Smartwatches gehören für viele von uns zum Alltag. Sie zählen Schritte, messen den Puls und zeigen euch, wie viele Kalorien ihr verbraucht habt, Nun ja, zumindest ungefähr! Denn was steckt wirklich hinter diesen Zahlen? Wie genau sind die Angaben und wie berechnen die Geräte euren Kalorienverbrauch eigentlich? Hier erfahrt ihr, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und was ihr tun könnt, um möglichst realistische Werte zu bekommen.
Wie berechnen Smartwatches den Kalorienverbrauch?
Wirklich exakt messen kann man den Kalorienverbrauch nicht, da er von vielen individuellen Faktoren wie Geschlecht, Alter, Gewicht, Muskelmasse und Genetik abhängt, die alle schwer zu quantifizieren sind. Die meisten Smartwatches nutzen daher eine Kombination aus verschiedenen Sensoren und Algorithmen, um euren Kalorienverbrauch zu schätzen.
Dazu gehören:
- Der Herzfrequenzsensor: Dieser misst euren Puls in Echtzeit. Ein höherer Puls bedeutet meist mehr körperliche Anstrengung und damit mehr Kalorienverbrauch.
- Die Bewegungssensoren (z. B. Beschleunigungsmesser): Erkennen eure Aktivität, etwa ob ihr lauft, geht oder euch kaum bewegt.
- Eure persönlichen Daten: Gewicht, Größe, Alter und Geschlecht werden bei der Berechnung berücksichtigt. Je nach Hersteller könnt ihr diese Angaben manuell eingeben oder sie werden automatisch aus eurem Nutzerprofil übernommen.
Die Smartwatch verwendet diese Daten, um auf Basis bekannter Formeln euren Energieverbrauch zu schätzen. Wie der MET, der Metabolisches Äquivalent: eine Maßeinheit, um den Energieverbrauch körperlicher Aktivitäten zu vergleichen.
Wichtig zu wissen: Es handelt sich hierbei um Annäherungswerte und keine exakten Messungen.
Wie genau sind die Kalorienangaben von Smartwatches wirklich?
Auch wenn moderne Smartwatches technisch ausgereift sind, bleiben die Kalorienangaben nur Schätzwerte und diese können teils erheblich von der Realität abweichen.
Eine aufschlussreiche Studie der Stanford University hat sieben beliebte Modelle untersucht (u. a. Apple Watch, Fitbit Surge, Samsung Gear S2) und kam zu einem klaren Ergebnis:
- Keine einzige Smartwatch konnte den Kalorienverbrauch zuverlässig berechnen.
- Die beste lag im Durchschnitt 27 % daneben, die schlechteste sogar bei 93 %.
- Die Herzfrequenzmessung dagegen war bei 6 von 7 Geräten mit weniger als 5 % Abweichung deutlich präziser.
Wir haben uns diese und andere Studien in einem Anderen Artikel schon einmal angesehen.
Jede Smartwatch verwendet einen eigenen, proprietären Algorithmus, der auf Annahmen basiert: über euer Gewicht, eure Aktivität, eure Herzfrequenz und euren Energieumsatz in Ruhe.
Diese Annahmen passen aber nicht für alle Menschen gleichermaßen. Faktoren wie Fitnesslevel, Muskelmasse, Stoffwechselrate oder sogar Hautfarbe (die die Pulsmessung beeinflussen kann) werden nur unzureichend oder gar nicht berücksichtigt.
Wie nutzt ihr den Kalorienverbrauch eurer Smartwatch? Achtet ihr auf die Zahlen oder ist es eher ein Richtwert für eine dauerhafte Messung eurer Bewegung und Ernährung? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! Wir sind gespannt auf eure Impulse.
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