Technik aus der Nachbarschaft: Vier Handyhersteller aus Deutschland

Drei davon stellen ihre Handys in der Smartphone-Fabrik in Bocholt her.

Gigaset: Made in Germany* mit Sternchen

Gigaset ist ein alter Hase auf dem Markt für Telekommunikation. Einige von euch dürften noch ihre Schnurlostelefone kennen oder sogar selbst noch welche besitzen.

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Bocholt und produziert seit 1941 Telefone in Deutschland. Seit 2018 hat Gigaset auch Smartphones im Portfolio.

Ihr neuestes hört auf den Namen Gigaset GS6 (Pro), ein Handy der Mittelklasse, und wird stolz mit dem Label »Made in Germany« beworben.

Gigaset stellt bis heute seine Geräte in Deutschland her. (Bildquelle: Gigaset) Gigaset stellt bis heute seine Geräte in Deutschland her. (Bildquelle: Gigaset)

Zu den Feature-Highlights gehören:

  • 6,67-Zoll-OLED-Display mit 120 Hz
  • 64-Megapixel-Hauptkamera
  • Herausnehmbarer Akku mit 5.300 Milliamperstunden
  • Erweiterbarer Speicher per microSD-Karte / die Pro-Variante hat 256 und die Standard-Version 128 GB internen Speicher
  • Netless Chat: Zwischen zwei GS6-Smartphones können Sprachnachrichten komplett ohne Internetverbindung versendet werden.

Das Sternchen hinter »Made in Germany«: Im April 2024 wurde Gigaset von VTech Holdings Limited übernommen. Das ist das Unternehmen hinter den gleichnamigen Laptops für Kinder und es hat seinen Sitz in Hongkong. 

Die Geräte werden zwar immer noch in Deutschland produziert, in der Gigaset-Fabrik in Bocholt, aber der neue Mutterkonzern ist jetzt nicht mehr europäisch. 


Volla Systeme: Linux-Handy aus Deutschland

Volla Systeme ist wie Gigaset ein Handyhersteller aus unserem Land und wurde 2017 in Remscheid gegründet; damals noch unter dem Namen »Hallo Welt Systeme UG«. 

Ihre Geräte kommen mit einem ganz besonderen Spin: ihr habt die Wahl zwischen Volla OS, das auf Android basiert, aber ohne Google-Dienste auskommt oder der mobilen Linux-Distribution Ubuntu Touch. Es ist sogar beides per Multiboot möglich, falls man sich nicht auf ein Betriebssystem festlegen möchte.

Das Unternehmen richtet sich vor allem an alle, die Datenschutz und Privatsphäre schätzen.

Das Volla Phone Quintus läuft wahlweise mit Android oder mit Ubuntu. (Bildquelle: Volla Systeme) Das Volla Phone Quintus läuft wahlweise mit Android oder mit Ubuntu. (Bildquelle: Volla Systeme)

Das neueste Flaggschiff von Volla Systeme hört auf den Namen »Volla Phone Quintus« und hat eine UVP von rund 720 Euro:

  • Wahlweise mit google-freiem Android oder Ubuntu Touch
  • 6,75-Zoll-FHD+-AMOLED-Display mit 120 Hz
  • Triple-Kamera-System mit 50 Megapixel Hauptkamera
  • Dual-Sim
  • Anpassbare minimalistische Benutzeroberfläche

Die Handys des Herstellers werden auch in Bocholt bei Gigaset hergestellt. Sie sind also eine mögliche Wahl für euch, wenn ihr nach Smartphones ohne Abhängigkeit von Cloud-Diensten oder Google-Diensten sucht, die aus Deutschland stammen.


Punkt. – Datenschutz mit höchster Priorität aus der Schweiz

Punkt. ist ein Smartphone-Hersteller von unseren Nachbarn in der Schweiz. Die Handys haben einen großen Schwerpunkt auf Datenschutz und laden mit ihrem minimalistischen Design zur achtsamen Nutzung der Bildschirmzeit ein.

»Verbanne das Doomscrolling. Lebe ein bewussteres Leben«, schreibt der Hersteller groß auf seiner Webseite.

Punkt-Smartphones haben AphyOS vorinstalliert, das auf Android basiert, aber komplett befreit von Google-Diensten ist. Es ist außerdem möglich, jede App in einer Sandbox laufen zu lassen und selbst zu bestimmen, wie weit sie nach außen kommunizieren dürfen.

