»Wir haben die Nase so voll von Spam-Anrufen, dass die Betreiber beschlossen haben, etwas dagegen zu unternehmen«: Neuer Ansatz in Spanien gestartet

Genug von Spam? Spanien zeigt, wie Netzbetreiber dagegen vorgehen könnten.

In Spanien bietet ein Anbieter den Spam-Anrufen die Stirn. Und das kostenlos. (Bildquelle: Adobe Stock - Alejandro Bernal) In Spanien bietet ein Anbieter den Spam-Anrufen die Stirn. Und das kostenlos. (Bildquelle: Adobe Stock - Alejandro Bernal)

Die meisten von euch haben wahrscheinlich schon einmal einen Spam-Anruf bekommen, und das ist kein Wunder. Laut Clever Dialer ist die Anzahl an Spam-Anrufen deutlich gestiegen. Auch die Bundesnetzagentur warnt regelmäßig vor Betrugsmethoden per Anruf.

Das ist übrigens nicht nur in Deutschland der Fall. Angesichts dieser anhaltenden Belastung hat der spanische Telekommunikationsriese MasOrange nun mit einer Lösung reagiert, die auch für Deutschland denkbar wäre. 

Wie unsere spanischen Kollegen von Xataka Móvil berichten, führt der Anbieter eine netzwerkbasierte Lösung namens »Llamada visible« ein, um seine Kunden effektiver vor der Telefonplage zu schützen. 

Ein kostenloser Schutzschild direkt aus dem Netz

Im Detail: MasOrange, einer der führenden Mobilfunkanbieter in Spanien, adressiert das Problem der steigenden Telekommunikationsbelästigung direkt an der Quelle. Die neue Funktion »Llamada visible« (Sichtbarer Anruf) wird aktuell schrittweise und kostenlos für alle Privat- und Geschäftskunden der Marken von MasOrange ausgerollt.

Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen App- oder Gerätefiltern:

  • Netzwerkbasiert: Die Identifizierung potenzieller Spam-Nummern erfolgt direkt in der Infrastruktur des Netzbetreibers.
  • Automatische Aktivierung: Die Funktion aktiviert sich ohne Zutun des Kunden auf allen Geräten, die den modernen VoLTE-Standard (Voice over LTE) unterstützen.

Das Ziel: Die Kennzeichnung oder Klassifizierung eingehender Anrufe, die als Spam oder kommerzielle Kommunikation eingestuft werden. Das ermöglicht den spanischen Nutzern unmittelbar zu entscheiden, ob sie den Anruf annehmen oder ablehnen wollen.


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KI-gestützte Problemlösung

Für die Umsetzung dieser Lösung ist MasOrange eine strategische Partnerschaft mit dem Spezialisten Hiya eingegangen. Hiya nutzt eine Kombination aus Netzwerk-Intelligenz und Künstlicher Intelligenz, um Rufnummern zu analysieren und zu identifizieren.

Wie dringend diese Maßnahme in Spanien ist, zeigt der »Global Report on Call Threats« von Hiya, laut dem der durchschnittliche spanische Nutzer 15 unerwünschte Anrufe pro Monat erhält. 

Wie sieht’s in Deutschland aus? Für uns als Nutzer in Deutschland bleibt die Hoffnung, dass die deutschen Netzbetreiber diese Entwicklung genau beobachten und ähnliche, netzwerkbasierte Lösungen bald auch hierzulande zum Standard machen.

MasOrange würde in Spanien damit einen neuen Standard im Kundenschutz setzen – vorausgesetzt, die Maßnahme funktioniert tatsächlich auf Dauer.

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