SpaceX gilt in den USA jetzt als Eisenbahnfirma und das ist ein Problem für alle, die dort arbeiten

Das US-Raumfahrtunternehmen von Elon Musk hat sich in einem entscheidendem Punkt durchgesetzt und damit verwandelt – mit langfristigen Konsequenzen für die Angestellten.

Mars, Mond, die Erde: SpaceX hat große Ziele und jetzt einen für sie wichtigen juristischen Erfolg errungen, der ihnen Beinfreiheit verschafft.
(Bildquelle: NASA und SpaceX) Mars, Mond, die Erde: SpaceX hat große Ziele und jetzt einen für sie wichtigen juristischen Erfolg errungen, der ihnen Beinfreiheit verschafft. (Bildquelle: NASA und SpaceX)

Kein Unternehmen hat die Raumfahrt im vergangenen Jahrzehnt derart aufgerüttelt wie SpaceX: Falcon 9, Starship und Starlink sind weit mehr als nur neue Produkte. Sie setzen Maßstäbe. Der Raketen- und Satellitenbauer im Besitz von Elon Musk dominiert inzwischen unangefochten den kommerziellen Markt in Europa und Amerika.

Dabei ist der Konzern aus einem juristischen Blickwinkel seit Februar 2026 gar keine klassische Tech/Industrie-Firma mehr, sondern eine Mischung aus Lufthansa, DHL und Deutsche Bahn.

Wir nehmen euch mit über den Teich und werfen einen Blick in die Akten, die das Leben Tausender Menschen prägen werden. Denn hinter einem vermeintlich rein bürokratischen Akt steckt eine handfeste Motivation – die nationale Sicherheit.

Vom Raumfahrtkonzern zum Quasi-Eisenbahnunternehmen

Schon lange möchte Elon Musk, eine aus seiner Sicht unliebsame Fessel von SpaceX abstreifen: die Zuständigkeit der National Labor Relations Board (NLRB) für sein Unternehmen. Vereinfacht gesagt ist das eine übergeordnete Behörde, die Unternehmen im Hinblick auf arbeitsrechtliche Fragen überwacht sowie Regeln durchsetzt.

Nun ist es SpaceX gelungen, einen neuen Status zu erwerben, wie US-Medien übereinstimmend berichten – beispielsweise Ars Technica. Zugrunde liegt dem Ganzen der Railway Labor Act (zu Deutsch: Eisenbahn-Arbeitsgesetz).

Damit untersteht SpaceX jetzt einem speziellen Kodex, der zum Beispiel auch für Zugbetreiber, Postunternehmen oder Airlines gilt. Musks Unternehmen reiht sich also in eine sehr spezielle Riege von Firmen ein, zu der bei uns die Lufthansa, DHL oder die Deutsche Bahn gehören.

Video starten 1:12 Mars Horizon: Launch-Trailer zum Steam-Start der Raumfahrt-Simulation

Das National Mediation Board ordnete SpaceX dieser Gruppe nach langem Rechtsstreit zu, da sie an Bord ihrer Dragon-Kapseln regelmäßig Personen und Fracht zur Internationalen Raumstation befördern.

Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten

Aber warum ist denn das jetzt wichtig für SpaceX und Musk? Letztlich fällt das Ziel dahinter nach Einschätzung von Experten simpel aus: Kontrolle über die Arbeitnehmer.

Denn alle Aktivitäten von Unternehmen, die unter den Railway Labor Act fallen, sind von staatlicher Seite geschützt. Kurzum: Die Angestellten dürfen nur unter extrem engen Auflagen streiken, da sie ansonsten den als kritisch eingeordneten Betrieb gefährden würden.

Wenn sie jetzt die Arbeit niederlegen wollen, müssen sie erst gemeinsam mit Arbeitgebervertretern ein langwieriges Schlichtungsverfahren durchlaufen. Zudem hat die bisher zuständige NLRB wiederholt versucht, sich in Belange bei SpaceX zugunsten der Arbeiter einzuschalten – unter anderem durch Klagen bei Kündigungen.

Derweil fällt SpaceX nicht zum ersten Mal als arbeitnehmerfeindlich auf. Denn die Zahlen zur Betriebssicherheit in seinen Werken entblößen eine für die Betroffenen schmerzliche Wahrheit – im wahrsten Sinne des Wortes.

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SpaceX genießt dank dieser Zuordnung derweil, was nach objektiven Werten gemessen seiner Bedeutung entspricht. Denn 2026 gilt schlicht: Ohne SpaceX stünde die US-Raumfahrt schlecht da, denn weder die NASA und ihre Auftragnehmer (abseits SpaceX) noch Blue Origin könnten die hypothetisch aufreißende Lücke füllen.