Während die Welt gebannt auf die rasanten Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz und E-Autos blickt, droht im Hintergrund nach der Speicherkrise ein Flaschenhals, die moderne Infrastruktur lahmzulegen.
Wie das Tech-Magazin TechRadar berichtet, sorgt der rasant steigende Energiebedarf von KI-Rechenzentren und E-Autos in Europa und den USA derzeit für eine dramatische Materialknappheit bei Leistungstransformatoren.
Netzbetreiber müssen für die tonnenschweren Schlüsselkomponenten des Stromnetzes mittlerweile bis zu vier Jahre warten. Vor der Krise lag die Zeit noch bei sechs bis zwölf Monaten.
Der Engpass könnte den dringend benötigten Ausbau der Stromnetze in Europa und den USA ausbremsen und sogar die Stabilität der Stromversorgung gefährden.
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Eckpfeiler der modernen Infrastruktur
Leistungstransformatoren sind wichtige Übersetzer im Stromnetz. Sie wandeln den hoch-gespannten Strom aus Fernleitungen so um, dass er in Gebäuden und Produktionsanlagen genutzt werden kann.
Bei den Transformatoren handelt es sich nicht um handliche Elektronik, sondern um tonnenschwere Konstrukte aus Kupfer und Spezialstahl. Die Herstellung erfolgt nicht am Fließband, sondern erfordert präzise Maßarbeit, die oft Monate dauert. Nur wenige Hersteller sind in der Lage, Spezialstahl überhaupt herzustellen.
Genau hier liegt das Problem: Die weltweiten Kapazitäten sind erschöpft, was sich auf die Lieferzeiten auswirkt.
KI-Boom trifft auf die Energiewende
Der Ausverkauf steht im direkten Zusammenhang mit zwei Entwicklungen. Einerseits steht der immer größer werdende Bedarf an Elektrizität durch KI-Rechenzentren.
Auf der anderen Seite steht die Energiewende. E-Mobilität und erneuerbare Energien benötigen eine Modernisierung der Stromnetze sowie neue Transformatoren, um Windparks oder Solaranlagen an das Netz anzuschließen. Auch größere Batterien verlangen zwingend nach Transformatoren.
Laut TechRadar könnten vor allem kleinere Stadtwerke und Netzbetreiber das Nachsehen habe, da sie mit den finanziellen Mitteln größerer Betreiber und KI-Firmen wie Google, Microsoft und Co. nicht mithalten können. Preise haben sich in den letzten Jahren um 50 bis 80 Prozent verteuert.
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Problematisch wird der Engpass noch aus einem anderen Grund: dem verbauten Spezialstahl. Die weltweiten Produktionskapazitäten sind begrenzt, was den Bau neuer Fabriken verhindert, um aus der Notsituation zu kommen.
Zudem ist die Fertigung vom Fachkräftemangel betroffen. Bau und Montage von Transformatoren hängen laut dem Magazin »in hohem Maße von präziser handwerklicher Arbeit« ab.
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