Bei diesen 4 Anbietern für Musik-Streaming bekommen Künstler mehr von eurem Geld

Es gibt viele gute Gründe, Spotify den Rücken zu kehren. Wenn euch die Bezahlung der Künstler bei eurem nächsten Musikstreaming wichtig ist, haben wir vier Alternativen für euch.

Spotify macht Spaß – die steigenden Preise bei mieser Bezahlung der Musiker weniger. Da gibt es bessere Möglichkeiten. Spotify macht Spaß – die steigenden Preise bei mieser Bezahlung der Musiker weniger. Da gibt es bessere Möglichkeiten.

Spotify hat die Preise erhöht. Wer jetzt ein neues Abo abschließt, muss bereits 12.99 Euro für ein Single-Abo bezahlen. Aber auch Bestandskunden werden ab November zur Kasse gebeten und zahlen ab dann 24 Euro mehr im Jahr für das Streaming beim schwedischen Riesen.

Bei welchem Anbieter ihr für das kleinste Geld das meiste geboten bekommt, haben wir euch bereits hier gezeigt:

Doch der Preis ist längst nicht das Einzige, wofür Spotify in der Kritik steht: Neben einer vergleichsweise schlechten Audioqualität verdient der schwedische Streaming-Riese an den Künstlern auf der Plattform besonders viel.

Spotify selbst gibt keine genauen Zahlen aus. Die Audio-Tech-Seite SoundGuys schätzt für einen Erlös von 0.003 bis 0.005 Cent pro Stream für die Musiker. Seit 2023 zahlt Spotify diesen Betrag auch erst ab dem tausendsten Stream.

Das ist im Vergleich besonders wenig. Mittlerweile gibt es auf dem Musikstreaming-Markt jedoch genug alternative Anbieter, bei denen die Künstler mehr von eurem Geld bekommen.

Und die müssen auch gar nicht teuer sein. Ich zeige euch vier sehr unterschiedliche Modelle.

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1. Tidal – die günstige Streaming-Alternative

  • Kosten: ab 10.99 Euro/Monat
  • Katalog: rund 100 Mio. Titel, ähnlich groß und breit wie bei Spotify und Apple Music.

Wenn es um faires Musikstreaming geht, wird Tidal häufig als Erstes genannt. Allerdings macht der norwegische Streaming-Dienst selbst wie auch Spotify keine Angaben, wie viel die Künstler auf der Plattform pro Stream bekommen. Auch hier müsst ihr euch auf externe Vergleiche verlassen.

Laut der Audio-Tech-Seite SoundGuys zahlt Tidal den Musikern tatsächlich mehr als Spotify und auch Apple Music. Die Seite kommt auf folgende Zahlen:

  • Spotify: 0.004 US-Dollar pro Stream
  • Apple Music: 0.01 US-Dollar pro Stream
  • Tidal: 0.013 US-Dollar pro Stream

Tidal zahlt den Musikern also gut das Dreifache von Spotify, die Differenz zu Apple Music ist allerdings marginal. Tidal nutzt zudem ebenso wie Spotify und die meisten anderen Anbieter das laut SoundGuys das Market-Share-Modell.

Das bedeutet: Alle Einnahmen fließen in einen Pool und die Künstler werden entsprechend ihrem prozentualen Anteil an den Gesamt-Streams vergütet. Das bevorzugt Superstars gegenüber kleinen Künstlern.

Dennoch: Mit Tidal könnt ihr davon ausgehen, dass die Musiker deutlich mehr von eurem Geld bekommen als bei Spotify – und das für 2 Euro weniger im Monat.

Pro
  • Fairness: Die Künstler bekommen mehr als bei Spotify
  • Katalog: Mit rund 100 Millionen Titeln fast genauso groß wie der von Spotify
  • Abos: Solo, Student und Family-Angebot
Kontra
  • Bezahlung der Musiker: besser als bei Spotify, aber kaum besser als bei Apple Music.
  • Market-Share-Modell: Superstars erhalten im Durchschnitt mehr als kleine Künstler.

