Ein Handy über 1.000 Euro? Was vor einigen (vielen) Jahren noch undenkbar war, ist schon seit geraumer Zeit absolut nichts Außergewöhnliches. Die Ultras und die Pro Maxes der Smartphone-Branche haben längst Preise weit über der vierstelligen Preismauer normalisiert, und der Trend bewegt sich nach oben.
Je teurer diese Geräte jedoch werden, desto interessanter ist der Blick weiter nach unten. Die Mittelklasse wird von Jahr zu Jahr besser und selbst besonders günstige Budget-Handys reichen für viele Menschen vollkommen aus.
Jetzt hat Xiaomi die neue 17T-Serie bei einem Presse-Event in Wien vorgestellt. Ich bin vor Ort und konnte die neuen Mittelklasse-Handys ausprobieren und jetzt bin ich mir sicher: High-End-Handys sind nur für die wenigsten wirklich nötig.
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| Merkmal | Xiaomi 17T | Xiaomi 17T Pro |
| Display | 6,59 Zoll AMOLED, 120 Hz, 2756 x 1268 Pixel, bis zu 3500 Nits (Peak), Gorilla Glass 7i | 6,83 Zoll AMOLED, 144 Hz, 2772 x 1280 Pixel, 1–3500 Nits (Peak), Gorilla Glass 7i |
| Prozessor | MediaTek Dimensity 8500-Ultra (4 nm) | MediaTek Dimensity 9500 (3 nm) |
| Arbeitsspeicher | 12 GB RAM (LPDDR5X) | 12 GB RAM (LPDDR5X) |
| Speicherplatz | 256 GB / 512 GB (UFS 4.1) | 256 GB / 512 GB / 1 TB (UFS 4.1) |
| Hauptkamera (Leica) | 50 MP (f/1.7, OIS, Light Fusion 800) | 50 MP (f/1.67, OIS, Light Fusion 950) |
| Telekamera (Leica) | 50 MP Periskop (5x optischer Zoom, f/3.0, OIS) | 50 MP Periskop (5x optischer Zoom, f/3.0, OIS) |
| Ultraweitwinkel | 12 MP (f/2.2, 120°) | 12 MP (f/2.2) |
| Frontkamera | 32 MP (f/2.2) | 32 MP (f/2.2) |
| Akku | 6.500 mAh (Silizium-Kohlenstoff) | 7.000 mAh (Silizium-Kohlenstoff) |
| Ladeleistung | 67W HyperCharge (kabelgebunden) | 100W kabelgebunden / 50W kabellos |
| Betriebssystem | Android 16 mit HyperOS 3 | Android 16 mit HyperOS 3 |
| Schutzklasse | IP68 (staub- und wassergeschützt) | IP68 (staub- und wassergeschützt) |
| Maße & Gewicht | 157,6 x 75,2 x 8,2 mm | 219 g |
| UVP (Startpreis) | ab 749,90 € | ab 899,90 € |
Richtig gute Kameras gibts auch unter 1.000 Euro
»Meister der Telefotografie«, so bewirbt Xiaomi die beiden Handys. Das ist natürlich etwas hochgesteckt, aber wer heute zu einem Handy unter 1.000 Euro greift, muss nicht zwingend auf eine gute Kamera mit Zoom verzichten.
Beide Xiaomi 17T-Handys sind mit einer Leica-Triple-Kamera ausgestattet:
| Xiaomi 17T | Xiaomi 17T Pro | |
| Hauptkamera | 23mm, 50 MP, Light Fusion 800 Sensor, F/1.7 | 23mm, 50 MP, Light Fusion 950 Sensor, F/1.67 |
| Telekamera | 115mm, 50 MP, F/3.0 | 115mm, 50 MP, F/3.0 |
| Ultraweitwinkel | 15mm, 12 MP, F/2.2 | 15mm, 12 MP, F/2.2 |
| Frontkamera | 21mm, 32 MP, F/2.2 | 21mm, 32 MP, F/2.2 |
Die Kameras der beiden Handys sind fast identisch. Der einzige Unterschied ist der etwas kleinere Sensor für die Hauptkamera des Xiaomi 17T.
Obwohl das Xiaomi 17T bei 750 Euro startet, was weit entfernt von High-End-Geräten, wie dem iPhone 17 Pro Max ist, bietet es dennoch eine Telekamera mit fünffacher optischer Vergrößerung. Bei Bedarf kann der Zoom auf 10x mit nur geringem Qualitätsverlust digital vergrößert werden.
Beide Handys haben ein schickes Design mit pastelligen Farben. Die weiße Version hat außerdem einen Regenbogen-Effekt, der beim Betrachten aus unterschiedlichen Winkeln sichtbar wird. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Leica-DNA: Genau wie bei den teuren Xiaomi-Handys sind auch bei diesen beiden Handys Funktionen an Bord, die in Zusammenarbeit mit Xiaomi entwickelt wurden. Dazu zählen etwa:
- Leica-Fotostile und -Filter
- Leica Live Momente (Live-Fotos mit kurzen Videoclips, die den Leica-Look oder sogar das simulierte Bokeh der Fotos übernehmen)
- Fotografieren mit Festbrennweiten (23, 28, 35, 46, 75, 115mm)
Lange Zeit war die Kamera einer der Hauptgründe, zu einem besonders teuren Handy zu greifen – vor allem, wenn man ein Gerät mit großem optischen Zoom wollte. Das ist heute nicht mehr der Fall.
