone (3), da der Hersteller bewusst nicht mehr jedes Jahr ein neues Flaggschiff veröffentlicht:
- Das Nothing Phone 3 besitzt ein außergewöhnliches Design mit einem runden Matrix-Display auf der Rückseite.
- Auf den Handys läuft Nothing OS, das auf Android basiert, aber optisch zur Designsprache der Handys passt.
- Auf der Rückseite befinden sich drei Kameras (Weitwinkel, Tele und Ultraweitwinkel), alle mit 50 Megapixel. Auch die Frontkamera setzt auf einen Sensor mit derselben Auflösung.
- Mit der Schutzklasse IP68 ist das Handy gut gegen Wasser und Staub geschützt.
Die Handys von Nothing bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein Design, das aus der Masse heraussticht. Wenn ihr ein Handy sucht, das aus Europa stammt, aber technisch mit Apple, Samsung und Google konkurrieren kann, solltet ihr einen Blick auf diesen Hersteller werfen.
Nothing entwickelt seine Geräte in London, fertigt sie aber in China und Indien.
Crosscall – Robuste Handys aus Frankreich
Gründer Cyril Vidal hatte die Idee für Crosscall, als er selbst vor etwa 12 Jahren bei einer stürmischen Segeltour von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Sein damaliges Handy wurde durch Salzwasser zerstört und er konnte weder seine Position melden noch Hilfe anfordern.
Angetrieben von dieser Erfahrung gründete er schließlich das Unternehmen. Crosscall stammt aus Frankreich und ist heute spezialisiert auf wasserdichte, robuste Handys mit langer Akkulaufzeit.
Ihr neuestes Flaggschiff ist das Crosscall Stellar M6 für rund 500 Euro. Das Handy ist nicht nur ziemlich widerstandsfähig, es ist für heutige Verhältnisse relativ kompakt:
- Das Stellar M6 verfügt über die Schutz-Zertifizierungen IP68, IP6X und MIL-STD-810H. Es ist außerdem wasserdicht gegen Salzwasser in maximal 1,5 Metern Tiefe und hält Temperaturen zwischen -20 und 60 Grad Celsius stand.
- Trotz der robusten Bauweise ist das Gesamtgewicht mit 242 Gramm moderat.
- Ausgeliefert wird es mit Android 14 und wird bis Android 20 aktualisiert werden.
- Der IPS-Bildschirm hat eine Diagonale von 6,1-Zoll. Die Auflösung ist mit 720 x 1560 Pixeln relativ gering.
- Der Akku verfügt über 4.500 Milliamperestunden, was für ungefähr 35 Stunden 5G-Kommunikation ausreichen soll.
- Auf der Rückseite befindet sich eine 50-Megapixel-Kamera und auf der Vorderseite ein 8-Megapixel-Sensor.
Crosscall entwickelt seine Handys in Frankreich, produziert aber hauptsächlich in China. Solltet ihr auf der Suche nach Smartphones sein, die jedes Abenteuer durchhalten, könnte dieser Hersteller eine Lösung parat haben.
In Europa haben wir außerdem noch zwei Hersteller, die Handys speziell für unsere liebsten Eltern und Großeltern entwickeln. Hier liegt der Fokus nicht auf die neuste und beste Technik, sondern auf einfache Bedienung und Sicherheit in Notfällen.





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