2. Qobuz – ein fairer Anbieter mit großem Katalog

  • Kosten: 15.99 Euro/Monat (Jahresabo), ab 13.99 Euro/Monat (Jahresabo mit vergünstigten Downloads).
  • Katalog: über 100 Mio. Titel mit Fokus auf audiophilen Hörern.

Qobuz ist ist deutlich transparenter als die große Konkurrenz: Die Führung des französischen Streaming-Dienstes hat für das Geschäftsjahr 2024 ihre Ausschüttung an die Musiker selbst offengelegt – und laut techradar auch zur unabhängigen Überprüfung freigegeben.

Die geben an, pro Stream durchschnittlich 0.01873 US-Dollar pro Stream ausgezahlt zu haben. Wer bei Qobuz also 999 Mal gestreamt wird, bekommt im Durchschnitt rund 18.70 US-Dollar, bei Spotify nichts. Damit zahlt der französische Anbieter mehr als viermal so viel wie Spotify und fast doppelt so viel wie Apple Music und ist im günstigsten Abo immer noch günstiger als Spotify.

Allerdings: Es handelt sich um einen Durchschnittswert. Auch Qobuz bezahlt die Musiker nach dem Market-Share-Modell, die großen Stars erhalten den größten Teil eures Geldes.

Qobuz ist aber kein reiner Streaming-Dienst, sondern ermöglicht euch auch, eure Lieblingsmusik im Download zu kaufen. Zahlt ihr im Solo-Abo 16.66 Euro, so bekommt ihr derzeit bis zu 60 Prozent Rabatt auf eure Downloads. Kauft ihr eure Musik bei Qobuz zum Download, erhält euer Lieblingskünstler (und das dahinterstehende Label) immer mehr als beim Streaming.

Pro
  • Fairness: Bei Qobuz erhalten die Künstler auch im Vergleich zu Tidal am meisten.
  • Katalog: Mit rund 100 Millionen Titeln fast genauso groß wie der von Spotify.
  • Abos: Solo, Duo, Student, Familiy-Abos.
  • Audioqualität: viele Titel sind in Hi-Res Audio.
  • Kaufoption: Qobuz ermutigt euch zum Kauf von Musik.
Kontra
  • Market-Share-Modell: Superstars erhalten im Durchschnitt mehr als kleine Künstler.
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3. Bandcamp – direkter Support für Künstler

  • Kosten: kein Abo, Musik wird gekauft (Songs meist 1 - 2 Euro, Alben 5 - 15 Euro).
  • Katalog: über 20 Mio. Titel, mit Schwerpunkt Independent und Nischen.

Bandcamp ist kein Streaming-Dienst, hier kauft ihr Musik direkt in Form von Alben oder Singles zum Download und in physischer Form. Allerdings könnt ihr euch die Tracks ein paar Mal anhören, bevor ihr zahlen müsst.

Ein künstlerzentriertes Musikhören: Die Künstler legen ihren Preis selbst fest. Bandcamp selbst bietet die Plattform und behält eine Provision von 10 beziehungsweise 15 Prozent pro Verkauf.

Außerdem: Regelmäßig finden die Bandcamp Fridays statt: Kauft ihr an einem solchen Freitag eure Musik auf Bandcamp gehen 100 Prozent eures Geldes an die Künstler und ihre Labels.

Wenn ihr nach einer Spotify-Alternative sucht, die Wert darauf legt, dass die Musiker mehr von eurem Geld erhalten, dann sollte ihr Bandcamp im Hinterkopf behalten. Klassisches Streaming gibt es hier nicht, aber dafür einige Titel gerade von kleineren Musikern, die es so nie auf einen Streaming-Dienst schaffen.

Pro
  • Direkte Bezahlung: Ihr kauft unmittelbar von den Künstlern und Labels.
  • Bandcamp-Friday: An vielen Freitagen geht euer Geld zu 100 Prozent an die Musiker.
Kontra
  • kein Streaming-Dienst
  • kleinerer Katalog mit Fokus auf Nischen

4. Resonate – die genossenschaftliche Alternative

  • Kosten: kein Abo, sondern Pay per Play (ab ca. 0.0025 Euro/Stream, nach 9 Streams gehört euch der Song)
  • Katalog: ca. 15 Mio. Titel, Schwerpunkt auf Independent und Nischen-Musik.

