Trotz Liefer-Chaos: Warum Valve beim Steam Controller gerade (fast) alles richtig macht

Valve hat den Steam Controller veröffentlicht und nicht alle Fans sind begeistert. Doch alles in allem geht Valve gut mit der Situation um.

Der Release war sicher nicht perfekt, doch Valve stellt sich besser an als andere Unternehmen. (Bildquelle: Valve | Jan Stahnke - GameStar Tech) Der Release war sicher nicht perfekt, doch Valve stellt sich besser an als andere Unternehmen. (Bildquelle: Valve | Jan Stahnke - GameStar Tech)

Der Steam Controller war heiß erwartet. Zu heiß.  So heiß, dass er nach 30 Minuten bereits komplett ausverkauft war.

Das ist natürlich ärgerlich für alle Spielerinnen und Spieler, die es kaum abwarten konnten, die neue Hardware von Valve in Händen zu halten. Ich bin dennoch der Meinung, dass Valve mit dem Steam Controller einiges richtig macht – wenn auch nicht perfekt.

Transparenz ist das A und O

Valve hat beim Steam Controller ein paar Fehler gemacht. Die Webseite hielt dem Andrang nicht stand und der Bestand an Steam Controllern war viel zu gering.

Unternehmen haben in solch einer Situation mehrere Optionen:

  1. Ignoranz: Kopf runter, nichts sagen und abwarten, bis das nächste Aufregerthema den Shitstorm weiterziehen lässt.
  2. Abstreiten und Reflektieren: Die Schuld liegt natürlich nicht beim Unternehmen, sondern bei allen anderen: den Scaplern (in diesem Fall), dem Internetanbieter, irgendwelchen namenlosen Drittunternehmen und so weiter.
  3. Offenheit: Man kommuniziert die eigenen Fehler offen und lässt die Kunden und Fans wissen, was schiefging. Diese Option hat allerdings zwei Unterkategorien:
    1. Offenheit und Verbesserung: Die offene Kommunikation führt zu tatsächlichen Anpassungen an Abläufen und Systemen, die in Zukunft Verbesserungen bringen. Diese Option lieben wir.
    2. Offenheit und Gaukelei: Es wird sich entschuldigt und nichts ändert sich. Nicht toll.

Wie hat Steam reagiert? Auf X hat der Hersteller auf die Kritik reagiert und sich für die Situation entschuldigt. Sie versprechen außerdem, sich mit mehr Infos zum Bestand des Steam Controllers zu melden.

Da Valve sonst eher für fehlende Kommunikation kritisiert wird, finde ich das offene Gebaren diesmal durchaus lobenswert.

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Sie standen kurz nach Release also zwischen Option 3a und 3b, doch allein die offene Kommunikation ist viel wert.

Und während ich diesen Artikel schrieb, kam auch schon die nächste Meldung, dass Valve gegen Scalper vorgeht und ein Warteschlangensystem eingeführt hat. Sie haben sich also für Option 3a entschieden – für mich ein Grund zur Freude.

Das Controller-Gehäuse ist jetzt Open-Source

Steam hat die CAD-Dateien für den Steam Controller veröffentlicht und ermöglicht es Fans damit, ihren Controller frei anzupassen oder eigenes Zubehör dafür herzustellen.

Auch das ist keineswegs Standard für so ein großes Unternehmen. Andere würden ausschließlich ihr eigenes Zubehör verkaufen, um ein paar (Millionen) Taler extra zu verdienen. Valve hat sich für die Community-freundliche Variante entschieden.

Stark!

Zusätzlich haben Lawrence Yang und Jeremy Slocum von Steam unserem Autor Linh verraten, dass sie auch die Dateien für den Puck des Controllers freigeben wollen, damit sich Spieler ihre eigene Dockingstation bauen können. 

Jetzt müssen sie nur noch schnell mehr Steam-Controller ranbeschaffen und ihre Prozesse dahingehend optimieren – was zugegeben deutlich leichter gesagt als getan ist, doch auch dafür gibt es bereits eine Lösung, samt Maßnahme zum »bekämpfen« von Scalpern:

Nach dem Steam-Controller-Fiasko: Valve bereitet wohl faires System für die Steam Machine vor

Video starten 13:28 Steam Controller: Das solltet ihr wissen

Auch Valve ist nicht fehlerfrei

Versteht mich bitte nicht falsch: Auch Valve macht Fehler und wird für einiges zurecht kritisiert.

So ist der Steam Controller momentan nur mit Steam nutzbar. Andere Plattformen wie beispielsweise der Epic-Launcher funktionieren nur per Workaround. 

Da müssen Fans bisher selbst ran und suchen nach Möglichkeiten, wie man den Controller auf jeder Plattform nutzen kann. 

Es gibt dazu auch schon einige Ansätze, wie euch Jusuf hier verrät:

»Für mich ein Dealbreaker«: Der Steam Controller hat eine Schwäche, die schon vor Release hitzig diskutiert wird

Außerdem hatte bereits das Steam Deck zum Launch ähnliche Schwierigkeiten mit Lieferengpässen und einem nicht erreichbaren Shop. Das macht natürlich nicht unbeidngt Mut für den launch der Steam Machine, doch es gibt Hoffnung.

Lernt Valve für die Zukunft (und die Steam Machine)?

Ich hoffe, Valve lernt aus den Fehlern des Steam Controllers, vor allem im Bezug auf die Steam Machine.

Immerhin: Die Probleme mit der Webseite und dem Shop sollten recht einfach zu lösen sein, da man auf die entsprechenden Server mehr Rechenleistung zuweisen oder gar per Cloud-Service temporär hinzubuchen kann – zumindest je nach System.

Was den Bestand angeht, könnte es deutlich schwieriger werden. Einerseits kann Valve nicht wissen, wie hoch der Bedarf an den Konsolen wirklich sein wird. Andererseits wäre es zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich zu spät, mehr Nachschub rechtzeitig zum Release zu organisieren. 

8bitDo Ultimate 2C
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PXN P5 Pink
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Horipad Steam Controller
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Die Heimkonsole von Steam sollte immerhin bereits Anfang 2026 erscheinen, doch Steam kündigte wegen der Speicherkrise an, dass sich der Release verschiebt. Sie haben also mit ihrer ursprünglichen Charge bereits Lieferschwierigkeiten, die zu Verzug geführt haben.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie sie den Release schaukeln werden und ob sie sich für Option 3a oder 3b entschieden haben.

Wart ihr verärgert wegen des geringen Bestands an Steam Controllern und wie findet ihr den Umgang mit dem Controller? Samt CAD-Freigabe, Steam-Exklusivität und Entschuldigung auf X? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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