Die Musik-Streaming Plattform »Spotify« kommt mit einer überarbeiteten Desktop-App um die Ecke – und mein erster Denkreflex lautet: »Who cares?« (engadget, The Verge, Mac Rumors haben über Spotify berichtet).
Aber nach wenigen Klicks entdecke ich den Nutzwert der neuen Benutzeroberfläche, greife auf die Tour-Daten meiner Lieblingsbands zu oder klicke mich durch die übersichtliche, neue Sidebar.
Was ich euch zu erzählen habe: Ich gehe in diesem Artikel also darauf ein, inwiefern mich eine der neuen Funktionen des Grünen Riesens enthusiasmiert – und wieso Spotify bis dato die Streaming-Plattform meiner Wahl ist.
Vorweg: Das offensichtliche Pro-Argument »fette Auswahl an Musiken und Podcasts« klammere ich a priori aus.
Und auch: Ja, viele der hier besungenen Funktionen bieten Mitbewerber auch in identischer oder ähnlicher Form. Ebenfalls richtig: Die Aufzählung der Features gleich hier unten ist extrem subjektiv. Sicherlich gibt’s Funktionen, die nutzwertiger sind respektive die unten Aufgeführten überflügeln. Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.
So, diesen Anstands-Disclaimer vorausgeschickt, geht’s jetzt direkt los. Zuvor ein kurzer Produkthinweis in puncto Bluetooth-Box.
Über den Blödel-Podcast zum Musik-Streaming
Mein Weg zu Spotify: Wir schreiben das Jahr 2016: Der Blödel-Boss Jan Böhmermann und sein Klampfen-Adlatus Olli Schulz (»Bester Mann!«) stampfen ihre Radiosendung »Sanft & Sorgfältig« ein. Schockiert halte ich die Luft an: War’s das jetzt mit fonstarken Gedankenpfürzen zu Weltpolitik, Popkultur, Showbiz – und spontanen Rülpsgeräuschen ins Mikro?
Nein, wenig später heuert das dynamische Duo mit »Fest & Flauschig« beim Streaming-Dienstleister Spotify an – und die Rülpser der »weißen, alten Cis-Männer« erklimmen neue Dezibel-Höhen.
Kurz und bündig gesagt: Nur der beiden Blödel-Boys wegen habe ich damals auf Spotify aufgesattelt. Seither bin ich zufriedener Spotify-Kunde. Nicht mal mit Schulterblick gucke ich anderen Musik-Streamern hinterher.
Wieso Spotify mich auch mit den jetzt neuen Desktop-Funktionen gekriegt hat und welche Komfort-Funktionen ich darüber hinaus goutiere, setze ich euch nachstehend auseinander.
Diese Komfort-Funktionen begeistern mich
➡️ Auf Tour-Daten zugreifen: Gerne ziehe ich mitunter den Reality Check mit meinen Lieblingsbands durch. »Ballern die live auf den Bühnenbrettern genauso geil wie im Studio-Recording?«, frage ich mich – und buche meine Tickets zum nächsten Auftritt.
Leider fliegen Auftritte häufig unter meinem Aufmerksamkeits-Radar – und dann verpasse ich den Live Act.
Mit der Ansicht »Aktuelle Titel« nun registriere ich en passant, wann und wo eine Band auf den Bühnenbrettern aufschlägt. Wenn ich beispielsweise einen Track der Band »Lulu & Die Einhornfarm« spiele, werden mir rechtsbündig weiterführende Infos zum betreffenden Track angezeigt. Darunter tummeln sich bisweilen auch Tour-Daten.
Wahlweise lasst ihr euch nun die gesamten Tour-Daten anzeigen, fügt den Auftritt eurer Wahl zu einer eigenen Favoriten-Liste hinzu oder ordert sogar via Verlinkung das Ticket. Eine schöne Funktion, um eure musikalische Live-Beschallung der kommenden Monate planbar zu halten.
➡️ Gemeinsam Playlists erstellen: Klar, mit Ü-30 ist die Lebensphase vorbei, während der sich Freund- und Partnerschaften über Film- und Musikgeschmäcker definiert haben. Gleichsam kann ein gemeinsames Projekt der Festigung eines sozialen Geflechts förderlich sein.
