Das vergangene Jahr endete bei SSDs und Arbeitsspeicher mit einer für Kunden positiven Preisentwicklung. Seit September 2024 gingen die Preise für Speicher zumindest tendenziell nach unten, was unter anderem an sinkenden Kosten für die so wichtigen TLC-Wafer lag.
Dieser Trend dürfte bald ein jähes Ende finden, wenn es nach dem Portal Digitimes geht. Hersteller antworteten bereits im vergangenen Jahr mit NAND-Produktionskürzungen; auf dem TLC-Spotmarkt soll dies im zweiten Quartal 2025 mit gestiegenen Preisen zu sehen sein.
Die Folge: Ab dem zweiten Halbjahr 2025 ist mit höheren Endverbraucherpreisen bei SSDs und Arbeitsspeicher zu rechnen.
- Laut Digitimes sind die aktuellen Rahmenbedingungen »ideal für einen Preisanstieg«, da die Nachfrage an Speicher deutlich zugenommen habe.
- Zudem steht in diesem Jahr nach Ansicht der Analysten der »PC-Ersatzzyklus« an, der im vergangenen Jahr ausgeblieben ist.
Mit diesem Zeitraum ist die Marktphase gemeint, in der viele Endkunden die Hardware ihres Rechners »auffrischen« wollen. Zumindest teilweise ist dies auch dem nahenden Support-Ende von Windows 10 geschuldet, der im Oktober 2025 ansteht.
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Speicherhersteller reiben sich schon jetzt die Hände
Daneben sollen weitere Umstände zu gestiegenen Preisen führen. Ein Erdbeben in Taiwan im vergangenen Januar hat rund 60.000 Wafer bei TSMC – einem der größten Fertiger – zerstört, sodass hier zeitgleich eine (unverschuldete) Knappheit entstanden ist.
Hersteller selbst äußerten sich indes mit einer aus unternehmerischer Sicht positiven Prognose. Kioxia (via Reuters) nannte eine beinahe verdreifachte Nachfrage an Speicher, die bis 2028 vorliegen soll.
Der Grund hierfür liegt laut dem Unternehmen an einer »boomenden KI-Industrie«, da immer mehr Unternehmen mit dem Bau von KI-Rechenzentren beginnen und diese entsprechend auch mit (Arbeits-)Speicher ausstatten wollen.
- An anderer Stelle wartet insbesondere für diese KI-Rechenzentren die nächste Stufe von Speicher mit hoher Bandbreite: HBM3 wird beispielsweise bereits in Nvidias GB200-KI-Beschleuniger genutzt.
- Hier liegt nach Ansicht der Unternehmen und Analysten das meiste Geld, sodass der Produktionsfokus auf HBM3 liegt. Digitimes spekuliert daher, dass die Fokusverschiebung auch dazu führen könnte, dass weniger »regulärer« DDR5-DRAM hergestellt werden könnte.
Mit der prognostizierten gestiegenen Nachfrage im Verbund mit geringeren Herstellungskapazitäten ist zumindest nachvollziehbar, wieso der Bericht in den kommenden Monaten höhere Preise sieht.
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