Klar ist das viel teurere Xiaomi 17 Ultra in dieser Hinsicht immer noch besser, aber nur die wenigsten benötigen ein APO-Zoom-Objektiv oder einen 1-Zoll-Typ-Sensor.
Für Schnappschüsse in guter Qualität reicht die Mittelklasse absolut aus.
Ich war in Wien mit Pavel Kaplun unterwegs, der das Handy auch schon in der Praxis testen konnte und in seinem Video schöne Beispielfotos zeigt. Ihr könnt es euch hier ansehen:
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Lange Akkulaufzeit ist schon lange kein High-End-Feature mehr
Eine lange Akkulaufzeit ist für viele Menschen eines der wichtigsten Features beim Smartphone und dafür müsst ihr schon lange nicht mehr zu teuren Geräten greifen. Selbst günstige Geräte wie das HMD Fusion können sich gegenüber hochpreisigen Konkurrenten durchsetzen.
Xiaomi hat seine beiden Handys mit beeindruckenden Silizium-Kohlenstoff-Akkus ausgestattet:
- Xiaomi 17T: 6.500 mAh Kapazität, 67 Watt kabelgebundenes Laden, 50 Watt kabellos
- Xiaomi 17T Pro: 7.000 mAh Kapazität, 100 Watt kabelgebundenes Laden, 50 Watt kabellos
Technische Daten sind aber nur die halbe Geschichte, bei der tatsächlichen Akkulaufzeit eines Handys, wie mein Kollege Marinus wieder und wieder festgestellt hat.
Trotzdem bin ich gespannt, wie gut die 17T-Serie in unseren Tests abschneiden wird. Der Hersteller hat während der Präsentation stolz einen Vergleichstest zwischen dem 17T Pro und dem Samsung Galaxy S26 Ultra MIT angeschlossener 5.000-mAh-Powerbank gezeigt.
Beim kontinuierlichen Filmen war beim Samsung-Handy nach acht Stunden und sechs Minuten der Saft leer. Das Xiaomi 17T Pro hatte hingegen noch 17 Prozent übrig und das, obwohl das Samsung-Handy eine Powerbank zur Unterstützung hatte.
Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es vielleicht auch; wir werden sehen.
Der Punkt ist, dass viele Mittelklasse-Handys heutzutage beeindruckende Akkus verbaut haben und dank Schnellladefunktion es nur selten zur Akku-Nervosität kommt.
High-End-Leistung steckt nicht nur im High-End-Handy
Neben der Kamera spielt die Leistung eine große Rolle beim Kauf eines High-End-Handys. Günstige Handys sind eben meistens langsamer – oder nicht?
Auch das stimmt heute nicht mehr. Mittelklasse-Handys sind heute nicht nur ruckelfrei in der Bedienung, sie können sogar genauso viel Leistung bieten wie deutlich teurere Geräte. Im Xiaomi 17T Pro steckt der Mediatek Dimensity 9500, der in einigen Benchmarks sogar den Qualcomm Snapdragon 8 Gen 5 schlägt – ein Chip, der in vielen teuren Android-Handys steckt.
Im Xiaomi 17T steckt der MediaTek Dimensity 8500-Ultra, der etwa auf dem Niveau eines Snapdragon 8 Gen 3 oder Exynos 2400 läuft.
Ich habe beide Handys ausprobieren dürfen und die Bedienung fühlte sich genauso flüssig an, wie bei meinem Xiaomi 15 Ultra mit Qualcomm Snapdragon 8 Elite. Natürlich ist ein so kurzes Hands-On noch nicht aussagekräftig über die Leistung bei aufwendigen Spielen oder Apps, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nicht enttäuscht werden.
Xiaomi 17T-Serie: Ein Statement für die hohe Mittelklasse
Beide Handys haben bei mir einen sehr positiven ersten Eindruck hinterlassen.
Die Xiaomi 17T-Serie ist der lebende Beweis dafür, dass die Luft im Ultra-Premium-Segment dünn wird. Wenn ein Smartphone ab 750 Euro eine waschechte Periskop-Kamera mit Leica-Optik bietet, mit Top-Prozessoren in Benchmarks mithält und Akkulaufzeiten verspricht, die ein S26 Ultra samt Powerbank alt aussehen lassen, dann verschwimmen die Grenzen endgültig.
Natürlich gibt es sie noch, die feinen Nuancen. Ein Xiaomi 17 Ultra hat einen noch größeren Sensor und ein iPhone 17 Pro Max bleibt das beste Handy für das Apple-Ökosystem.
Aber machen wir uns nichts vor: Für 95 Prozent der Menschen sind diese Unterschiede im Alltag schlicht unsichtbar geworden.
Passend zum Thema: Die besten Handy bis 600 Euro: Das sind meine 3 Empfehlungen nach über 30 Smartphone-Tests
Meine wichtigste Erkenntnis aus Wien: High-End ist kein Privileg der Vierstelligkeit mehr. Wer heute weit über 1.000 Euro für ein Smartphone ausgibt, tut das nicht mehr für die spürbare Performance im Alltag, sondern um das technisch maximal Machbare in der Tasche zu tragen.
Solltet ihr euch deswegen eines der neuen 17T-Handys kaufen? Das kann ich euch nach einem Hands-On noch nicht beantworten. Wie gut die Handys wirklich sind und ob sie sich wirklich lohnen, erfahrt ihr bald in unserem Test.
Wie sieht es bei euch aus? Kauft ihr euch hochpreisige High-End-Handys? Was spricht für und gegen sie? Schreibt es uns gern in die Kommentare!

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