Resonate kommt aus den USA und hat sich den Slogan Play Fair auf die Fahnen geschrieben. Der Streaming-Anbieter hat das wohl interessanteste Geschäftsmodell, denn er ist genossenschaftlich organisiert und gehört damit den Künstlern, Hörern und Entwicklern gemeinsam.

Hier zahlt ihr pro Stream, das Angebot funktioniert so:

  • Ihr könnt kostenlos in alle Songs auf der Plattform hineinhören.
  • Streamt ihr einen Song, kostet euch das etwa einen Viertel-Cent. Gefällt euch der Song und ihr streamt ihn öfter, kosten die einzelnen Streams etwas mehr.
  • Habt ihr den Song 9 Mal gestreamt, gehört er euch. Resonate gibt hierfür einen Preis von rund 1,40 US-Dollar an.

Resonate selbst gibt an, dass davon derzeit 70 Prozent an die Musiker fließen, 30 Prozent gehen für die laufenden Kosten an Resonate.

Das Angebot von Resonate ist also innovativ und ihr müsst keine monatlichen Abo-Gebühren zahlen. Allerdings ist die Musikauswahl beschränkt und ihr könnt den US-amerikanischen Streaming-Dienst derzeit nur über den Browser aufrufen, es gibt keine App.

Pro
  • Kein Market-Share: Die Musiker erhalten garantiert 70 Prozent von eurem Geld.
  • Stream2Own-Prinzip: Nach 9-mal Streamen gehört euch der Song und ihr zahlt kein weiteres Geld.
  • Genossenschaft: keine Gewinnmaximierung, sondern transparente Bezahlung der Künstler.
Kontra
  • Keine App: Ihr müsst die Musik über den Browser auswählen
  • Begrenzter Katalog: Hier werdet ihr sehr viel nicht finden.

Fazit: Es gibt gleichwertige Alternativen und speziellere Angebote

Wer Musik streamen möchte und Wert darauf legt, dass bei den Musikern mehr ankommt als bei Spotify, für den gibt es durchaus ein Angebot:

Wenn euch ein möglichst einfacher Wechsel wichtig ist, dann solltet ihr euch mit Tidal und Qobuz beschäftigen. Die Apps sind Spotify sehr ähnlich und beide zahlen den Künstlern deutlich mehr als Spotify – Qobuz jedoch mit Abstand.

Beide Angebote bieten kostenlose Probemonate: Nutzt die intensiv, um herauszufinden, dass ihr dort auch die Musik findet, die euch wichtig ist – denn auch wenn beide etwa gleich große Songkataloge liefern, können sie sich bei einzelnen Tracks unterscheiden.

Aber auch Resonate einmal auszuprobieren, kann sich lohnen. Der Fokus liegt hier auf Independent- und experimenteller Musik. Wenn ihr euch grundsätzlich für solche Genres interessiert, dann kann der Anbieter auch für euch interessant sein: Ihr schließt kein Abo ab, zahlt pro Stream ein paar Cents und wenn ihr einen bestimmten Song rauf und runter hört, gehört er ab dem neunten Stream euch.

Auch Bandcamp ersetzt Spotify nicht einfach so. Allerdings: Wenn ihr einen Künstler vielleicht sogar auf Spotify oder einer Streaming-Alternative entdeckt, dann schaut auf Bandcamp vorbei: Die Bezahlung ist transparent und wenn ihr dort kauft, fließt das Geld direkt an die Musiker und ihre Labels.

Mit einer Abkehr von Spotify habt ihr nicht nur die Möglichkeit, ein faireres Streaming zu erleben, sondern auch eine neue Art, Songs zu entdecken.

Was meint ihr dazu? Steht bei euch auch bald ein Wechsel weg von Spotify an? Oder nutzt ihr vielleicht sogar einen ganz anderen Dienst? Schreibt uns eure Meinung und Erfahrung in die Kommentare!

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