Das Punkt. MC03 läuft mit AphyOS, einem simplen Betriebssystemen mit Fokus auf Datenschutz. (Bildquelle: Punkt.) Das Punkt. MC03 läuft mit AphyOS, einem simplen Betriebssystemen mit Fokus auf Datenschutz. (Bildquelle: Punkt.)

Ihr neuestes Handy ist das Punkt. MC03 für 700 Euro, das auf der CES 2026 vorgestellt wurde:

  • Es sind eigene verschlüsselte Dienste für Mail, Kalender und Cloud vorinstalliert.
  • Sowohl das äußere Design als auch AphyOS sind optisch simpel und minimalistisch gehalten.
  • Mit dem sogenannten »Digital Nomad« ist ein VPN ins Betriebssystem integriert.
  • Mit den »Data & Carbon Ledger« steuert ihr nicht nur auf welche Daten eine App zugreifen darf, sondern auch wie hoch der Energieverbrauch und deren CO2-Fußabdruck ist.
  • Im Gegensatz zum Vorgänger, dem Punkt. MC02, ist jetzt ein OLED-Bildschirm mit 120 Hz eingebaut.
  • Auf der Rückseite ist eine Hauptkamera mit 64 Megapixeln integriert. Dazu gesellen sich ein Ultraweitwinkel mit 8 MP und ein Makro mit 2 MP.
  • Der Akku ist austauschbar.

Der große Haken: Für die Nutzung des vollen Funktionsumfangs des Punkt. MC03 ist nach dem ersten Jahr ein Abo (ab 10 Euro im Monat) notwendig. Kündigt man das Abo, sind einige der Kernfunktionen und Datenschutz-Features eingeschränkt. 

Punkt. schreibt selbst:

»Die Abwahl des Abonnements führt zu einer schrittweisen Deaktivierung der Funktionen und letztlich zur Rückkehr zu einem Gerät, das unter AOSP (Android Open Source Project) läuft.«

Das Handy ist also für alle, die Datenhoheit vor allem anderen priorisieren und bereit sind, dafür auch monatlich zu bezahlen.

Punkt. entwickelt seine Handys in der Schweiz und produziert sie in der Smartphone-Fabrik von Gigaset in Bocholt.


SHIFT – Deutsches Smartphone mit fairer Herstellung

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»Das erste deutsche Smartphone überhaupt«, so stellte Stefan Gödde vom Galileo-Team vor acht Jahren SHIFT vor.

Heute hat sich das Unternehmen sehr breit aufgestellt und bietet nicht nur neue Smartphones an, sondern auch Bildschirme, E-Bikes oder Kopfhörer; alle mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und fairer Herstellung.

Das Unternehmen macht sogar kein Geheimnis daraus, dass die Smartphones in China produziert werden, weil die Shift-Mitarbeiter aus Fernost nach deutschen Arbeitsbedingungen arbeiten. 

Es gibt außerdem einen Umweltpfand: Die Shift-Handys haben einen »Pfand« von 22 Euro und können dem Unternehmen zurückgegeben werden, wenn man sie nicht mehr benötigt, um diesen zurückzubekommen. Es besteht auch die Option, diesen Betrag stattdessen an einen gemeinnützigen Verein zu spenden.

Das Shiftphone wird in Deutschland entwickelt und in China zu deutschen Arbeitsbedingungen hergestellt. (Bildquelle: Shift) Das Shiftphone wird in Deutschland entwickelt und in China zu deutschen Arbeitsbedingungen hergestellt. (Bildquelle: Shift)

Das neueste SHIFTphone 8.1 bietet euch folgende Highlights:

  • Modularität: Bis zu 13 Teile sind leicht auszutauschen. Es ist nur ein Schraubendreher notwendig.
  • Der Akku ist austauschbar und es gibt die Option einen Wechselakku gleich mitzubestellen.
  • Trotz der Modularität nach IP66 geschützt. 
  • Mit ShiftOS basierend auf Android 14, wahlweise auch ohne Google-Dienste; Custom-ROMs werden auch unterstützt
  • Zwei 50-MP-Kameras
  • 6,67-Zoll-FullHD-Bildschirm

Das SHIFTPhone 8.1 ist aktuell für rund 700 Euro erhältlich.


Auf der nächsten Seite findet ihr europäische Smartphone-Hersteller, die ihr unbedingt kennen solltet.

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