Will heißen: Wieso nicht eine gemeinsame Playlist als Projekt aufsetzen, anstatt gleich Haus und Nachwuchs hochzuziehen? Nichts enthüllt eine Person so sehr wie »Marianne und Michael« aus dem »Sommerfest der Volksmusik« in der Heavy Rotation.
Dazu setzt ihr gemeinsame Playlists ziemlich zügig auf. Eine Playliste ausgewählt, klickt ihr entweder auf das Icon mit der »Büste und dem Plus-Symbol« oder ihr klickt auf das »Drei-Punkte-Menü« und wählt dann im Klappmenü den Punkt »Mitwirkende einladen«.
In beiden Fällen bekommt ihr einen Link in die Zwischenablage kopiert. Diesen schickt ihr anschließend schlicht derjenigen Person zu, mit der ihr das Projekt Playliste angehen wollt.
➡️ Automatische Transkripte zu Podcasts: Jetzt kommen wir zum Rummecker-Teil dieser Liste.
Um zu unterstreichen, wie (eher weniger) zuverlässig der automatisch erstellten Transkriptionen sind, hören wir uns das Transkript der Intro-Musik aus »Fest & Flauschig« an –und halten den Original-Text dagegen.
Und, ja, die Transkriptionen in rein gesprochenen Abschnitten sind deutlich besser. Dennoch verdeutlicht das Beispiel das Verbesserungspotenzial solche automatischen Mitschriften.
Zuerst das Auto-Transkript.
»Baby, mach sehr an die Bluetooth Box first
So flauschig geht gleich wieder los
Baby, mach sie an die Bluetooth Box janolli sitzen vor
den Mikros, du hast so viel hast, du hast so viel
gegeben, jetzt ist mal wieder Zeit für Breaking deinem Leben […]«
Und jetzt der Original-Text:
Baby, mach’ sie an die Bluetooth-Box
Fest & Flauschig geht gleich wieder los
Baby, mach’ sie an die Bluetooth-Box
Jan und Olli sitzen vor den Mikros
Du hast so viel gehustlet
Du hast so viel gegeben
Es wird mal wieder Zeit für einen Break in deinem Leben [...]
Ein weiteres Manko hierbei: Die seitens Spotify bereitgestellten Mitschriften lassen sich nicht kopieren. Hinter dieser fehlenden Funktion mögen rechtliche Gründe stecken; der Nutzerzufriedenheit ist's dennoch abträglich.
Weitere Hammer-Funktionen - und andere Streaming-Anbieter
Einige der tagtäglich meinerseits genutzten Funktionen habe ich gänzlich unterschlagen. Etwa »Spotify Connect«; damit switche ich ziemlich zügig vom Handy auf den Desktop-PC oder umgekehrt. Das ist auch deswegen geschmeidig, weil ich zwischen den Ausgabe-Geräten wechsele, während ich einem Podcast lausche oder mit einem Song groove.
Zu nennen wäre auch der Offline-Modus. Das Herunterladen von Musiken bleibt den Premium-Kunden vorbehalten. Aber Podcasts ladet ihr auch kostenfrei herunter. Das ist besonders dann nützlich, wenn ihr euren Internet-Verbrauch flach halten wollt, während ihr draußen unterwegs seid – und trotzdem einen spannenden Podcast bis zur letzten Minute hören möchtet.
Und ein Geständnis zum Schluss: Unlängst bin ich Spotify untreu geworden. Denn einige für mich interessante Nischen-Podcasts sind nicht bei Spotify verfügbar - beziehe ich stattdessen über »Google Podcasts«. Bislang ist der Stabwechsel von Spotify zum Google Podcast jedoch ausgeblieben.
Es bleibt abzuhören, was die Zukunft des Audio-Streamings bringt.
Was haltet ihr von der überarbeiteten Desktop-App von Spotify? Ist das genial oder kann das weg? Worüber streamt ihr Podcasts und Musiken? Schreibt uns dazu gerne in die Kommentare!

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.