Wusstet ihr, dass Bahnschienen seit über 200 Jahren auf losen Steinen gebaut werden? Die Gründe dafür sind einfach

Beim Verlegen von Eisenbahnschienen geht man heute meist genau so vor wie vor hunderten Jahren – einfach, weil es sich bewährt hat.

Die unzähligen Steine um das Gleis herum sind wichtiger Bestandteil, damit keine Unglücke geschehen. (Bildquelle: lekssorrin - adobe.stock.com) Die unzähligen Steine um das Gleis herum sind wichtiger Bestandteil, damit keine Unglücke geschehen. (Bildquelle: lekssorrin - adobe.stock.com)

Im Grunde sind Bahnschienen ziemlich simpel aufgebaut: Die Schienen selbst führen den Zug, die Holzschwellen verankern sie und verteilen das Gewicht des Zuges. Verbunden wird beides durch Stahlnägel.

Doch wusstet ihr, dass die losen Steine, auf denen die Schienen gebettet sind, genauso wichtig sind?

Steine haben gleich mehrere Funktionen

Oftmals sieht man Bahnschienen auf Bahnen von aufgehäuften Steinen. Die Holzschwellen sitzen darauf auf oder sind ein Stück weit darin eingebettet – deswegen nennt man sie auch Gleisbett.

Was sind das für Steine? Laut Mental Floss ist es wahlweise:

  • Granit
  • Kalkstein

Neuerdings kommen der Umwelt zuliebe aber durchaus auch recycelter Zement oder Schlacke (ein Nebenprodukt in der Metallherstellung) zum Einsatz. Gemäß WDR gesellen sich noch Sand, Erde und Kies hinzu.

In erster Linie dient das Kiesbett zur Sicherheit und Stabilität. Brettert ein tonnenschwerer Zug über die Schienen, verteilt sich dessen Gewicht auf das Gleisbett. Die Steine federn Erschütterungen ab und müssen harte Kanten besitzen, sodass sie über- und untereinander rutschen können.

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Über Zeit sind Züge schwerer geworden, weswegen sich das Gleisbett sukzessive vergrößert hat. Durch die Steine werden die Schienen und Holzschwellen ebenfalls weniger beansprucht, was ihrer Langlebigkeit dient.

Weitere nützliche Funktionen der losen Steine:

  • Regen kann durch die Lücken abfließen und in den Boden sickern. Gerade im Winter ist das unabdingbar, wenn es zu Bodenfrost kommt. Die Schienen würden andernfalls beschädigt werden.
  • Sie halten Pflanzen davon ab, auf den Schienen zu wachsen. Pflanzen speichern Feuchtigkeit, und ihre Wurzeln würden den Boden unter den Gleisen auflockern und somit schwächen. Der Schotter blockiert außerdem Sonnenlicht, das die meisten Pflanzen zum Wachsen brauchen.
  • Sie dämmen den Lärm ein wenig, wenn Züge über die Schienen rollen.

Mittlerweile gibt es auch Schienensysteme ohne Gleisbett: »ballastless track systems« oder feste Fahrbahnen (via Wikipedia) genannt. Die bieten einige Vorteile gegenüber den Steinen.

  • Hohe Stabilität, da sich keine Steine verschieben können.
  • Geringer Wartungsaufwand, weil man nicht nachschottern muss.
  • Geringere Schwingungen, was zu weniger Vibrationen führt.
  • Praktischer in beengten Lagen, wo kein breites Gleisbett möglich ist.

Dafür sind feste Fahrbahnen teurer, besitzen eine längere Bauzeit und sie sind weniger flexibel. Darüber hinaus reflektiert die harte Oberfläche Schall besser, sprich: Zuge erzeugen mehr Lärm.

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